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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stoppelvoll bis stoppler (Bd. 19, Sp. 352 bis 354)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stoppelvoll, adj., voll mit stoppeln bestanden:

und hui! gehts im raschen trab, ...
den stoppelvollen berg hinab,
zum scheurenthor hinein
Chr. A. Overbeck verm. ged. 107 (die erndte).

auch das stoppelvolle gesicht (entsprechend stoppel, f., I 2 a).
 
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stoppelweide, f. , die stoppel als weide (th. 14, 1 sp. 547 unter B) für das vieh.
1) nahrung, welche die stoppel dem vieh gewährt: weilen das vieh nunmehr (im monat august) die stoppelwaid genieszen kan, pfleget solches auch desto mehr milch, butter und schmalz zu geben Hohberg georgica 3, 239b; für die pferde und das vieh ... brache und stoppelweide J. v. Müller w. 26, 114; (die einrichtung,) die stallfütterung nur bis zur erntezeit fortzusetzen, dann aber, auch um die stoppelweide des klees zu benützen und den nachwuchs, das vieh auszutreiben Thär grundzüge 1, 369; oft wird ihm (dem landwirthe) die stoppelweide für seine schafe oder rindvieh nützlicher sein, als das schnelle unterpflügen derselben Schwerz prakt. ackerbau (1882) 29.
2) nahrungssuche des viehes auf der stoppel: sonst ist die stoppelweide eine so grosze und wichtige sache, ... dasz der schaden eines einzelnen mannes, der seine früchte zu spät im felde läszt, gegen jenes allgemeine bedürfnisz nicht in betrachtung kömmt Möser 3, 204; (das recht,) dasz keiner vor einem gewissen tage, um der stoppelweide willen, seinen morgen pflügen dürfen 6, 18.
3) das stoppelfeld, welches dem weidegange dient: mit den heerden, die doch unter dem schutz von bewaffneten ... unter den mauern auf die stoppelweide getrieben wurden Niebuhr röm. gesch. 2, 231; dagegen wurden auf die stoppelweide schafe aufgetrieben Mommsen röm. gesch. 1, 808; man besichtigte noch die schafe auf der stoppelweide Polenz Grabenhäger 1, 41.
 
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stoppelwerk, n.
1) 'wüstes durcheinander loser stoppeln': göttingisch-grubenhag. stoppelwark (im partitiv. genit. stoppelwarkes).
2) in anlehnung an die bedeutung von stoppeln, verb., 1 c, zur charakterisierung eines elenden machwerks überhaupt: dieweil aber diese unsere fürstin (Hedwig) in schwebenden ... miszbräuchen, gleichwol den grundt unsers glaubens fest behalten, ist sie von wegen des bösen stoppelwercks, so die ungelehrten lehrer ... eingeführt, keines weges von gott verworfen worden Rätel-Curäus chronica des herzogth. Schlesien (1607) 75; das stoppelwerck der schulfragen, schulsätze und ceremonien, welches auf allen seiten in allen religionen jedes nach seiner art herrschet Chr. Thomasius ernsth. gedanken 4, 37; doch der herr wird schon seine zeit ersehen, wenn er das in euch bisher gantz erloschene füncklein wahrer liebe wieder aufblasen, und zu einer solchen flamme machen kann, die alle euer bisheriges stoppelwerck auf einmahl verzehren wird J. Chr. Edelmann Christus und Belial (1741) 119; ein buch ist stoppelwerk vgl. allgem. deutsche biblioth. 80, 501. neben stückwerk (s. unten): alles was ich bisher gesehen hatte, war bloszes stück- und stoppelwerk Jung-Stilling 4, 654.
 
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stoppelwicke, f., wicke als futterkraut auf der stoppel (unter II 1) Schwerz prakt. ackerbau 344, vgl. oben stoppelklee. —
 
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stoppelwind, m., herbstwind: der stoppelwind die dürren zweige schüttelt Holtei erz. schr. 14, 210. vgl.

man kan ja wohl ein biszgen schweren
mit eben solchen ohren hören
als einen kleinen stoppelwind
Henrici ernst-, scherzh. u. sat. gedichte 3, 482.


 
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stoppelzieher, m. (österr.), korkenzieher, pfropfenzieher (zu stoppel, m.) Hügel 158. s. auch unten stöpselzieher: als der pfarrer eine wohlverkorkte flasche apfelwein auftun wollte, fand die haushälterin den stoppelzieher nicht Rosegger nixnutzig volk 109; wo ist denn ein stoppelzieher? Schnitzler liebelei 43. in scherzhaft übertragener anwendung: aber jesses, ich kann ja nichts dafür, dasz ich die paar worte gehört hab, mit einem stoppelzieher wollt ich sie mir aus den ohren ziehen lassen Rosegger I 2, 330.

[Bd. 19, Sp. 353]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stoppen, verb. , niederdeutsche form des verb. stopfen in besonderer technischer verwendung, im anschlusz an 1stopfen, verb., I 7 (s. auch oben die interjection stopp!): stoppen vel doen stan sistere Diefenbach gloss. 538c (gemma gemmarum von 1507) und vgl. den ausgangspunkt dieser entwicklung: obstructorium daer men wat mit stoppet ebenda (glossar. 90b).
1) transit. 'eine bewegung aufhalten, hemmen, anhalten'.
a) seemännisch ein tau stoppen sein ablaufen einstellen, hindern; auch die winde, das rad stoppen, es anhalten, dasz es sich nicht mehr dreht. besonders aber jetzt das schiff stoppen seinen lauf anhalten: engl. to stop. auch die fahrt eines schiffes stoppen (Hoyer-Kreuter 1, 737) entsprechend engl. to stop the way of a ship; als aufforderung: als er (der dampfer) uns sah, drehte er weg und lief mit äuszerster fahrt davon. wer der dampfer war, wuszten wir zunächst noch nicht. es wurde ein signal gemacht: stoppen Sie! dann wurde ein blinder schusz gefeuert, und als dies noch nichts nützte, ein scharfer schusz kapitänleutn. Mücke im Göttinger tageblatt 23. juni 1915.
b) weidmännisch stoppen die jagd anhalten, unterbrechen: das sie (die hirsche) nit so lange gelaufen, ist die ursache, das ich wolte probiren, nit zu stoppen Friedrich Wilhelm I. an Leopold von Dessau (5. sept. 1726) 346; eigentlich die hunde stoppen, die meute im lauf anhalten:

vorm walde stoppt der hauptpiqueur
Immermann 13, 56 Hempel.


c) auch sonst: jetzt hörte sie die pferde stoppen, laute zornige worte, die sie nicht verstehen konnte Storm 6, 133. bildlich: ich fürchte nur, er wird nächstens ... sich auch an deinen sachen vergreifen, und das wird die honorarzahlungen unangenehm stoppen können Engels an Marx (1851) briefw. 1, 173.
2) intrans. 'haltmachen, in der bewegung aufhören'.
a) entsprechend 1 a: das schiff stoppt.
b) entsprechend 1 b: die meute stoppt, macht halt; die jagd stoppt, wird unterbrochen.
c) entsprechend 1 c (von personen): da fragte er gebieterisch 'wo ist der meister?' da stoppte ich einen augenblick im laufen und sagte: ... denkwürdigkeiten eines arbeiters 354 Göhre; wohl auch im brandenburgischen kinderspiel:

ene mene hoppen,
ick oder du müszt stoppen abzählreim.

auch: er hielt die bank, ohne ihn stoppte das spiel! Viebig das schlafende heer 1, 155; (die deutschen flieger) haben in den dichten englischen massen, die vor dem sperrfeuer gestoppt hatten, glänzende ziele für ihre bomben und ihre maschinengewehre gefunden kriegsberichterstatter Scheuermann deutsche zeitung 9. aug. 1917 (abends).
3) substant., entsprechend 1 a: 'um ein herumspringen der (anker)kette bei längerem stoppen zu verhindern, kann ein querkeil über die kette gelegt werden' Lueger 1, 349; zum stoppen dienten (beim stapellauf der Borussia) zwei starke, am schiff angebrachte ketten Köln. ztg. 23. nov. 1873, 2. blatt.
 
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stopper, stöpper, m. (ndd. form von oben stopfer).
1) mit umlaut stöpper im Hallischen salzhandel s. oben 1stopfer 1 b.
2) seemännisch stopper, plur. stoppers tauenden zum flicken Krünitz 174, 508; s. oben 1stopfer 4. — auch entsprechend stoppen, verb., 1 a eine vorrichtung zum festhalten der ankerkette v. Alten handb. 1, 371, die ankerbosse Hoyer-Kreuter 1, 737; 'beim auslaufen der (anker)kette kann (auch) die kettentrommel durch bremsen zugleich als stopper benutzt werden' Lueger 1, 352.
 
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stoppholz, n. (in Wien) dasselbe wie oben stopfholz 3 Kretschmer wortgeographie 370, wahrscheinlich aus dem ndd. unter dem einflusz norddeutscher kunststopferei.
 
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stoppine, stopine, f., zündstrick (Kinderling reinigk. 225), aus dem ital. stoppina, stopina zu stoppa, stopa (lat. stuppa) 'werg', in die geschützladung hineingebracht und dann mit der lunte entzündet, von dieser (th. 6 sp. 1307 unter 2) also unterschieden: bey der gewissen invention ist die hinter der bomben gehörige

[Bd. 19, Sp. 354]


ladung und brandröhre nächst beyeinander und zusammen, also dasz die stoppinen, so in der brandröhre der bomben geschlagen, in die pulverladung hangen, und wenn die brandröhre der bomben bisz auf ein zoll mit guter composition vollgeschlagen, so nimmt man zwey enden stoppinen, und schläget solchen ledigen zoll vollends mit feinen mehlpulver voll, und die zwey enden stoppinen werden mit darinnen befestiget Fleming teutscher soldat 68; weisze, gelbe und schwarze stoppinen je nach der besonderen herrichtung Krünitz 174, 500; nur noch in der feuerwerkerei zur anzündung der brände benutzt Lueger 5, 298. — in weiterer zusammensetzung stoppinenschnur, f., eine dünne stoppine beim Bormannschen zünder v. Alten handbuch 2, 414.
 
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stoppler, stoppeler, m. beide formen bei Adelung und Campe.
1) welcher auf dem stoppelfelde ähren nachliest. vgl. auch DWB stoppelharker und stoppelsammler, auch stoppeln, verb., 1: Schwan nouv. dict. (1783) 2 725a.
2) bildlich (entsprechend stoppeln, verb., 1 c) von einem schriftsteller, der mit vieler mühe, aber ohne wahl seine gedanken aus fremden werken zusammenholt, also ein stoppelwerk (s. daselbst unter 2) schafft, neben compilator im 18. jahrh. und schlagwortartig verwendet (frühen vereinzelten ansatz s. unter stopplerei, f.): von wem haben wir diese namenregister? von stopplern; und denen wollen wir danken, dasz wir sie haben Herder 18, 498; ich hatte hinreichende materialien während der reise gesammelt, und fing mit eben so gutem muthe an, als je ein reisender, der selbst geschrieben, oder ein stoppler, der je bestochen worden, die nachrichten anderer zu verstümmeln G. Forster schr. 1, 6; (es geschieht) oft, dasz ... der gelehrte stoppler die ungeheure vorrathskammer seines gedächtnisses auszufüllen bemühet ist 5, 296 (vgl. allgem. deutsche biblioth. 83, 312). deshalb: einen zum stoppler herabwürdigen vgl anhang 13-24, 1298. — neben sammler (th. 8 sp. 1752) und compilator: vermuthlich soll wieder ein Franzose, ein Italiener kommen, und sie euch, wie die schriften eures unsterblichen Leibnitz sammlen? aller welt sammler, gar stoppler und compilatoren, was euch nicht ehre bringt Herder 9, 495; neben auszieher: man begnügt sich mit stopplern und ausziehern, woraus eben die ausländer unsere dummheit wollen Gabr. Wagner bei Campe.
a) zuletzt ganz in dem sinne von unten stümper: rückt Moses ein lied an, ohne that der veranlassung, noten ohne text, räthsel ohn anfang und ende? welch ein stoppler, heiliger, göttlicher mann, sollt du werden! Herder 7, 148; und da unsre literatoren d. i. stoppler, nicht anders als stoppeln konnten: so hat das gemisch und ein geschrei von stimmen gegeben, dasz endlich keiner recht weisz, was die ganze sache sei 6, 449.
b) in weiterer zusammensetzung stopplercharakter, m.: von dem stopplercharakter der alten ... geschichtsschreiber allgem. deutsche biblioth. 29, 228. —

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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