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stoppelleben bis stoppelraum (Bd. 19, Sp. 348 bis 350)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stoppelleben, n., armseliges leben (bildlich 'wo uns nur die stoppeln gelassen werden, nicht die schweren vollen ähren'): ich werde mich in diesem dummen stoppelleben, wo man in der freiheit so wenig erntet, nicht in das enge dreiszigjährige gehege der ehe bannen Jean Paul 15-18, 408 Hempel.
 
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stoppellied, n., erntelied:

und laut und lustig
klang des stoppelliedes weise
Weber Dreizehnlinden 75.


 
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stoppelmäher, m., bei Göthe entsprechend mndl. stoppelmaeder Reinaert (II) 848 Martin (während aber de stoppelmeter im mndd. Reinke de vos gleich unten stoppelmesser ist): hier spöttisch für einen armen schlucker, dem zur mahd nichts anderes übrig gelassen ist als die stoppel:

Kückelrey machte das meiste geschrei, er dünkte sich vornehm:
denn frau Willigetrud, am hinteren thore (man wuszt es)
war die mutter, bekannt war nie der vater geworden.
doch es meinten die bauern, der stoppelmäher, der schwarze
Sander, sagten sie, möcht es wohl sein, ein stolzer geselle,
wenn er allein war 50, 22 Weim. (Reineke Fuchs 2, 165).


 
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stoppelmast, f., mast auf der stoppelweide Schwan (1783) 2, 725a; gänse durch stoppelmast fett machen. —

[Bd. 19, Sp. 349]


stoppelmesser, m., ndd. stoppelmeter (Reinke de vos 740 Prien, vgl. dazu oben stoppelmäher), wahrscheinlich eine spottbezeichnung für den einsammler des zehnten.
 
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stoppelmöhre, f., s. auch unten stoppelrübe: bau der stoppelmöhren, gesät über wintergetreide, raps und lein Schwerz prakt. ackerbau 507.
 
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stoppeln, verb. zu stoppel, f.
1) in den stoppeln verlorene ähren suchen: stoppeln stipulare Diefenbach gloss. 553c (voc. v. j. 1420); stoppelen spicas legere Schottel, spicas a messoribus relictas colligere Frisch 2, 340a; ähren stoppeln Adelung; dazu soll sie mir am heiszen mittage stoppeln gehn, bis sie so trocken, so schwarz geworden, als ein löschbrand Lessing 10, 90;

und es stoppeln dort die gänse,
wo das korn die sichel las
Rückert werke 2, 571.

als eine freiheit genutzt von armen leuten, deshalb in gröszerer verdeutlichung nachstoppeln, verb. (th. 7 sp. 141): messores sequi et spicas relictas colligere Frisch 2, 340a; Adelung.
a) übertragen auf ähnliche einsammelnde thätigkeit, so an stelle von nachlesen (th. 7 sp. 92 unter 1) im weinberge: lesen vel stuplen vindemiare Diefenbach gloss. 620a; ich stoppele racemor Steinbach; die weintrauben in den weinbergen stoppeln Campe; und sonst: das obst von den bäumen stoppeln ebenda (s. auch den beleg bei W. H. Riehl deutsche arbeit 186 oben unter stoppelfreiheit). — vgl. DWB nun sitze ich hier wie ein altes weib, das ihr holz von zäunen stoppelt Göthe 19, 152 Weim.; ich habe gestoppelt, da ist noch ein büschelgen IV 3, 72 Weim.
b) der begriff des sammelns wird weiter verdeutlicht durch zusammen: zusammenstoppeln paucos nummos ad aliquid conferre et colligere Frisch 2, 340a; so geht denn gleich hin (zur trödelbude) und stoppelt euch in der geschwindigkeit etwas zusammen, das einigermaszen zu meinen farben paszt Thümmel reise 5, 401;

das ist noch ein kleiner schmaus,
läszt sich leicht zusammen stoppeln
Rückert werke 2, 133.

(s. auch die belege in der bildlichen verwendung unten). — daneben auch erstoppeln (th. 3 sp. 1018): 1 scheffel gersten erstoppeln modium granorum hordei conferre e spicis collectis Frisch 2, 340a.
c) bildlich (in geistiger sphäre) für mühsame, aber wahllos zusammensuchende arbeit; zugleich die harmlosere deutsche wiedergabe des im 18. jahrh. aufgenommenen fremdworts compilieren (aus lat. compilare 'plündern, berauben'): ich stoppel carptim lego Alberus (1540) Ae 3a; drumb gibet er gelegenheit, noch einmal uns zu versamlen, damit wir im text stoppeln, und was hinterstellig ist, hernach holen können Herberger traurbinden 2, 154; da unsere literatoren ... nicht anders als stoppeln konnten Herder 6, 449; der leichte Franzose, der noch weit ärger stoppelt, hat wenigstens eine art von witz, seine beute zu einem ganzen zu fügen Göthe 37, 150 Weim.; er stoppelte aus ... chroniken allgem. deutsche biblioth. 83, 312;

was hör von Sterkel ich,
dasz er nur stoppeln kann!
Brentano 2, 555.

neben sammeln: sie wollen immer nur stoppeln, sammeln G. Forster schr. 8, 173.
α) mit deutlicher hervorstellung des objects: etwas aus büchern stoppeln Campe; unterdesz stoppelte H. die erklärungen seiner Ilias, die im jahre 1802 mit groszem geräusch hervortrat J. H. Vosz antisymbolik 2, 87; (sie) leiden ... alle schmach, weil höhers sie nicht kennen, als ihr machwerk, das sie sich gestoppelt Hölderlin 2, 201 Litzmann.noch deutlicher etwas zusammenstoppeln: so viel ist es, als ich aus des hn. Eberhard Julii manuscript zusammen stoppeln können insel Felsenburg 4, 544; die unwissenden comödianten haben fast alle ihre stücke selbst zusammen gestoppelt Gottsched beytr. z. crit. historie 3, 275; 'aus dieser beschreibung, die ich, wie man sieht, aus dem Homer selbst zusammen getragen habe' — wohl zusammen gescharrt, gestoppelt! Göthe 37, 201 Weim. (gespräche 3, 214 Biedermann); ein buch aus hundert andern büchern zusammen stoppeln Adelung

[Bd. 19, Sp. 350]


(Schelling 1, 487, Laube 8, 79). — das bild weiter herausgearbeitet: eine handvoll blumen, ... spielend und im vorbeigehen gesammelt; nicht mit bebrillter nase gesucht, nicht mit gebücktem blutrothen gesicht zusammen gestoppelt Herder 2, 29.
β) ungewöhnlich neben einander stoppeln mit stärkerem hinweis auf die einzelheiten, welche zusammen gestoppelt werden: wie er fremde, halbverstandne gedanken neben einander stoppelt Herder 3, 440.
γ) durch stoppeln: und was dergleichen mehr war, durch alle feste, sontage und feirtage hindurch gestoppelt Herberger hertzgrund quillt in mund (1610) 18. — reflexiv sich durchstoppeln, sich mit solcher arbeit des stoppelns mühsam durchhelfen: sie werden sich schon mit dem Zinkgräf durchstoppeln müssen, welches auch um so viel besser seyn wird, da von Zinkgräfs poesieen nie etwas zusammengedrukt worden Lessing 18, 267.
δ) adject.: (erklärungen,) mit überflüssiger, zusammen gestoppelter belesenheit überladen Winckelmann 2, 145; danach auch einfach gestoppelte wissenschaft, welche nur auf äuszerlichem citatenkram beruht; da das theater immer nur ein gestoppeltes und gestückeltes wesen bleibt Göthe 22, 157 Weim.; sogar:

sind grosze geister
gestoppelte meister,
verschnitten dazu 7, 102 (concerto dramatico).


ε) substant.: (sich) an das stoppeln und zusammensetzen halten müssen IV 19, 19 Weim.
2) in die (frisch umgebrochene) stoppel säen: (im juli soll man) rubensaat verrichten im abnehmenden monden, entweder in die wintergersten stoppeln, oder in einen acker, darinnen man frühen flachs gerauft Hohberg georgica 1, 126.
3) das stoppelfeld zum ersten male pflügen Thär grundzüge der ration. landwirthschaft 3, 95. sonst auch stürzen (s. unten) und im gegensatz zum brachen, verb. (th. 2 sp. 282), die durch das stoppeln (subst. Adelung) erzielte brachfurche zum zweiten male umbrechen.
4) die stoppel abweiden (?), im folgenden wohl 'die halme bis auf die stoppeln abnagen, abfressen':

und schicket sein hauffen grosz
der hungrigen heuschrecken,
die das gottlose feld allenthalben bedecken,
sie stopplen nach dem schlosz,
und von dem morgen früh
bisz zu nacht fressen sie des ganzen jahres müh
Treuer deutscher Dädalus 1, 776.


5) entsprechend stoppel, f., I 2 b (mit umlaut) stöppeln 'die stoppeln ausziehen': ne gâs stöppeln Schambach 212b; bayr. intrans. stoppeln federn ansetzen Schmeller2 2, 775.
 
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stoppelobst, n., welches auf busch und baum der eigentlichen ernte nachgelesen wird (vgl. DWB stoppeln, verb., 1 a) Campe.
 
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stoppelpilz, m., 'hydnum repandum L.' Nemnich wb. 577, sonst auch gebogener stachelschwamm (th. 10, 2 sp. 401) und unten süszling Holl 357b. —
 
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stoppelpostille, f., als buchtitel bei Valer. Herberger geistreiche stoppelpostille aller evangelischen texte, so an den gewöhnlichen sonntagen nicht abgehandelt werden 1715 (zu stoppeln, verb., 1 c). —
 
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stoppelpredigt, f. (vgl. das vorige): wir wollen aber in dieser stoppelpredigt von zweierlei kirchweihe reden V. Herberger hertzpostilla 2, 450.
 
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stoppelraum, m., beim schnitt des ährenfeldes: die stahlsensen ... lieszen bald stoppelräume zurück B. Goltz ein jugendleben 3, 59. —

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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