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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stoppelkalb bis stoppelmäher (Bd. 19, Sp. 347 bis 348)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stoppelkalb, n.
1) ein angebundenes kalb, welches bald in die stoppeln getrieben werden kann Kehrein Nassau 1, 393.

[Bd. 19, Sp. 348]



2) als schelte 'dummer mensch' ebenda; auch 'ungeschickter mensch' Vilmar 402; als stoffelkalb (an stoffel, m., [sp. 164] angelehnt?) Pfister nachtr. 287.
stoppelkatze, f., im herbst geworfen; im gegensatz zur maikatze (th. 6 sp. 1481). sie sind gewöhnlich schlechte mäusefänger, deshalb die ostfries. redensart stoppelkatten dögen nêt, de fersupt man lêfer ten Doornkaat Koolman 3, 328a. —
 
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stoppelklee, m., zur stoppelfrucht (s. oben) gehörig; insbesondere auch ein klee, welcher mit dem getreide gesät, nach der aberntung des getreides auf dem stoppelfelde weiterwächst: die gefahr, welcher das weidevieh durch den genusz des jungen, zumal des sogenannten stoppelklees ausgesetzt ist Schwerz prakt. ackerbau 445. —
 
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stoppelknolle, f., dasselbe was unten stoppelrübe (vgl. DWB knolle th. 5 sp. 1466 unter II 7 b). vgl. das die eiligkeit ihrer bestellung kennzeichnende sprichwort: de stoppelknullen bôen wil, mut de plôg an de ôstwagen (erntewagen) fast binden ten Doornkaat Koolman 3, 328a. —
 
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stoppelkoppel, f., feld koppel (s. th. 5 sp. 1786 unter 3 und 4), welche in der stoppel liegt: auf einer entfernten stoppelkoppel übt sich eine reitende batterie Detl. v. Liliencron 5, 194.
 
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stoppelkorn, n.
1) allgemein 'getreide, welches nicht blatt- oder hackfrucht, sondern in der fruchtfolge getreide vor sich gehabt hat' (vgl. DWB stoppelhafer, DWB stoppelgerste und stoppelroggen), auch im gegensatz zum brachkorn (th. 2 sp. 283), welches auf brachland wächst: (als ackerlohn) 14 groschen vom scheffel brachkorn, 10 gr. vom scheffel stoppelkorn quelle bei Frisch 2, 340a (welcher aber kaum zutreffend erläutert: merces aratoris tempore autumni).
2) insbesondere entsprechend korn (th. 5 sp. 1816 unter 2 d β) dasselbe wie unten stoppelroggen: allgem. haushalt.-lex. 3, 427; Adelung; Nemnich wb. 577. — dazu in weiterer zusammensetzung stoppelkornacker, m.: allg. haushalt.-lex. 2, 729.
 
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stoppelkrankheit, f., bei Nemnich lexic. nosolog. polygl. (1801) 17a, dasselbe wie oben stoppelfieber.
 
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stoppellage, f. 1) in der stoppel liegende feld lage. 2) (wasserbau) die letzte, mit den stoppelenden (s. oben) nach der wasserseite gerichtete busch lage (schicht von reisigbündeln) eines faschinenwerkes Benzler beym deichbau vork. kunstwörter 2, 195; 217 (s. auch reiswerk th. 8 sp. 752 unter 2). —
 
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stoppelland, n., ackerland, welches in der stoppel liegt (s. auch oben stoppelacker, -feld, -fläche, -koppel): die gespanne arbeiten nicht auf dem felde, und weder kühe noch schafe sind auf dem stoppelland zu sehen G. Freytag 5, 6;

die sommerlauben sind beschneit
und öde liegt das stoppelland
Detl. v. Liliencron 9, 104.

im gegensatz zum brachland (th. 2 sp. 283): so war das stoppelland zur aufnahme des weizens in einem besseren zustande als das brachland Thär grundzüge der rationellen landwirthschaft 4, 55. —
 
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stoppelleben, n., armseliges leben (bildlich 'wo uns nur die stoppeln gelassen werden, nicht die schweren vollen ähren'): ich werde mich in diesem dummen stoppelleben, wo man in der freiheit so wenig erntet, nicht in das enge dreiszigjährige gehege der ehe bannen Jean Paul 15-18, 408 Hempel.
 
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stoppellied, n., erntelied:

und laut und lustig
klang des stoppelliedes weise
Weber Dreizehnlinden 75.


 
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stoppelmäher, m., bei Göthe entsprechend mndl. stoppelmaeder Reinaert (II) 848 Martin (während aber de stoppelmeter im mndd. Reinke de vos gleich unten stoppelmesser ist): hier spöttisch für einen armen schlucker, dem zur mahd nichts anderes übrig gelassen ist als die stoppel:

Kückelrey machte das meiste geschrei, er dünkte sich vornehm:
denn frau Willigetrud, am hinteren thore (man wuszt es)
war die mutter, bekannt war nie der vater geworden.
doch es meinten die bauern, der stoppelmäher, der schwarze
Sander, sagten sie, möcht es wohl sein, ein stolzer geselle,
wenn er allein war 50, 22 Weim. (Reineke Fuchs 2, 165).

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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