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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stoppeldüngung bis stoppelfläche (Bd. 19, Sp. 344 bis 346)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stoppeldüngung, f., frühzeitige düngung, welche den pflug nicht abwartet (s. auch unten stoppelfahre f.).
 
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stoppelei, f., das stoppeln, zusammenstoppeln (zu unten stoppeln, verb.), auch das zusammengestoppelte werk (vgl. unten stoppelwerk) Campe.
 
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stoppelende, n., das untere ende eines halmes beim aufschichten einer dieme: die garben mit den stoppelenden nach auszen legen (als schutz gegen seitlichen regen) Lueger 3, 306; (im deichbau) die nach auszen gekehrten dicken stoppelenden der stoppellage (s. unten) Benzler beym deichbau vorkomm. kunstwörter 2, 195. —
 
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stoppeler, m., s. unten stoppler.
 
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stoppelfahre, f., das fahren von stalldung nach dem abgeernteten acker: die eigentliche stoppelfahre musz ungesäumt gegeben werden, so wie das getreide das feld geräumt hat Schwerz prakt. ackerbau 419. —
 
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stoppelfeder, f., dasselbe wie stoppel, f., I 2 b Illiger thier- und pflanzenreich (1800) 170, mammalia et aves (1811) 193; (der adler) lege sich zu seinen jungen in sein nest und schwitze daselbst, bis ihme die stoppelfedern ausfallen Rollenhagen indianische reysen (1603) 206.
 
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stoppelfeld, n. , abgeerntetes getreidefeld, auf welchem nur noch die stoppeln stehen (wie die begriffserweiterung von stoppel, f., unter II 1); die form stupfelfelder (s. unten) schon bei Bock kreutterbuch (1539) 1, 111; vom stoppelfeld Bastel v. d. Sohle don Kichote (1648) 29.
1) eigentlich: auf den weiten fränkischen stoppelfeldern Göthe IV 26, 120 Weim. (Moltke 6, 35; Fontane I 2, 434); längs dem frischgemähten stoppelfelde Holtei erz. schr. 12, 243; ein gemähtes stoppelfeld, nicht eine blosze begriffliche tautologie, sondern ursprünglich ein stoppelfeld, welches mit der stoppelsichel oder -sense nachgemäht ist;

die saaten sind gemähet,
das stoppelfeld ist frei
W. Müller gedichte 51;

ein herbstliches stoppelfeld S. Brunner erzähl. 1, 34; ich habe den herbst mit seinen bunten blättern, seinen stoppelfeldern und rothbäckigen apfelbäumen ... stets geliebt Holtei vierzig jahre 1, 346; an dem himmel ... standen wolken, die eine wand machten und mit den bergen verschmolzen, dasz alles in einem lieblichen dufte war, und die stoppelfelder noch heller und glänzender schimmerten und leuchteten Stifter 5, 1, 282; dichte weisze thaunebel lagen überm stoppelfeld Brentano 4, 158 (G. Freytag 13, 40; Viebig das schlafende heer 1, 84);

bunt sind schon die wälder,
gelb die stoppelfelder
Salis ged. 53;

der wind fegte mit seinem riesigen besen sand und strohhalme über die stoppelfelder G. Freytag 5, 1 (Erlach volkslieder der Deutschen 4, 35; Ebner-Eschenbach 2, 395); eben schien noch die sonne über die stoppelfelder W. Raabe schüdderump 2, 190;

der wind weht übers stoppelfeld
die schlimme zeit hebt an
Hoffmann v. Fallersleben schr. 3, 129;

im zwielicht ruht das stoppelfeld, nachsommerlüfte wehn,
und fliegend über das falbe land ein jüngling ist zu sehn
G. Keller 10, 60 (friedens ende);

(zur nahrungssuche) auf die stoppelfelder fallen (vom federwilde) vgl. Döbel jägerpract. (1754) 1, 134; die hirtenbuben, die nach der ernte auf stoppelfeldern oder zweimal gemähten wiesen ihr anvertrautes vieh durften weiden lassen J. Rank erinnerungen (deutsche schriftst. aus Böhmen 5, 95); die lieblingspflanze der weiber, der flachs wird 'gelochen' und zum dörren auf die stoppelfelder gebreitet M. Meyr erzähl. aus dem Ries 3, 141; ein armes

[Bd. 19, Sp. 345]


weib ... sammelt auf dem stoppelfelde die zerstreuten halme Rosegger 1, 294;

wann schon die erntewagen, hoch geladen,
hinfahren, von gesang und klang begleitet:
ist auf der stoppelfelder öden pfaden
der ährenlese magres fest bereitet
Uhland ged. 1, 348;

auch: (prächtige schauspiele,) welche auf stoppelfeldern mit berittnen und gewafneten acteurs vorgestellt werden Göthe IV 9, 156 Weim.; ein froher tag wars, als der (papier-) drache das erste mal auf dem neuen stoppelfelde aufstieg G. Freytag verl. handschr. 1, 163. — den jungen gänsen waren die flügel gewachsen, dasz sie am morgen kreischend dem stoppelfelde zuflogen B. Goltz jugendleben 3, 218;

schwarz und scheckigt, und roth, gieng ietzt die blöckende heerde
nach dem stoppelfeld zu
Zachariä poet.-schr. 1, 313;

sie zogen nun mit ein paar jägern und drey hühnerhunden übers stoppelfeld hin Miller Siegwart 1, 228; (die frage,) ob es heute keinen galopp über die stoppelfelder nach Weiszenbach gebe Spielhagen 3, 231 (Polenz Grabenhäger 2, 252). — glaube mir, wir, die im wagen sitzen, habens so schlimm, wie die dort, die barfusz durch die stoppelfelder gehen Auerbach schr. 1, 196 (Gaudy 3, 86). — in gruppen gingen die bewohner hin ... zwischen stoppelfeldern H. Schmid geschichten aus Bayern 281. — mit rücksicht auf die früher sehr hohen stoppeln die von jägern gebrauchte wendung aus dem stoppelfeld zurückkommen (Musäus physiognom. reisen 4, 143); hüthung der schweine in stoppelfeldern allgem. deutsche biblioth. 97, 487 (Ritter erdkunde 8, 560).
2) in scherzhafter übertragung, entsprechend stoppel, f., I 2 a: (ich) fing an, den starken bart mit groszer anmuth einzuseifen. eben so behend und leicht strich ich das stoppelfeld vom boden weg Göthe 25, 17 Weim.; vgl.

sein gemähtes kinn
sah stoppelfeldern nach der ernte gleich Shakespeare 6, 26 (Heinrich IV. I 1, 3).


3) im vergleich: alles ist dahingeflogen, wie ein wolkenschatten auf dem stoppelfelde im herbst Jung-Stilling 4, 713; wenn ich mein ganzes leben hinuntersehe, so ist mir, als wenn ich über ein abgemähtes stoppelfeld blicke Tieck 7, 26; wie es ... abgelebt aussieht, wie auf einem stoppelfelde Willibald Alexis ruhe ist die erste bürgerpflicht 1, 234;

tot ist nun die jugendliche welt,
diese brust, die einst ein himmel füllte,
tot und dürftig, wie ein stoppelfeld
Hölderlin 1, 146 Litzmann.


4) bildlich (für ein ödes, leeres zimmer): aber dem jüngling wurde ... so öde und bange, wie einem, der seine stube im gasthofe ausgeleeret, der die rechnung entrichtet und der nur noch einige minuten in dem rauhen leeren stoppelfelde auf und ab zu gehen hat, bis die pferde kommen Jean Paul Titan 1, 59; (von einer trümmerstätte:)

soll von Antiochus und seiner rache
die stätte predgen bis zum end der zeiten,
das stoppelfeld vom abgehaunen trotz
O. Ludwig 3, 343.

sonst: auszerdem wäre leben ein stoppelfeld ohne vorhergehende ähren Jean Paul 59-60, 226 Hempel; (sie) sammelt ähren auf dem stoppelfelde des lebens Hölderlin 2, 14 Litzmann;

wie der wind zur herbsteszeit
mordend hinsaust in den wäldern,
weht mir die vergangenheit
von des glückes stoppelfeldern
Lenau 35 Barthel.


 
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stoppelfeuer, n., von stoppeln genährt und schnell sich verzehrend; in der form stuppelfeuer:

wie stuppelfewr verschwindt,
und wohl geredte wort zerfahren in den wind,
so auch die lieb, die man durch practiciren bieget
Zinkgref auserles. ged. 58 neudr.

bildlich das stoppelfeuer der begeisterung, welches schnell erlischt; auch das stoppelfeuer seines ruhmes u. ä.:

denn kommts einmal zur schlacht,
so wird das stoppelfeuer bald sich legen
Bodr Montaigne (1793) 5, 507.

[Bd. 19, Sp. 346]



 
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stoppelfieber, n., fieberartige herbstkrankheit (nach geschehner ernte Frisch 2, 340a) seuchenartig 1735 bei den bewohnern von Eiderstedt: von den Eyderstädtischen stoppelfiebern allgem. deutsche biblioth. (anhang) 37-52, 1412, sonst ernteseuche ( Adelung), marschenkrankheit (th. 6 sp. 1676). —
 
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stoppelfink, m., 1) eigentlich 'fink, der auf dem stoppelfelde seine nahrung sucht', so im nördlichen Böhmen eine bezeichnung von 'fringilla monti fringilla L' zeitschr. f. deutsche phil. 21, 210. (Suolahti 113), gewöhnlich bergfink (th. 1 sp. 1510). — 2) spöttisch in der Leipziger studentensprache von den nichtincorporierten studenten (zu belegen seit 1831). s. auch oben fink 3 (th. 3 sp. 1664) und A. Götze zs. f. deutsche wortforschung 8, 107 ff.; zu dem psychologischen grund der Leipziger finkenschaft vgl. auch das unter stolz adj. (oben sp. 232 unter d) bemerkte. in Halle eine bezeichnung der landwirtschaft studierenden (neben dem gewisz gröblicheren mistfink th. 6 sp. 2270 unter 2), vgl. J. Meier Hallische studentenspr. 50. —
 
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stoppelfläche, f., landfläche, welche in der stoppel liegt, aus mehreren stoppelfeldern sich zusammensetzt: auf den weiten stoppelflächen hetzten Donische cosacken verschüchterte hasen Göthe IV 26, 100 Weim. (Naumann vögel 4, 178); die früchte waren eingeheimst und die stoppelflächen lagen fahl zwischen den frischgrünen wiesen Rosegger 6, 132. —

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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