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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stopfwasser bis stopparsch (Bd. 19, Sp. 334 bis 335)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stopfwasser, n., bei Campe an stelle von unten stoppwasser. —
 
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stopfwerg, n., zum verstopfen von öffnungen: stopfwerrig Kramer dict. 2 (1702), 984a; stopfwerg Campe.
 
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stopfwerk, n. ,
1) 'ausbessernde arbeit', insbesondere 'kleinere bauarbeit, ausbesserung eines gebäudes' (eigentlich 'durch ausstopfen der löcher in wand und dach', entsprechend 1stopfen, verb., I 1): quod priorissa et conventus ... singula edificia in pretaota curia cum securi et bipenni fienda videlicet 'magna' carpentarios facere concernentia conservent et edificent, dictique conductores et eorum heredes 'parva edificia', stopffwerk vulg. appellata, suis in expensis faciant et fieri procurent (quelle von 1494) bei Scherz-Oberlin 1577. — auch stopfwerk an den strümpfen: es ist arges stopfwerk.
2) allerlei mittel zum verstopfen: stopfwerck Kramer dict. 2 (1702), 984a; stopfwerk Campe (s. oben stopfhader, stopflappen, -lumpen, -moos, -stübbe, -tuch, -wachs, -werg). in ndd. form stopwerck stuppa Diefenbach gloss. 558a (B. Faber 1587). besonders noch stopfwerk, polsterung tomentum Georges lat.-deutsch. handwb. (1848) 2, 1729.
 
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stopfzange, f.: Beil technol. wörterb 1, 580. —
 
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stopfzu, m., imperativische bildung, wie oben stopfarsch als pflanzenname für 'trifolium arvense L.', seiner stopfenden wirkung wegen Hoffmann von Fallersleben handschr. mittheilung. s. auch oben stopfsloch.
 
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stopine, f., bei Adelung (Jacobsson 4, 305b; Chomel öcon.-physic. lex. 8, 1685). s. unten stoppine.
 
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stöpke, m. (im umkreis der niederen mythologie) name eines kobolds, der seinen ausgang aus niederdeutschem gebiet nimmt; ursprünglich entsprechend stöppel 2 (hochd. stöpfel) 'kleiner kurzer kerl', so noch als kosende schelte du stebje! in Berlin (mündlich von Max Verworn), vielleicht aber schon wieder verblaszt aus der mythischen figur. Jac. Grimm dachte myth. 956 zweifelnd an die herleitung vom deminut. Stephanchen, eine vermuthung, die, besonders vom patronat des heil. Stephan über die pferde aus geurtheilt, den übergang Stöpkes in die natur des wilden jägers (so im Solling) erklären würde; bemerkenswerth ist auch, dasz der heil. Stephan als patron des bisthums Halberstadt damit zugleich auch das wahrscheinliche ausgangsgebiet des Stöpke glaubens beherrscht; an den als attribut steine tragenden heiligen erinnert auch der alterthümliche fetischismus jenes müllers aus Immenrode, der Steppchen in gestalt von sieben feuersteinen in einem leinenen sack trug (zeitschr. d. ver. f. volksk. 12, 66). doch die lautlichen schwierigkeiten (Stephan entspricht ndd. Steffen) lassen nicht mehr als eine begriffliche beeinflussung vermuthen. nieders. götting.-grubenh. Stöpke und Stepke, nordthür. Steppchen (zeitschr. d. ver. f. volksk. 12, 66), so auch in der gaunersprache stepche, stepchen (myth.4 2, 838), obersächs. Stepgen, Stöpgen, in der Maingegend Stebchen, Stäbchen (ebenda). neuen sinn füllt in das verblassende wort badisch Steuble ebenda (ursprünglich wohl die sternschnuppe, wie auch nach südhannoverschem glauben beim fall einer sternschnuppe Stöpke durch den schornstein zu einer hexe ins haus fährt Schambach-Müller nieders. sag. 182 anm.; deshalb auch sein anderer name glûswanz, füerdrâke, weil er mit feurigem schweif durch die luft kommt und seinen freunden geschenke durch den schornstein zubringt 163). sonst besteht aber für unser wort kein sprachlicher zusammenhang mit staub (s. auch th. 10, 2 sp. 1069 unter I 1). schön aber paszt zur obigen zusammenstellung von Stöpke mit stöpfel (m.) die thüringische nebenform seines namens Stöpfel (myth.4 2, 838), und man wird von hier aus mit einiger wahrscheinlichkeit aus der sippe 1stopfen, verb., etwa in dem begriff 'einem etwas in den sack stopfen, ihn bereichern' weitere vertiefung für

[Bd. 19, Sp. 335]


seinen koboldcharakter suchen dürfen; doch auch der gedanke an den stöpsel einer flasche (wie die herabfallende sternschnuppe für den beschauer einem stöpsel gleich in den schornstein eines hauses zu fahren scheint) mag daneben mit recht erwogen werden. nordthür. heiszt es von einem, der unerklärlich reich wird: dem hats Steppchen gebracht R. Reichhardt in der zeitschr. d. ver. f. volksk. 12, 66; ein theil seines kostüms erscheint ebenda in der neckerei der kinder: Steppchen mit deinem roten käppchen, was macht denn deine gans? — er nimmt dann auch züge aus anderen naturdämonischen kreisen an; so heiszt es in Denkershausen bei Northeim: dat hat Stöpke langet, wenn ein wirbelwind das heu in die höhe nimmt; in Knutbühren bei Göttingen geht Stöpke durch die felder, wenn starkes schneetreiben ist, und wird zuletzt überhaupt zu einer bezeichnung des teufels, so in der übersetzung eines norwegischen märchens vom geprellten teufel: 'in der weihnachtsnacht kommt stets der gottseibeiuns leibhaftig hier ins haus.' das hätte keine noth, meinte der reisende; ... es dauerte aber nur kurze zeit, so erbebten die mauern und Stöpke kam angeflogen κρυπταδια 1, 298. ansatz dazu liegt schon in der nordthüring. redensart den hat Steppchen auf den kopf geschlagen von einem, der sich erhängt hat R. Reichhardt a. a. o. in Wibbecke im Solling ist Stöpke der oberste hexenmeister; er hat immer mehrere frauen im dorf, welche ihm unterthan sind.
 
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stöpling, m., s. unten stöppling.
 
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stopp, stop, interjection 'halt!' zu unten stoppen, verb. stop! als zuruf auf den schiffen, um ein ablaufendes tau zu stoppen (s. dort unter 1 a) Campe. was uns mehr als alles andere nöthig wird, ist endlich stop! zu rufen und das viele neue sich gestalten und im volke einleben zu lassen G. Freytag an Stosch 255; auch in der zusammenstellung halt, stopp! 'nicht weiter!' vgl. das folgende.
 
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stopp, stop, m., der 'einhalt', das 'haltmachen', entwickelt aus der vorigen interject.: sobald die seele Christi einen stop macht und spricht: halt, da ist was zu genieszen, zu essen, zu trinken, ein segen zu empfangen; so empfängt man ihn mit bewegung Zinzendorf kinderreden (1758) 302; auf einen, in einem stopp (stupp) auf knall und fall Kehrein nassauische volksspr. 1, 393. s. auch unten stopmachen, verb.
 
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stopparsch, m., s. oben stopfarsch.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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