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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stopfer bis stopffisch (Bd. 19, Sp. 328 bis 330)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stopfer, m. , einer der stopft, s. auch oben stopf, m., stopfen, m. (dann auch stopfel, m., stöpsel, m.); selten mit umlaut: stöpfer, stopfer stoppatore, turatore Kramer dict. 2 (1702), 984a, elsäss. stöpfer (stèpfer) neben stopfer Martin-Lienhart 2, 608b und ndd. stöpper unter 1 bei Hondorf.
1) von personen; allgemein entsprechend 1stopfen, verb., I: stopffer stipator Diefenbach gloss. 553a (anf. 16. jh.)
a) (zu 1stopfen, verb., I 1 b) der dachdecker, stopffer saratecta, sarcitectus 512a (gemma gemmarum anf. 16 jh.) ndd. stopper ebenda (ausgabe von 1507). — der stopfer, welcher die lecke eines schiffes ausbessert (verstopft), der kalfaterer; in der zusammensetzung schiffstopfer (th. 9 sp. 102) schon bei Kramer dict. 2 (1702), 984a. — ein berufsmäsziger ausbesserer von tüchern, weiszzeug, kanten u. s. w. (entsprechend 1stopfen, verb., I 1 c) Krünitz 174, 498.
b) im übergang zu 1stopfen, verb., II: die stöpper seynd diejenigen, welche die, mit saltz beladene wagen, auf der seiten mit stroh, oben aber mit einem zugespeilten tuche ... verwahren Hondorf saltzwerck zu Halle (1670) 85; bei Adelung als stopfer 'packer'; vgl. auch DWB stöpferknecht, DWB stöpfermeister und DWB stopfgeld n.zu 1stopfen verb., II 2 b (und c): stopfer der geselle des schlachters, welcher sich hauptsächlich mit dem wurstmachen beschäftigt, die wurst stopft (s. 1stopfen verb. II 2 b) Krünitz 174, 498; auch berufsmäsziger mäster von federvieh (ebenda).
2) als gerät:
a) entsprechend 1stopfen, verb., I wie stöpfel, stöpsel und stopfen, m., 1 ein verschlusz, pfropfen: stopffer Rädlein 847b; etliche lassen auf den glaszhütten solche gläsine zapfen oder stopfer machen Lonicerus kreuterbuch (1593) 12b; memento mori, alter moralist, bis der stopfer aus der bouteille springt maler Müller 2, 177; der stopfer des glases wird (gelüftet) Liebig handbuch der chemie (1843) 541; Muspratt chemie 5, 247. — der propfen beim gewehr Martin-Lienhart 2, 608b; in niederd. form stopper des pulverhorns Stahl gewehrgerecht. jäger (1762) 164.
b) zum hineinstopfen dienlich (entsprechend 1stopfen verb., II) wie pfeifenstopfer (th. 7 sp. 1652 pfeifenstopfer stoppatore di pippe à tabacca Kramer dict. 2 [1702], 984a) und tabackstopfer (th. 11 sp. 5): soll einen ieden gesellschafter frei stehen, nach seinen gefallen lange oder kurtze tobackspfeifen zu führen, und soll dabei ein wollzubereitetes höltzlein haben, welches er sowoll zum stopfer gebrauchen, als auch ... Michael Kautzsch politische und lustige tobacksbrüder (1684) 84; tabakspfeifenräumer und stopfer Naumann vögel 9, 275;

wie oft geschieht's nicht bei dem rauchen,
dasz, wenn der stopfer nicht zur hand,
man pflegt die finger zu gebrauchen
Böhme volksthüml. lieder der Deutschen im 18. u. 19. jh. 482.

in ndd. form stopper: ist auch taback drinne (in der rauchtabacksdose) und der stopper? Lessing 2, 541 (schlaftrunk 1, 9).
c) ein geräth zum unterstopfen (feststopfen) von erde

[Bd. 19, Sp. 329]


und kies unter eisenbahnschwellen Mothes 4, 276; Hoyer-Kreuter 1, 736.
d) stopfer ein rundes holz, welches, in den beschädigten strumpf geschoben, die stopfarbeit erleichtert (zu 1stopfen, verb., I 1 c); sonst in länglicher form auch stopfei, n.
e) nur als übertragung von dem gebrauch unter 2 a: stopfer in der pfeifenfabrication das werkzeug, welches die ursprünglich massiv geformten pfeifenköpfe aushöhlt, ein eiserner kegel an einem holzgriff Krünitz 174, 498 (Muspratt chemie 8, 1042).
f) obsc. der stopfer penis (elsässisch) anthropophyt. 2, 263.
3) stopfer ein ableger von blumen (wie sonst steckling (th. 10, 2 sp. 1365) entsprechend 1stopfen, verb., III 5 (sp. 324) hessisch Campe.
4) seemännisch stopfer plur.; niederd. stoppers kurze tauenden, welche zum flicken zerrissener schiffstaue benützt werden Adelung.
5) als bildung zu 1stopfen, verb., II 2 c (vgl. unten stopfnudel): der stopfer, eine mehlspeise der holzarbeiter im gebirge, dann überhaupt jede dick gekochte speise wie suppe, brei u. s. w. Schmeller2 2, 774; jede dicke speise, in welcher der löffel aufrecht stehen bleibt, besonders in Oberschwaben eine aus teigknollen und milch bereitete schlechte fastenspeise, welche arme leute essen Birlinger wb. zum volksthümlichen aus Schwaben 86, deshalb auch bettelmann genannt. vgl. noch als eine völlige entsprechung stampf (th. 10, 2 sp. 676 unter 5 c), nicht nur ein durch stampfen hergerichteter brei.
6) ein festtag, an welchem tüchtig geschmaust wird, wo die gäste von dem wirth sich stopfen lassen müssen (s. unter III 3); stopper taufschmaus Petters stoffsammlung 17. in der Oberpfalz auf den stopfer gên eine hochzeit erst am zweiten tag besuchen Schmeller2 2, 774, d. h. um sich an den sehr reichlichen resten des mahles zu sättigen (s. 1stopfen, verb., IV 3); allgemein auch von kindern, welche bei solcher gelegenheit ihre zu gaste geladenen eltern aufsuchen (wobei denn der begriff durch 1stopfen, verb., II c besonders unter β seine eigene färbung erhält), wie sonst auf die geibe gehen (th. 4, 1, 2 sp. 2558 unter geiben, verb.).
 
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stopfer, m., oben zu 2stopfen, verb.: sie (die spukgesellen) stopfen laut mit ihren groszen stecken, daher werden sie ... im landt die stopfer genannt Kirchhof wendunmuth 3, 214.
 
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stopferei, f. , nach Campe beides in verächtlichem sinne:
1) handlung des stopfens.
2) eine gestopfte arbeit, so von einem schlecht gestopften strumpf (nach 1stopfen, verb., I 1 c).
 
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stopferin, f.
1) entsprechend stopfer, m., 1 (besonders zu 1stopfen, verb., I 1 c).
2) entsprechend 1stopfen, verb., II 2 c eine frau, welche gewerbsmäszig das stopfen der gänse betreibt: herzensergieszungen einer gänsestopferin gedicht von Daniel Hirtz (elsäss. gänsstopferen Martin-Lienhart 2, 608b).
 
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stöpferknecht, m., im Hallischen salzhandelbetrieb in ndd. formung stöpperknecht der knecht des stöppers (s. 1stopfer, m., unter 1 b): ein stöpperknecht krieget vor jeden wagen sechs pfennige Hondorf (1670) 87; der älteste stöpperknecht 88.
 
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stöpferlein, n. deminut., elsäss. stöpferle Martin-Lienhart 2, 608b.
1) zu stopfer 2 a petschirter flaschenwein: do langen keine drissig liter, do muss stöpferle hëre ebenda; auch in der zusammensetzung stöpferlewein.
2) wohl als bildliche übertragung des vorigen 'hieb mit worten' ebenda (oder zu der wendung einem das maul stopfen unter stopfen verb. I 4 a [sp. 313]).
 
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stöpfermeister, m., der vorgesetzte, vielleicht älteste der stöpper (s. 1stopfer 1 b): die stöpper geben den ihrigen (verdienst) dem stöppermeister Hondorf saltzwerck zu Halle (1670) 86.
 
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stopfern, verb. (frequentative bildung), eigentlich 'mit kleinen, fein aneinandergesetzten stichen stopfen' (s. 1stopfen verb. I 1) von Campe belegt in der übertragenen bedeutung 'mit kleinen abgestoszenen schritten gehen' besonders von kindern; doch vielleicht auch zu stapfen, verb. (th. 10, 2 sp. 864) gebildet, entsprechend laufern, springern, tanzern; vgl. Jac. Grimm gramm. 2, 993.

[Bd. 19, Sp. 330]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stopffaden, m., faden zum stopfen (zu I 1 c) und feiner als der ursprüngliche faden des gewirks Dillmont weibl. handarb. 252. —
 
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stopffarbe, f., 1) eine aus umbra, terpentin und firnisz bestehende farbe, welche von den malern zur ausbesserung von schadhaften stellen in einem gemälde benützt wird (wohl eine übertragung des gebrauchs unter 1stopfen verb. I 1 c). — 2) als eine übertragung des vorigen wieder stopffarbe glaserkitt (Köln. ztg. 1873, 24. juni), welcher auch gewöhnlich der umgebenden farbe entsprechend ein wenig eingefärbt wird. auch sonst ein zum verschmieren der holzritzen dienender kitt Mothes 4, 276. —
 
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stopffisch, m., eine benennung des an den schiffswänden sich festsaugenden meerfisches echeneis L in seinen verschiedenen arten Klein bei Campe (wohl weil er gleichsam die schiffsfugen verstopft unter 1stopfen verb. I 1 b), sonst auch sauger (th. 8 sp. 1893 unter 2 b) und schiffhalter (th. 9 sp. 81) genannt.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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