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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stolzverzerrt bis stopfarbeit (Bd. 19, Sp. 305 bis 306)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stolzverzerrt, adj.:

wie luftig und verschwimmend sie (die gestalten) auch schienen,
bemerkt ich dennoch auf dem einen antlitz
die stolzverzerrten züge eines mannes
Heine 2, 326 Elster.


 
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stolzverziert, adj.:

der leichtgehobne fusz der stolzverzierten pferde
Zachariä poet. schr. 1, 193.


 
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stolzwallend, adj.:

zerflieszender spiegel und silberne fluht,
lege nun deine stolzwallende wellen
Harsdörffer frauenzimmergesprechspiele 4, 51.


 
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stolzwerden, n.: was ihr wegen stolzwerden g'sagt habt, da habt ihr nix zu befürchten Nestroy 1, 55.
 
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stolzzornmütig, adj. dazu stolzzornmütigkeit, f.: bei seiner unleidlichen stolzzornmüthigkeit, von der wir buchstäblich arm- und beinabschlagen fürchten Lavater an Herder (aus Herders nachlasz 2, 189).
 
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stompax, m. (schelte) s. unten stumpax.
 
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stop, m., n., niederdeutsches masz; mit der nebenform stof (sp. 140), ursprünglich entsprechend hochdeutsch stauf (th. 10, 2 sp. 1169ff., s. dort die entwicklung zum maszbegriff unter 3) ein becherförmiges trinkgeräth, so bei Lauremberg in niederdeutsch pointierter wendung:

ihr drincket aus dem becher, wy drincken uth dem stope schertzged. 4, 637;

hofbeker vel stôp scyphus Chytraeus bei Diefenbach gloss. 518c; neben gelte (th. 4, 1, 2 sp. 3062) 554b; mit emmeren, balligen, groete schalen, groete giften, kannen und kroesen, stoepen, wo idt mag genoemt werden quelle bei Schiller-Lübben 4, 413b (oe zur bezeichnung von ô); III koppe van albastere unde III stope van albastere Wismarer invent. ebenda; 1 maser (ahornen) stop myt sulwer ebenda; de rhat schenkede dem cardinale ... einen sülvern vergülden stop, 87 gulden wehrt quelle im brem. nieders. wb. 4, 1048; he vorede veide so lange, dat he nich einen sulveren stop meher hedde, dar he uth drinken konde Lübecker chron. 2, 700; (aus einem testament:) noch geve ick minen groten stoep in Marienkercke tho bruken am guden donnerhedage thom aventmalle Pyl pommer. gesch. denkm. 2, 196. — er ist ohne fusz und ähnelt dem eimer, vgl. ags. stoppa eimer Bosworth-Toller 924a, alts. stoppo botholicula Wadstein s. 111b, 40, deshalb als melkkübel eyn stoep tzo melcken sinum Diefenbach gloss. 537b (Kölner gemma gemmarum von 1507, eyn stôp to melken gloss. hor. belg. 7, 5); ein hauswirtschaftliches gerät (etwa zur aufnahme von allerlei abfall bestimmt) und nicht das prunkstück der tafel, dient wohl als bild der vorstellung vom höllenschlund:

darumme so warp unse leve here got
den enghel yn der hellen stop
uthe deme hemmele laiendoctr. 122c bei
Schiller-Lübben 4, 413b.

als bestimmtes masz, entsprechend dän. stob 'eine halbe kanne' (das wohl aus dem niederd. entlehnt) und nach Adelung dem stübchen (s. unten) begrifflich gleich zu rechnen. so (neben stof oben sp. 140 und nachträglich dazu) ist stof ein Danziger masz; die Danziger bierfässer haben 180 stof, oder 81 Antwerpische stop, oder 486 pfund Chomel öcon. physic. lex. 8, 1681; vgl. eine gesindestube gibt es hier zu lande weit und breit nur bei mir; und ich werde weidlich ausgelacht, dasz ich noch licht und heizung im winter dazuthue, und an sonntagen ein paar stoof bier Goltz ein jugendleben 1, 282. — doch im übrigen hat das masz örtlich verschiedene grösze, so füllt der holl. stoop in Amsterdam 120, in Antwerpen 159, in Rotterdam 129 Pariser kubikzoll; in Danzig für bier 116 (für wein sogar nur 86, für milch 84), in Königsberg 72 und in Reval nur 60 Par. kubikzoll, vgl. Krünitz 174, 494. nach Chomel 8, 376 faszt das Dortrechter fasz (zwei fässer eine roede) 500 stoopen; ein

[Bd. 19, Sp. 306]


stoop aber enthält zwei kannen oder pot. — diese unsicherheit fester maszbestimmung gilt ähnlich und mehr auch für die älteren belege: wi (die böttcher) scholen maken ene jewelke tunnen van twe unde negentich stopen, de halve tunnen van 46 stopen, dat verdendel van 23 stopen monument. Livon. 4, 315; we begrepen werth myth eynen falschen beckere effte stope Rigisches stadtrecht 41; domino Henrico comiti in Honsteyn 4 maldra et 4 stope vini, et fuerunt propinati militaribus 76 stope vini divisim Göttinger statuten 44 anm. (v. j. 1374) und entsprechend mittellat. stopa: et si aliquis eorum (der wachhabenden rathmänner) ... negligens fuerit, dabit unam stopam vini in penam 149 (v. j. 1433), vgl. dazu Diefenbach gloss. 554b; nov. gloss. 349b. — zuletzt als masz auch auf andere waaren ausgedehnt, so een stoep botter oder achtendeelken als erläuterung zu una stopa butiri in einem latein. geschriebenen kaufbrief von 1325, bezw. 1494 bei Cassel Bremensia 2, 83 (vgl. brem. nieders. wb, 4, 1048); stop als getreidemasz Jacobsson 7, 460a.
 
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stöpe, f., niederdeutscher terminus im deichbau, entsprechend holl. stoepe (in der doppelheit rijstoepen und gangstoepen, letztere nur für fuszgängerverkehr); zu hochd. 1stopfen, verb., I 1. 2., in der bedeutung verstopfen (?): 'queröffnung durch einen deich, um hindurchfahren zu können' Mothes baulexicon 4, 276; Benzler lexic. der beym deichbau vork. kunstwörter (1792) 2, 196. — dazu stöpenloch, n., eine schmale stöpe Mothes a. a. o. plur. stöpenlöcher Benzler a. a. o.
 
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stopf, m., wie unten stopfen, m., stopfer und stopsel, m.: stoppaglio, stoppone, turaccio, turacciuolo, turaglio Kramer dict. (1702) 2, 984a; stopf zu einem stück stoppone, stoppaglio di cannone (ebenda); vgl. aachen. stop pfropfen, stöpfel Müller-Weitz 237. stopf auch mörtel aus thon und vielem sand, womit das stichloch des hochofens verschlossen wird Mothes baulexicon 4, 276 (s. dazu unten stopfholz 1); in der zusammensetzung nothstopf (th. 7 sp. 954) und hier auch in übertragener bedeutung soll ich der nothstopf seyn? son' io forse qui per turare ò riempire il vacuo? Kramer dict. 2 (1702), 143a. — aach. stop (entsprechend 1stopfen verb. I 1 c) das gestopfte der strümpfe Müller-Weitz a. o.
 
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stopf, interjection 'halt!' wie das gebräuchlichere ndd. stopp (s. unten) Campe.
 
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stopfarbeit, f., 1) arbeit des stopfens, so im eisenbahnbauwesen beim legen der gleise (entsprechend 1stopfen, verb. I) Alten handbuch für heer und flotte 2, 239. 2) durch stopfen (verb. I 1 c) hergestellte weibliche handarbeit Dillmont weibl. handarb. 32.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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