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stolzmütig bis stolzsanft (Bd. 19, Sp. 303 bis 304)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stolzmütig, adj., mit stolzem, anmaszendem, hochfahrendem mut, sinn, ähnlich wie hochmütig (th. 4, 2 sp. 1628), übermütig und im gegensatz zu demütig (th. 2 sp. 921) und sanftmütig (th. 8 sp. 1787), deren wirkung bei unserer wortbildung mit in anschlag zu bringen ist, doch schon mhd. stolzmüete.

iedoh vorhter den tôt,
swî stolzmûte sô er was
Lamprecht Alexander 6697 Kinzel.

die form ohne umlaut ist selten: von ihren stoltzmutigem vornhemen abstehen deutsche städtechron. 27, 205, hier im sinne der umgelauteten form, während stolzmutig sonst einen gehobenen sinn hat 'mutig aus edlem stolz heraus' stolz und mutig' ein stolzmutiger reiter; vgl. DWB da (die soldaten, die zum heere herzog Albas wollten) nun stoltzmuttig durch die statt (Straszburg) kamen Imlinsche chronik (Alsatia 10, 453); dieser sinn geht aber der umgelauteten form mehr und mehr verloren: Nemroth ein risz und stolzmüttig man Franck chronica 10b; dann als Philippus, der künig z Franckreich, z Parisz in groszer versamlung sich von Bonifacio dem stoltzmütigen bapst zgefügter beschwerdt, item auch des unbillichen eingangs in sein bapstumb rüget, dargab und verklaget, da ergrimmet Bonifacius 192b. auch:

unser herr thet sie nit gewehrn
und entbott in an diesem orth
trutzig, stoltzmütige hönwort
Hans Sach 15, 77 Keller-Götze.

stolzmütig sein, werden u. s. w. (sie sind) jedoch von wegen das sie den krieg jetzt lang gefürt hetten, stoltzmütig gewesen, und jhrer kriegsrüstung sich gnugsam getröstet Xylander Polybius (1574) 70; wegen so häufiger sig, die besagter risz und fleischthurn (Goliath) von seinen feinden getragen, war er also stoltzmüthig worden, dasz er glaubte, seines gleichen finde man nit auf erden Abraham a S. Clara Judas 4, 44. neben entsprechenden begriffen:

er sey zu kirchen oder strasz,
so dunckt er sich doch besser sein,
dann seins geleichen inn gemein,
und ist hochtragend, alzeyt üppig,
stolzmütig, prechtig und aufschnüppig
Hans Sachs 3, 372 Keller;

wie magst in so vil brechen dein
hoffertig und stolzmütig sein? 20, 493 Keller-Götze;

als reines adverb.:

nun uber etlich jar und tag,
weil er also tyrannisiert
und also stoltzmütig regiert,
der adel ein bund zammen schwur 4, 86 Keller;

herunter zu nidrigen dingen!
thut euch nit stoltzmütig aufschwingen 15, 407 Keller-Götze;

an dem (brief) stund gmalt ein hohes haus,
daran reckt an einr stangen raus
ein junckfraw einen jüngeling,
welcher in einem korbe hieng,
mit schönen kleidern angethan.
in dem korb er stolzmütig stan,
sam wer sein sach starck, fest und gwis 21, 259 Keller-Götze;

d' Pandurenth'resel stolzmüthig floriert
mit ihren soldaten
Ditfurth volkslieder des bayer. heeres (1871) 58.


 
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stolzmütigkeit, f., zum vorigen: darnach sprachen sie aus erplasner stoltzmütigkeyt, dein gotheyt mit honspottlichen taydingen belachende, er hat in got getrawt Hertzmaner 130a.
 
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stolznachlässig, adj.: die stolznachlässige sicherheit in den gebärden hatte einer nervösen beweglichkeit platz gemacht Marlitt heideprinzesschen 246. —
 
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stolznäschen, n., halb kosende, halb spöttische bezeichnung eines stolzthuers; eigentlich 'der seine nase (sein näschen) stolz in die luft hebt' du stolznäschen dort Lavater physiognom. fragm. 4, 103. —
 
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stolznobel, adj.: (die)

[Bd. 19, Sp. 304]


stolznoble, beinahe steife haltung (der tochter) Goltz jugendleben 2. 274.
 
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stolzprächtig, adj., von stolzer pracht, üppigkeit: hochmütig frevel, stoltzbrechtig Thurneysser alchymia 2, 106; stoltzprächtiges wesen Schottel teutsche haubtsprache 445.
 
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stolzragend, adj.: (man erbaute dem Beowulf) den stolzragenden grabhügel auf dem vorgebirge, wo die seefahrer von weither ihn sahen Andr. Heusler urväterhort 13b. —
 
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stolzredend, adj. (vgl. DWB stolz, adj., 8 f): die dankopfer meines stolzredenden mundes Schottel friedens sieg 21 neudr.
 
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stolzreim, m.: diesen reim sprach sie ihm (die frau ihrem manne) vor und er ihr ... nach, bis er endlich vermeinte, er hätt ihn gar gefressen; käute ihn deswegen die ganze nacht, wie jener bäurin sohn seinen stolzreim, bis es tag wurde Simrock deutsche volksbücher 5, 58 (Schildbürger). —
 
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stolzrudernd, adj.:

hinsank all sein stolzrudernd
nun verlorenes, verlorenes geschwader!
Droysen Äschylus (1841) 253.


 
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stolzsanft, adj.: der tritt des pferdes ist stolzsanft mit gehaltenem muthe Lavater physiognom. fragm. 3, 12, 10. —

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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