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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stolziererei bis stolzköpfig (Bd. 19, Sp. 299 bis 300)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stolziererei, f., sitte, gewohnheit, neigung zu stolzieren, thätigkeit des stolzierens: in romanen gefällt uns fremde liebe und stolziererei und empfindelei; — aber drüber hinaus schlecht Jean Paul 27, 3 (flegeljahre 2). vgl. auch stolzieren, subst. (bei dem verb. unter 4).
 
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stolzierig, adj., zum stolzieren geneigt u. ä.: stolziricht wie unten stolziglich und oben stolzhaft Stieler 2179.
 
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stolzierschritt, m., beim militär: also zum avanciren wäre der geschwindschritt am brauchbarsten, und statt des lächerlichen stolzierschrittes 76 in einer minute einzuführen A. H. von Bülow der feldzug von 1800 (1801) 467, ähnlich, doch nicht gleich unserm paradeschritt.
 
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stolzierteufel, m., teufel des stolzes und hochmuths; hier in geistlicher sphäre: dadurch zerrüttung seiner lieben kirchen, und unterdrückung seines heiligen worts, der schand stoltzierteufel, unter dem langen mantel verborgen, bei uns und unsern nachkommen anzurichten sich unterstehet Andreas Rosa practica (1571) C 1a.
 
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stolzierung, f., superbia, arrogantia, tumescentia, nimia aestimatio sui Stieler 2178 (Kramer dict. 2, 983c); (die hausfrau soll) keinen überflusz, pracht noch stoltzirung in den kleidern treiben Hohberg georgica 1, 189; armer leute stolzirung ostentatio falsa et inepta Stieler 2178 (vgl. DWB bettelstolz th. 1 sp. 1732 und stolz, adj. 1 c). auch in der zusammensetzung wortstolzirung gloriatio, jactatio, venditatio (ebenda).
 
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stolzig, adj. zu stolz. im folgenden wohl in anlehnung an zornig und unter dem zwang des rhythmus:

hänge ich kränze auf an ihrer vorhalle fenster,
tritt sie zornig mit stolzigen füszen darauf
Arndt 6, 103.


 
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stolzigkeit, f., wie oben das gewöhnlichere stolzheit; bei Stieler 2178 als seltenes wort; stolzikait arrogantia Diefenbach gloss. 50c; vgl. mndl. stoutigheyd (neben stoutheyd) audacia Kilian, nndl. stouticheit. — als stolczkeit vanitas Diefenbach gloss. 606b (vocab. v. 1482); hochmt, stoltzkeit Riederer spiegel der waren rhetoric f 3b; usz barer hochfart, ungerechtikait, stolzkait und vermessenheit J. von Watt 1, 471;

was soll die stoltzkeit und der bracht? schweiz. schausp. des 16. jahrhs. 2, 29 Bächtold.


 
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stolziglich, adv., auf stolze art, weise; erst frühneuhochdeutsch, und nicht nothwendig zu vorausliegendem stolzig (s. oben) gebildet: weil sie jtzt beide, gottes wort und zeichen, so sicher und stoltziglich verachtet haben Luther 34, 2, 473 Weim. (sonst bei ihm mit umlaut, s. unten); (die juden,) welche stoltzigklich fürgaben, sie weren Abrahams samen Mathesius werke 3, 342; wie Staphilus stoltziglich und vbermütig aus Cicero her pralet Syrach 2, 104a; (der pabst) wieder den keiser, dem er auch gantz stoltziglich schreib, und in strafte als einen ungehorsamen sohn Nigrinus papist. inquisition 429; ein hirsch ... erfreut sich stoltziglich über seine starcke geweich Harsdörffer frauenzimmergesprechsp. 2, 68 (vgl. teutsch. secretarius 2, A 2b); stolziglich reden sublatius dicere, praedicatione sese efferre Stieler 2179; stolziglich schelten ferociter increpare (ebenda);

diselbige (fremden völker) lange zeit haben mit unserer kunste
alleyn sehr stoltziglich gepranget unpilliglich Gargantua (2) 54 neudr. (vgl.
Lessing 8, 47);

er lestert, fluchet, schilt, er raset, wütt und schreyt,
und fordert stoltziglich den Roland in den streit
Diedr. v. d. Werder rasender Roland (1636) 96.

bei Hans Sachs im reim:

ich möcht sonst, wo ich würd zu reich,
verleugnen und sprechen stoltzigleich:
wer ist der herr? 19, 362 Keller-Götze;

[Bd. 19, Sp. 300]



er hat gehandelt stoltzigleich,
verachtet unser beider raht
und seinem kopf gefolget hat 13, 501 Keller-Götze.

mit umlaut: alle menschen auf erden stöltziglich und hochmütiglich verachten Luther 8, 58b; wenn wir sehen, wie gar sicher und stöltziglich die gottlosen gottes wort verachten bibel 7, 336 Bindseil; meine feinde versencken mich teglich, denn viel streiten wider mich stöltziglich psalm 56, 3; sie würden trotzig und stöltziglich sagen Melanchthon-Jonas von rechter vergleichung in der religion sachen f 6; und fuhre ihm Benedictus Caietanus stöltziglich uber das maul Nigrinus papist. inquisition 498; die wellenberge mögen ihre ufer nicht überfahren, und die anreinende thäler der erden stöltziglich durchrauschen Harsdörffer frauenzimmergesprechspiele 5, 111.
 
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stolzist, m., wohl unter dem einflusz des vorhergehenden sophist von einem, der anspruchsvoll sich über religiöse fragen äuszert: ein ausdruck, der alle möglichkeit schlagwortartiger verwendung (vgl. die diese sphäre schildernden belege unter stolziglich) in sich barg, aber doch über nur vereinzelten gebrauch nicht hinausgekommen ist: der pfarrer meyster Hans Rotbart, ein alter Tübingischer sophist und stoltzist, ist dem prediger nit hold gewesen Eberlin von Günzburg 3, 168 neudr., vgl. auch oben den geistlichen stolz (4 h sp. 274).
 
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stolzjungfräulich, adj. (vgl. DWB stolz, adj., 2 b): war ihr stolzjungfräuliches herz ... doch endlich überwunden worden? Goltz jugendleben 1, 189.
 
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stolzköpfig, adj., (neben halsstarrig:) aber den rhum hab ich: also stoltzkopfisch und halstarrig bin ich (so die hds., der druck hat stoltzköpffig) Luther 33, 528, 35 Weim.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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