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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stolzbrennend bis stolzen (Bd. 19, Sp. 284 bis 285)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stolzbrennend, adj., in einem landschaftsbilde bei Jean Paul: hinter den kuppeln und rauchsäulen der (im goldigen sonnenlicht) stolzbrennenden stadt 15-18, 223 Hempel, eine weitere ausführung von oben stolz, adj., 7 b.
 
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stolzdräuend, adj.: von stolzen drohungen erfüllt, getragen:

der den tragischen klang, des gesangs stolzdräuende töne
mit gewaltiger macht hat gethürmet zuerst
Arndt werke 6, 59.

heute stolzdrohend, adj.: stolzdrohende worte. —
 
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stolzdumm, adj.: dasz gewisz kein schläfriger censor oder stolzdummer oder dummstolzer inquisitor zur entscheidung (dieser frage) gehöret Herder 9, 360. —
 
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stolzdürftig, adj.: verzeihets dem morgenländer, dasz er von dieser stolzdürftigen scheinpracht nichts wuste Herder 6, 47.
 
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stölze, f., zu stolz, adj. in der Schweiz vielleicht in gelehrter anlehnung an lat. superbia oder mehr volksthümlich an entsprechende begriffe wie die hoffart, pracht, üppigkeit u. ä., und aus einer auch sonst vorhandenen neigung des dialects heraus, gebildet, so in der Zürcher bibel: dann der tag des herren der heerschaaren wirdt gon über alle stölze und hochmut Jesaias 2, 12; darum tenet sich die käl der helle und thut jren schlund über die masz weit auf, dasz die stölze, pracht und klugheit, sampt denen die darin fröud habend, darein faren mögind 5, 14; könnends also mit stölze und hohem herzen sagen 9, 9; gott wirdt die stölze mit forcht hinnemen 10, 33; die hurey des weybs wirdt in der stölze der augen und augliedern gespürt Jes. Sirach 26, 12 (Ägidius Albertinus Lucifers königreich 225); David gab der teufel ein stöltze in, das er thett das gott übel gefiel O. Brunnfels pandectbüchlin (1528) 178b; stöltze mag nicht allain in sauber, gter klaidung, sonder auch in ainem hänffin kittel sein Mayr sprüchwörter (1567) C 4a; so auch in den wörterbüchern der Zürcher Frisius (die stöltze protervitas 1083b, jactantia 640a; stöltze, vermässenheit, hochmt arrogantia 121b; fräfenheit, verwägenheit, stöltze, vermässenheit audacia 137a; ungehorsame, unbendigkeit, verachtung der elteren,

[Bd. 19, Sp. 285]


stöltze contumacia 326b; ist z einer sölichen stöltze kommen, oder so stoltz worden eo insolentiae processit 475a) und Maaler (sy lassend ein wenig nach von irer stöltze corda ferocia ponunt 389c; ein stöltze und hochmt, der nit mag erlitten werden gravis atque intolerabilis arrogantia, ebenda) — aber ein zydtlang fürstohn und dannethin ein zydt syn underthon, nimpt hin die stöltze und machet gemeynsam schweizer. schauspiele 1, 134 Bächtold; (die greifen) mit jrem hohen flug ein zeichen der hoffart und stöltze Gesner-Forer thierbuch 2, 75. — doch auch ohne umlaut: darz schreybt Aelianus, dasz die stt so stoltze mit jrer mäny ... habe, dasz sy auch kein springenden esel derselben halb dulde 1, 50 und vereinzelt auch in wörterbüchern stoltze, hochtragenheit, vbermut insolentia Calepinus 739b; grimme, stoltze ferocia 556a. — in mehr mundartlicher form: hoffart, vbermut, stöltzi, vppigkeit, laster Paracelsus opera 2, 479.
 
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stolzeinhertretend, adj., (hier bildlich:) mit diesen stolzeinhertretenden werken allgem. deutsche bibl. 87, 381. —
 
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stolzeinsam, adj., vgl. das subst. die leiden der französischen könige, diese leiden um den verlust einer welt, ihr findet sie nicht im volksstolzen Paris, ... ihr findet sie in der gebrochenen stolzeinsamkeit der französischen lustschlösser Laube 4, 3.
 
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stolzel, stölzel, m., stümperhafter groszthuer und prahlhans, besonders als gelehrte schelte (s. auch unten stölzler): so soltu wissen lieber meister stöltzel, das Christus von solchen unterschieden ... nicht weis Barth weiberspiegel (1565) V 8a; ohne umlaut:

es trug sich zu vor siebnzehn jarn,
das ein bösz nest voll füchse warn (gemeint sind die cryptocalvinisten)
nicht weit von hier, ein stolzel drunter der postreutter (1591) E 3a;

in der gesellschaft des ehrwürdigeren Neidhart (s. th. 7 sp. 559) auch als fingierter eigenname (wenn auch noch in gattungbezeichnender verwendung): doch ist nie keiner gewesen, der es allen gemacht, dasz es jhnen gefallen, ... weil bruder Neidhart und Stoltzel niemand unbeklittert lassen Nigrinus von zäuberern (1592) 4a vorr.auch geradezu als dämonisches wesen, welches auf den menschen einflusz gewinnen will, so in der redensart: disz sollen wir ... wol bemercken, wenn uns der stöltzel beiszen will ..., das wir menschen und erde, staub und asche seind Mathesius Syrach 2, 63a wie sonst der geck, m. (th. 4, 1, 1 sp. 1920 unter II 5 d.)
 
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stölzeln, verb. zum vorigen (davon wieder gebildet unten stölzler, m., und stölzlerin, f.): stölzelen (part. gestölzelet) altius se extollere, superbia intumescere Stieler 2179, vgl. unten das mit lehnsuffix gebildete stolzieren, verb., und stolzen, verb.
 
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stolzempfindlich, adj.; im folgenden mehr im sinne von stolzempfindend: steht denn mein herr ... nicht tief unter ... dem stolzempfindlichen rosse Immermann 2, 99.
 
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stolzen, verb. , zu stolz, adj., für das heute noch gebräuchliche, in höfischer sphäre gebildete stolzieren (s. unten); schon mhd.
1) stolz sein, werden; sich stolz betragen: wie die schrift ausweist, was stoltzest dann du erd und aschen (d. h. du stück vergänglichkeit)? Berthold von Chiemsee tewtsche theologey 201; welchem gut, ehre und allerley gluck nach seym synne zu schlecht, der kan nicht aufhören zu prassen, zu trotzen, zu stoltzen, zu toben, bis unglück kome und were yhm Luther 19, 372 Weim.; jglicher des marckts braucht nach seinem mutwillen, trotzet und stoltzet dazu 4, 403a; dyse sig gaben jm ein hertz, das er stoltzt, und hochtrabend mit höres kraft wider die christen für Hierusalem rucket S. Franck chronica 185b;

dô sich ir (der Sigune) brüstel dræten unde ir reit val hâr begunde
brûnen,
dô huop sich in ir herzen hôchgemüete:
si begunde stolzen unde lôsen, und tet daʒ doch mit wîplîcher güete
Wolfram Titurel 36, 4.


a) besonders der mut stolzt (vgl. unten stolzmütig, adj., und oben stolz, adj., 8 a, um hier ein lieblingsfeld in der sphäre des stolzes so zu erhellen): als nun den abzug die Orphani ... vernamen stoltzet jnen erst der mt S. Franck chronica 202b; Pipinus war grosz und gewaltig.

[Bd. 19, Sp. 286]


darumb stoltzet jhm der mt Stumpf Schwytzerchronik 224b (s. auch 157b);

sîn muot begunde im stolzen,
gein prîse truoc er stæten muot
Wolfram Willehalm 296, 4;

man füert mich in ain kämerlein
so gar an als belangen,
mir stolzt der muet von rechter gier
und gruenet als ain pam
Oswald v. Wolkenstein 269, 53 Schatz;

vil plick er zu den prüstlen tt,
damit so stoltzet im der mt
Hätzlerin liederbuch 307;

weil aber stoltzet ir der muth,
nach einem mann umbsehen thut
H. Sachs 17, 301 Keller-Götze;

eine steigerung bedeutet:

reichstet die schickten gelt und gt,
vil schlangen und karthaunen;
es stolzet in ir hoher mth
Liliencron histor. volksl. 4, 366, 24 (auf den schmalkaldischen krieg);

wohl abschwächend:

kein kurtzweil würd von mir betracht,
all mein freud hie auf erden,
wer, das ich sesz und bücher lesz,
davon mir stoltzt mein mütlin tricinia (Wittenb. 1542) 57.

im spott über den bauernstolz wird der bauch ergänzend ihm zugesellt:

dem pauern stoltzt der pauch und mt,
so man jn seer halten tht (d. h. ihn nicht fortläszt)
Schmelzl comedia des verlornen sons (1545) 8a (s. auch 6a).

vgl. dazu

die gelben ruben gut,
der haben sie vil gefressen, —
darvon stolzt euch der mut!
Liliencron hist. volksl. 2, 515, 12 (auf den landshuter krieg 1504).


b) stolzen wider einen (vgl. DWB stolz, adj., 9 a) sich stolz gegen ihn gebärden u. s. w.: sie (die gottlosen) stoltzen wider got S. Franck beschreib. der Turckey N 1a.
c) in der neueren sprache hat sich das wort nur ganz vereinzelt erhalten (s. auch unter 2 und 3): ein stolzender, prangender chor vielfarbiger schönen (gemeint sind blumen) Eschenburg beispielsammlung 1, 302.
d) substantivisch: wo mans wil mit eitel prangen, pochen, stoltzen, trotzen ausrichten Luther 31, 1, 224 Weim.
2) stolzen auf einem, stolz darauf stehen, sich hinstellen (in ganz sinnlicher bedeutung:) drum stolzt die Wartburg auf dem hohen berge, damit es beherrschen kann mit eiserner strenge das flache land Meisl theatral. quodlibet 1, 204 und offenbar auch zur erläuterung des folgenden gebrauchs heranzuziehen: denn was ist doch alles, worauf die hoffart stolzet, als nur ein leerer erdrauch, welcher einen augenblick in die augen beiszet, aber gleich darauf ... verschwindet Lindenborn der die welt beleuchtende Diogenes 1, 175, eigentlich doch 'sich mit geschwellter brust darauf stellen'. — andern sinn hat mhd. ûfstolzen, verb. (Passional 397, 31 Köpke) und noch bei Stieler aufstolzen ad intolerabilem superbiam inflari, vultum sustollere 2178, wo aber begriffliche ähnlichkeiten wie aufblähen u. a. als wirksam mit in anschlag zu bringen sind, wie das gegentheil ausstolzen spiritus deponere, animum comprimere, inflectere, contrahere, demittere, in humilitatem se committere (ebenda) darthut.
3) 'stolz einhergehen' in daherstolzen: er nimpt nicht allein mein heimliche gestolene brieffe an, die yhm nicht gepüren zu haben, welches ich noch leiden künde, sondern poltert und stoltzet daher und foddert sie von mir selbs Luther 30, 2, 31 Weim.; Nikolas, der mit seinem selbstgemachten schirme daherstolzte Campe; (bildlich) die hoffnung stolzt dahin und fällt Benzel-Sternau ebenda.mhd. auch einfach:

der lewe began zu stolzene
in sîner kundeclîchen art passional 512, 3 Köpke.


4) stolz reden, sprechen, besonders mit fremdthuender zurückhaltung, und wieder entwickelt zu stolzen balbutire Diefenbach gloss. 66b (vocab. v. 1472; gemma gemmarum v. 1513) und so auch in der spielform stolzgen (s. unten).
5) in transit. verwendung nur in der zusammensetzung verstolzen einen stolz machen (s. th. 12, 1 sp. 1765) und seinem

[Bd. 19, Sp. 287]


gegenstück entstolzen frangere animum hominis superbi Stieler 2178 (s. th. 3 sp. 636); doch ndl. auch einfaches stouten, verb., in diesem bedeutungskreise erhalten: dat desen woesten balling nyemant en huyse noch en hove noch en mael noch en stout noch en sterke quelle bei Verwijs-Verdam 4, 2248.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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