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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stolperbahn bis stolperleicht (Bd. 19, Sp. 217 bis 218)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stolperbahn, f., auf der man nur stolpernd weiterkommt: gäbe mir nur gott mein hinlängliches, stilles brot in meinem hause, ohne mich auf diesen stolperbahnen und kreuzwegen herumzuschleppen L. Tieck don Quichotte 3, 47 (7, 5) Meyer.
 
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stolperdraht, m., drahthindernisz (dicht über dem erdboden) für den anstürmenden feind v. Alten handbuch 2, 258.
 
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stolperei, f., stolperhaftes gehen, vgl. unten stolpern verb. als subst. infin.: in der nacht war auf dem schlechten wege eine schlimme stolperei; im folgenden bildlich von ungeschicktem benehmen: anstatt, dasz ihr mannsleute euch für euere unablässigen stolpereien und tapsigkeiten kleine enthaltsamkeiten ... auferlegen, und das angerichtete malheur mit witz und grazie wettmachen oder andernfalls mit an die beine geklebten händen abbüszen solltet, so treibt ihr die witz- und taktlosigkeit auf die spitze,

[Bd. 19, Sp. 218]


indem ihr euch noch mit brutaler gewalt belohnt Goltz ein jugendleben 3, 104.
 
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stolperer, stolprer, m. , s. auch oben stolper, m.
1) einer der stolpert: stolperer inciampatore Kramer dict. 2 (1702), 983a; du bist ein stolperer! siehst dich beim gehen nicht vor. übertragen, von einem ungeschickten (malcreato, rustico Kramer a. o.): kommet her, ihr neuern schönen geister, ihr französirenden wizzlinge, ihr prosaischpoetische stolperer, ihr berühmten wochenschriftsteller, ihr gelehrten weisen im akademischen paragraphenstil Herder 1, 373; auf dem gebiete des anstands und der sitte: es ist halt wahr, dasz stultus, stolperer und stoltz wachsen auff einem holtz Abraham a S. Clara Judas 2, 249 (s. dazu die einleit. von stolz, adj.) — auch von einem pferd mit unsicherer gangart: einen stolperer reiten montare, cavalcare un cavallo inciampatore Kramer 2 (1702), 983a; stolperer caespitator Dentzler 103b.
2) stolpernder schritt: wir sind lauter Wiener, — lauter Wiener herzen — und dahin, wo wir jetzt stehn, wären wir a ganz g'wisz ohne ihn 'kommen — ohne stolperer! Anzengruber 10, 209;

in dem stach er sein merrhen an,
das sie ein weng solt fürbas gan.
da thets ein stolprer auf der strasz,
das er verschüttet das harmglasz
Hans Sachs 9, 316 Keller;

indem man also stritt, gabs einen stolperer,
das weibgen dorckelte die strasze hin und her
Joh. Riemer der trunkene träumer (1684) 489.

auch: Lucifer (hat) so gar im himmel einen groben stolperer gethan Abraham a S. Clara etwas für alle 1, 4; 'ah! der gefährliche stolperer! keinen groschen hätt ich mehr gegeben für euer gnaden'. 'ah, auf die füsz bin ich fest, die konserviert man im büreau' Nestroy 5, 218.
 
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stolperfritz, m., schelte wie unten stolperjochen, — matz, — trine: stolperfritze Albrecht Leipz. ma. 218a.
 
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stolpergang, m., stolpernder unsicherer gang: stolpergang camino inciampante, traballante Kramer dict. 2 (1702), 982c. s. auch unter stolperig, adj. 2.
 
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stolperhaft, adj., wie das folgende stolperig Kramer dict. 2 (1702), 982c. auch: ein stolperhaftes betragen, ungeschicklich, gesellschaftlichen anstosz erregend.
 
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stolperig, stolprig (stolpericht),adj. , zu stolpern verb.
1) schwer gangbar: (in Südhannover) stolperiger weg; ein mühseliger gang auf stolperiger bahn J. H. Vosz antisymbolik 1, 166.
2) von personen 'schlecht auf den füszen, unsicher im gang': (südhannövrisch) er ist schon recht stolprig; stolprig zu fusz; ein stolpericht pferd wie unter stolperer 1 Kramer dict. 2 (1702), 982c; auch stolperichter gang camino inciampante 983a u. s. w.
3) mit moralisch-ethischem beisinn 'unangenehm, widerwärtig, feindlich': scandelos, affensiff und ärgerlich den frommen andächtigen unschuldigen ohren, und für anstössig und stolperig den reinen keuschen hertzen und unreinen füssen Gargantua (10) 168 neudr.
 
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stolperjochen, m., schelte für einen stolperer (unter 1) zum eigennamen Joachim gebildet Schambach 212a; 94b. s. auch unten stolpermatz.
 
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stolperkuchen, m.: (als hochzeitsbrauch) krappel oder stolperkuchen auszwerffen, in Franken von einer verwandten des bräutigams während des kirchgangs geübt Corvinus fons latinit. (1644) 551 (die danach haschenden kinder und armen drängen sich und stolpern übereinander).
 
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stolperleicht, m., 'der über alles (leicht) fällt und purzelt' als spöttischerfundener eigenname und in adlige sphäre gerückt: doch habe er, setzt er hinzu, von dem titel seiner sieben neuen versuche die worte: natürlich, männlich und heroisch, weg gelassen, damit der hr. von Stolperleicht sich nicht daran stoszen oder die madame Richtgern darüber fallen möge Liscow schriften (1739) 292.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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