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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stollpfahl bis stolpenstiefel (Bd. 19, Sp. 216 bis 217)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stollpfahl, m., beim weiszgerber der kurze stiel des stolleisens (s. oben) Jacobsson 4, 305a. —
 
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stollpfuhl, m., rundes, breites, mit stumpfer schneide versehenes eisenblech (auf einer kleinen säule befestigt), auf welchem der weiszgerber das getrocknete leder hin- und herzieht, um es nachher am schlichtrahmen zu schlichten Jacobsson 4, 305a: vgl. zur wortbildung noch pfühl 2 (th. 7 sp. 1807).
 
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stolltiegel, m., entsprechend oben stollhafen ein tiegel mit drei stollen als füszen Campe.
 
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stollwerk(stollenwerk),n., herrichtung von unterstützendem stollen (s. DWB stollen, m. 1): lieget nun der schatz im freyen felde, so ist der sache bald geholffen durch creutzweise untergrabung, dasz man unter den schatz komme, da man aber mit dem stollwerck, um den schatz zeitlich zu unterstützen, nicht saumseelig seyn müssen, sonsten kan der gräber unter dem schatz untergedruckt werden Fleming teutscher soldat 363b und s. darin die entwicklung zu stollen, m. 3 (im bergwerksbetrieb) — der eigenname Stollwerck dagegen geht wohl zurück auf ein mhd. stollwürke 'stollenarbeiter, arbeiter im bergwerk' (oder zu stollen, m. 1 'schreiner, tischler'? vgl. die ähnliche hervorkehrung des teilbegriffs in stellmacher, zunächst nur 'der das gestell eines wagens macht', dann überhaupt der 'wagner').
 
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stolordnung, f., ordnung der stolgebühren (s. oben) Nicolai reise durch Deutschland 5, 130; die neue stolordnung für das herzogtum Salzburg vgl. archiv für kathol. kirchenrecht 85, 602.
 
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stolp, m., pfosten (Fulda) Campe vgl. das unter stolpen, verb., bemerkte und dazu das nordfries. sprichwort thi stunnen staalp as lacht tu halpen Firmenich 3, 6, 73 (dem stehenden hauspfeiler ist leicht zu helfen: wenn er gefallen, ist es zu spät).
 
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stolpe, f., so bei Göthe 28, 155 Weim. s. unten stulp, stulpe, f.
 
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stölpe, f., name einer der drei in zaubersegen (gegen blutflusz) auftretenden jungfrauen, welche das blut eigentlich hemmen soll: als blutstölpe Kuhn westfäl. sagen 2, 199, vgl. mndl. bloet stelpen und das oben unter stolfen verb. bemerktevielleicht verbirgt sich unser wort auch als benennung eines wundkrautes in dem druckfehler: wann

[Bd. 19, Sp. 217]


ein pferd unter dem sattel geschwollen ist, so nehmet stölsz (? stölp), siehet wie kümmelkraut, thut spitzigen und breiten wegwart darunter, ist sehr gut Hohberg georgica 3 (8), 216b. — ein merkwürdiges männliches gegenstück klingt an in dem zauberspruch des Marcellus Burdigalensis:

stolpus a coelo decidit,
hunc morbum pastores invenerunt
sine manibus collegerunt,
sine igni coxerunt,
sine dentibus comederunt
Jac. Grimm kl. schr. 2, 138;

ebendort (148) ist bereits auf den zusammenhang mit an. stolp, dän. stolpe u. s. w. hingewiesen. es ist ganz unser stolp (s. oben): ein klotzartiges idol, in welches wohl die krankheit hineingezaubert wurde (in stolpus liegt das heilmittel beschlossen; hier handelt es sich nicht schon um einen besonderen fall von morbus).
 
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stölpel, m., dummer, ungeschickter mensch, anlehnung von tölpel (th. 11 sp. 653) an stölpen, stolpen, stolpern verb. und stolper, m.: dann von den unwissenden stölpeln mancher umb das gelt geartzneyet wirdt Paracelsus opera 1, 787.
 
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stolpen, stölpen, verb., wie unten stolpern, verb., doch ohne den iterativen beisinn: norw. dial. stolpe 'mit steifen schritten gehen, stolpern' (Falk-Torp 1173). die etymologische zusammenstellung mit an. stolpi, schwed.-dän. stolpe 'pfosten' (s. auch oben stolp, m.) führt auf das vergleichsmoment der hölzernen klotzartigen figur (wie sie etwa im kultischen umzug auf ungenügendem mechanismus holpernd und überall anstoszend unter stetem schwanken mitgeführt wurde). dasz die iterative form (unten) unter der reimwirkung von holpern (th. 4, 2 sp. 1760) gegenüber dem grundwort eine gröszere ausbreitung gefunden habe, darf vermuthet werden, wird aber auch durch die besondere natur des vorgangs von vornherein nahegelegt:

was fragten wir denn nach dem tölpen?
schaw! dort thut er gleich einher stölpen
Hans Sachs 9, 24 Keller;

gib acht, dasz du nicht an der wurzel stölpst
L. Eichrodt lyrischer kehraus 1, 44.

anderen sinn hat aber die imperativ. (?) interjection:

der bawer stolpert, als wöll er fallen, sicht sich umb und spricht:
zwoho, zwohe! stolp stölperlein!
da wird ein pfeiffr begraben sein,
wer drüber geht, musz stolpern dran
Hans Sachs 21, 40 Keller-Götze,

wo der sinn viel mehr scheint 'steh (stolpernd, schwankend) still; halt an', von wo aus auf das judendeutsche stolfen verb. (s. oben) sich besonderes licht verbreitet (oder handelt es sich nur um eine lautausmalung des vorganges?) vgl. Agyrtas unter stolperlein 2 und im übrigen auch stölpe, f.
 
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stolpenstiefel, m., an stelle des gewöhnlicheren stulp(en)stiefel (s. unten) Kotzebue dramat. w. 13, 252 (der gimpel auf der messe 1, 5).

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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