Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stolenband bis stolkreuz (Bd. 19, Sp. 196 bis 198)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stolenband, n., band, aus welchem die stole besteht: in der capelle zu Fernberg drüben, da knieten sie vor dem traualtar. der caplan legt schon das stolenband um ihre hände Rosegger 14, 78.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stolfen, verb., in der gaunersprache 'stehen', so stolffen im vocabular des rheinischen spitalmeisters zum liber vagatorum (pforzheimer druck) und darnach öfter, vgl. auch Luther 26, 654 Weim.; vielleicht aus dem niederd. vgl. ndl. stelpen 'hemmen' und die ndd. gruppe stolpen 'etwas umkehren, mit einem deckel überstürzen', die aber erst durch die zusammenstellung mit dem vereinzelten stolp 'klotz' (s. unten), schwed.-dän. stolpe 'pfosten' (anord. stolpi) ihren etymolog. hintergrund erhält. die bedeutungsentwicklung

[Bd. 19, Sp. 197]


aber ginge dann einen ähnlichen weg wie oben 1stocken verb. III (sp. 62) von 1stock, m., (truncus) aus. doch s. auch unten stolpen, verb.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stolgebühr, f., stolgebühren, plur., bestimmte beträge, die dem geistlichen für verrichtung (auszergewöhnlicher) amtshandlungen (casualien) zu zahlen sind (jura stolae, accidentia); von den evangelien (Matth. 10, 8) ausdrücklich verboten, finden sie ihre erklärung im germanischen eigenkirchenwesen, wo der priester zunächst grundherrlicher beamter war (vgl. den nordgerm. líksaungskaup bei der beerdigung), und auch sonst der grundherr das recht hatte, beiträge zur unterhaltung des heiligtums einzuziehen (vgl. dazu den hoftollr, welcher an den isländischen goden zu zahlen war Maurer beitr. 85). so blieb denn ein dauernder gegensatz von altchristlicher und germanischer anschauung in der vorschrift: stolgebühren dürfen nicht vor der amtshandlung gefordert, müssen aber hinterher, nötigenfalls auf klage hin, entrichtet werden vgl. dazu U. Stutz bei Holtzendorff encycl. 2, 832 und überhaupt in seiner geschichte des kirchlichen beneficialwesens I (1895). — selten in der form stolargebühren allgem. deutsche bibliothek 60, 224; als stollgebühr: weil Johannes keinen kreuzer für seine taufe genommen: so sollen alle stollgebühren abgeschafft werden 60, 255; stollgebühren beim begräbnis Jean Paul 54, 42 und unten. — das hauptwort bei diesem sacrament (der taufe) ist stolgebühr Hippel kreuz- und querzüge 1, 455; den verlust der stolgebühren befürchten Lichtenberg erklärung der Hogarthischen kupferstiche 3, 231; das recht, eine taxordnung für die stolgebühren vorzuschreiben, selbige zu erhöhen oder sonst zu ändern, gebührt allein dem staate preusz. landrecht (von 1794) 2, 11 § 425 (vgl. unten stolordnung, f. und stoltaxe, f., dazu stolrecht, n.) die befreiung von stolgebühren allgem. deutsche bibliothek 101, 484; die stolgebühren erlegen 106, 472; um eine erkenntlichkeit von 3000 gulden entsagte die lutherische geistlichkeit den stolgebühren J. v. Müller w. 11, 367; (die pflicht,) die für die verschiedenen amtshandlungen festgesezten stolgebübren einzuziehen Schleiermacher I 5, 460; Leibgeber hausirte nun bei der kirchen- und schuldienerschaft und trug die stolgebühren, den brückenzoll, unter leisen flüchen ab Jean Paul 11-14, 444; Lenettens verlegenheit, wie sie für diese letzte probe des menschen, für die ankerprobe, die stollgebühren erschwinge 290; er disputirte unter dem hauptliede mit ihm über die stolgebühren eines todtgebornen fötus 7-10, 395; die verwaltung der sacramente gegen die erlegung der sogenannten stolgebühren Steffens was ich erlebte 10, 229; aufhebung der ... hie und da sehr miszliebigen stolgebühren schreiben österreich. bischöfe an das ministerium des innern vom 13. juni 1849; die schauspieler, die ohnehin ewige defraudanten der stolgebühren sind Gaudy 24, 38; einen mit zahlenangaben reichgespickten artikel über pfarr- und stolgebühren Fontane I 5, 242. in weiterer zusammensetzung: stolgebührenfrage, f., frage nach dem rechtlichem und geschichtlichem grunde der stolgebühren: die stolgebührenfrage in der evangelischen landeskirche von Bossert (1891). —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stolgebührenordnung, f., wie unten stolordnung —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stolgebührenrecht, n., wie unten stolrecht. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stolgebührentaxe, f., wie unten stoltaxe.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stolken, verb.? (von Lexer mhd. wb. 2, 1209 als adv. gefaszt: 'heimlich, verstohlener weise') bei der Augsburgischen lohnschreiberin Clara Hätzlerin:

durch ain gantz schwartze wolcken
daucht mich, ich säch ain sternen hell,
vor (? nach) dem der tag chomt stolcken 1, 23, 22.

wohl zu stehlen verb. und ganz in dem sinne von verstohlen (th. 12, 1 sp. 1704 unter C 3); nicht zu trennen ist davon mhd. stolkenære 'der leisetreter, der sich nirgend hervorwagen darf; der social unterdrückte':

her (gott) ginck as her eyn knegt were
und eyn armer stolkenere
Haupts zeitschr. 17, 25.

doch man ist mehr versucht, an ein verbum zu denken: stolken? 'heimlich (wie ein dieb) gehen' vgl. entsprechende bildungen wie schwanken (th. 9 sp. 2250), schwulken 'wallen, wogen' (sp. 2751), wanken, verb. (th. 13, 1 sp. 1819) u. a. noch wahrscheinlicher aber steht das l für r, wie tölpel für

[Bd. 19, Sp. 198]


törpel, dörpel; in lehnwörtern maulbeere aus lat. morum, pflaume aus prunum (mhd. pflûme noch neben prûme, prûne), pilgrim aus lat. peregrinus u. s. w. unser wort wäre dann gleich unten storken, verb., und mhd. stolkenære also gleich unten storker, storger 'umherziehender bettler'. — s. auch die folgenden.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stolker, m., 'langer steifer unbehülflicher mensch', besonders von angehörigen des weiblichen geschlechtes Schambach 212a vgl. das folgende.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stolkerig, stolkrig, adj., entsprechend dem folgenden wie unten stolprig Danneil 213a; steif in den gliedern und unbehülflich (s. oben stolker, m.) Schambach 212a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stolkern, verb., in niederdeutschen gegenden nebenform von unten stolpern, so in Südhannover, vgl. auch Danneil 213a und in besonderer bedeutungsentwicklung mnd. stolkeren arrogare: voc. Engelhus. bei Schiller-Lübben 4, 411b. eine andere möglichkeit der herleitung oben unter stolken verb.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stolkreuz, n., kreuz als heilige verzierung auf der stole angebracht. zeitschr. für kirchenschmuck 24 (1868), 58.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 11 bis 20 von 41 Nächste Treffer Vorherige Treffer
11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
Artikel 11 bis 20 von 41 Nächste Treffer Vorherige Treffer