Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stöhnepeter bis stoiker (Bd. 19, Sp. 191)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stöhnepeter, m., spöttische bezeichnung eines menschen, der viel klagt und stöhnt: stönepeter bremischnieders. wb. 4, 1047, gröber dafür auch oben stöhneköttel.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stöhner, m., einer, der stöhnt: stöner (neben stäner) Stieler 2121; in mehr sprichwörtlichen redensarten: du klagst über öftern anfall von kolik, und weiszt nicht, dasz wenn der stöhner nicht lange lebt, der prahlhans gewisz nicht Hippel lebensläufe 3, 2, 145; wenn der stöhner nichts hat, ... der prahler gewisz nicht kreuz- und querzüge 1, 319.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stöhnerei, f., wie stöhnen unter 8 (subst.) und unten stöhnung: es gab auf dem wege viel stöhnerei vgl. Danneil 209a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stöhnerin, f. zu stöhner: stönerin (neben stänerin) Stieler 2121.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stöhnfeder, f., hemmende feder; zu 1stöhnen verb. gehörig: stonfeder tinctra Diefenbach gloss. 584b, so am wagbalken der alten uhr, dem seiger: (unter neueren erfindungen geschieht erwähnung) der seiger, so mit gewicht und stönfedern die stunde halten Mathesius Sarepta 156a, auch in einem schlosz: eyn stone (die quelle hat verschrieben scone) vedere als in dem slutte tinctra Diefenbach a. o. im vergleich: die (kraft der sünde) ist mechtig und stönet wie ein starcke stönfeder Mathesius fastenpredigten 58b. s. auch noch oben stöhne, f., unter 1.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stöhnicht, adj., unter stöhnen hervorgebracht, stöhnend vollführt u. s. w. stönicht (neben stänicht) Stieler 2121: stänichte worte verba gemitibus impedita ebenda.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stöhnpfahl, m., pfahl, der als stöhne (unter 1) dient; vgl. ostfries. stnpâl, auch übertragen ik wil dîn stnpâl nêt wesen ten Doornkaat Koolman 3, 327b. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stöhnpfeiler, m., stützpfeiler, strebepfeiler, eckpfeiler; ostfries. stönpiler ten Doornkaat Koolman 3, 327b vgl. ndl. steunpilaar.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stöhnung, f., vgl. oben stöhnen 8 (subst.) und stöhnerei, f.: stönung (neben stänung) gemitus, geminatio, fletus cum singultu Stieler 2121.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stöhrsubst.und stöhrenverb. s. unten stör subst. und stören verb.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
stoiker, m. , entsprechend lat. stoicus, griech. στωικός. ein anhänger der stoischen philosophie, welche Zenon von Kition um 308 zu Athen in einer säulenhalle, der ποικίλη στοά begründete (auch einfach ἡ ποικίλη 'die buntfarbige', weil sie mit dem wandgemälde des Polygnotos von der marathonischen schlacht geschmückt war).
1) die stoa verlangte von ihren anhängern einen unerschütterlichen gleichmuth in allen lebenslagen, der aber in

[Bd. 19, Sp. 192]


der wirklichkeit alle schattierungen vom sittlichen heldenthum bis hinab zum langweiligen rigorismus annehmen konnte; so denn stoicismus, m., weltanschauung des jüngers der stoa (besonders in ihrem einflusz auf die lebensführung): Manuel ist zitternd zum tode gegangen; Bailly hingegen mit einer entschlossenheit, die durch die äuszerung des ungekünsteltsten gefühls höher als stoicismus steht Forster schr. 9, 130; nichts verdienstliches mehr an diesem stoicismus 3, 88; (die quelle,) aus welcher bruder Anton einen stoicismus schöpfte, ... Pfeffel pros. versuche 5, 25; eine gehörige dose stoicismus Seume 2, 95: und steht noch mit stoizismus zu erwarten, was die leute dazu sagen Pückler briefwechsel 6, 121;

mit stoicismus
sich selbst verleugnend und froh, dasz er
das leben hat in Rauschenwasser (ein vergnügungsort in der nähe von Göttingen, jetzt bekannt als Marienspring)
Lichtenberg nachlasz 118;

poesie und milde zugleich mit einem welttrotzenden stoizismus Jean Paul Siebenkäs 1, 72; seinem früherhin streng bewahrten stoizismus völlig untreu (werden) Gaudy 14, 65; der trotzige stoicismus, welchen ich gegen das jungfräuliche selbstgenügen aufwandte, warf mich um so schneller in eine einsame und gefährliche stellung, als ich in meiner einfalt augenblicklich selber daran glaubte und mit heftigem ernste verfuhr Keller 1, 296; eingeschüchtert zogen sie sich zurück, fanden sich mit slavischem stoicismus in die thatsache, dasz von diesem herrn eine besserung ihrer lage nicht zu erlangen sei Polenz Grabenhäger 2, 157.
2) die schüler und nachfolger der stoa aber οἱ ἐκ τῆς στοᾶς φιλόσοφοι, kurz οἱ Στωικοί, die stoiker: die ungebrochene kraft dieses naturvolkes (der Germanen) erschien dem stoiker als ein ideal der sittenstrenge Scherer litteraturgesch. 4. dann überhaupt ein mensch, der im gleichmuth unerschütterlich seinen weg durch das wirrsal des lebens nimmt (auch ohne bewuszte anlehnung an das besondere system der stoa): gott hat nimahls durch den gottesdienst die leute zu leibeigenen oder stoikern machen wollen, eben, als wann einer kein gutt kleid tragen, und auch in den himmel kommen könte Butschky Pathmos (1677) 253. auch einen stoiker aus einem machen ihn zu solchem gleichmuth erziehen, vgl. Lessing 7, 20; denn mit eben dem rechte, da hr. Klotz jetzt aus seinen gedichten der länge nach, ein stoiker, ein weiser, ein held, ein patriot, ein verächter des lebens u. s. w. wird ... Herder 3, 442; es ist schrecklich, aber wahr, dasz auch das einzige gefühl, welches mich zum stoiker ... umzuschaffen pflegte, (jetzt erkaltet) Forster schr. 7, 196; der alte mann, der gut erzogen war, und nun am rande des grabes in die schrecklichste armuth versinkt, halb blind, mit allen bequemlichkeiten des lebens vertraut, und nun plötzlich von allem entblöszt, der gern ein stoiker sein möchte, wenn er nur könnte, der sein elend so innig fühlt und sich doch, so sehr er hülfe wünscht, davon zu sprechen schämt Tieck 7, 186; der gefühlvollste stoiker — der aus empfindlichkeit gegen freyheit sich unnöthige ketten anlegt, und die liebsten pflichten schlechter beobachtet wie die überflüssigen Caroline 1, 102; gegen den stoiker vermag aber der teufel oder die verneinende kritik nichts Schücking an die Droste-Hülshoff 17; dasz, nachdem die kasse des jungen stoikers gesprengt war, erst die überflüssigen bücher zum antiquar wanderten Gaudy 14, 81; als stoiker hingegen richtete er allerhand spaszhafte händel an und brachte die leute in harnisch, um in dem entstandenen lärm dann einen kalten gleichmut zu behaupten und sich nichts anfechten zu lassen Keller 1, 315;

'bester,
sey mann! du wüthest.todesfurcht verwirrt
dich!'
'o der stoiker! der prahlhans!'
Grabbe 3, 324.

stoiker verdeutscht als ganglehrer Zesen moralia Horatiana (1656) 56; vgl. zeitschr. f. deutsche wortf. 14, 80a.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 11 bis 20 von 41 Nächste Treffer Vorherige Treffer
11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
Artikel 11 bis 20 von 41 Nächste Treffer Vorherige Treffer