Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
anstöhnen bis anstöszer (Bd. 1, Sp. 486 bis 490)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) anstöhnen, gemere, plangere versus aliquem, stärker als anseufzen.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
anstolpern, pede labi, offendere: mit dem fusz anstolpern, er kommt angestolpert, titubando accedit.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
anstolzieren, superbe, cum fastu accedere, heran prangen: er kommt in rothem gewande anstolziert wie ein bräutigam.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
anstopfen, implere, infarcire: das bett mit federn anstopfen, den sack mit wolle; sich mit speise anstopfen; ein angestopfter kropf.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
anstören, excitare, irritare: feuer anstören, anlegen, ein wespennest anstören; ein pferd anstören, anspornen. Stieler 2173. heute wenig im gebrauch. vgl. DWB stören, DWB aufstören.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
anstörer, m. excitator.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
anstörlen, excitare, frequentativ von anstören, verzeichnet Stieler 2174.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
anstörler, m. instigator.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
anstosz, m. allisio, offensio, offendiculum, appulsio, impetus, propinquitas, nnl. aanstoot. der anstosz mit dem fusz an den stein, mit dem kopf an die wand; anstosz der gläser aneinander; anstosz der wellen ans ufer; anstosz der äcker, häuser, länder aneinander; anstosz der zunge an die zähne; anstosz des pferdes. den schneidern heiszt anstosz, wenn zwei stücke zusammengenäht werden.
Von jenem, zumal biblischen stein des anstoszes, oder wie Luther Es. 8, 14. 1 Petr. 2, 8 verdeutscht, stein des anstoszens, leitet sich die häufige abstraction des ärgernisses und hindernisses: du solt fur dem blinden kein anstosz setzen. 3 Mos. 19, 14, nichts, woran er sich stosze und schädige; reumet den weg, hebt die anstösze aus den wegen meines volks. Es. 57, 14; das niemand seinem bruder einen anstosz oder ärgernis darstelle. Röm. 14, 13; es ist zwar alles rein, aber es ist nicht gut dem, der es isset mit einem anstosz seines gewissens. 14, 20; sehet aber zu, das dise ewre freiheit nicht gerate zu einem anstosz der schwachen. 1 Cor. 8, 9; die Römer hatten allzeit unfride und anstösze. Luther 3, 431; darumb wir gott umb hülfe bitten und hoffen sollen in allen anstöszen in der ehe. 4, 367a; anstösze des reichs. ordn. von 1512, zu eingang; das nichts an disem fürwitz mein glaub geschwechet ein anstosz empfieng. Frank weltb. 112a; andere anstösz der geleich. H. Sachs 1, 191a; mocht im das unstät glück solche freude nimmer vergunnen und begunt im mit widerwertigen anstöszen durch vil weg begegnen. Galmy 177; kein anstosz leiden. Garg. 269b;

fro bin ich, das wir zu land kommen,
gar vil anstösz hab wir eingnommen.
Ayrer 363b;

obgleich einzelne dieser beispiele statt des begrifs der irrung den der anfechtung enthalten können. heute sagen wir nicht mehr anstosz legen, stellen, nur sein, machen, verursachen und zumal geben für irren, ärgern, hindern, verletzen; anstosz empfangen, zumal nehmen: so werden wir auch Wittenberg und die hohe schule los, die immer ein leidiger anstosz (= stein im wege) war. Göthe 19, 163. er redete, sprach ohne anstosz, ungehemmt ohne anzustoszen.

[Bd. 1, Sp. 487]



Gleich häufig ist aber anstosz auch antrieb, anfall, angrif, anfechtung und der zusammenhang musz weisen, wie anstosz geben zu fassen sei, durch offendere oder impellere, excitare: wir müssen dieses vorfalls gedenken, weil er verschiedenen dingen einen anstosz (anregung) gab, die sonst vielleicht lange geruht hätten. Göthe 17, 200. der die kugel in bewegung setzt, gibt ihr den anstosz, in ihrem lauf kann sie aber einen hemmenden anstosz finden. die theorie erleidet einen nachtheiligen anstosz (impugnatur). Kant 8, 302. ein weib erschüttert meine mannheit nicht, es ist nur ein anstosz vom weibe. Schiller 142. es ist keine weisheit ein haus an den weg zu bauen, denn ein solches leidet viel anstosz. pers. baumg. 6, 12.

kein anstosz kan die gäst aus disem reich vertreiben.
Weckherlin 96;

freihend mich von anklang und anstosz. 331;

je gröszer ist sein mut, je gröszer der anstosz. 620.

die weil aber unser leben von gott selber ein anfechtung genennet und so sein musz, das wir anstösz haben an leib, gut und ehre. 1, 86b. Ganz besonders galt dieses anstosz vom anfall der seuchen und krankheiten, was hernach auf andere innere gemütsregungen angewandt wurde: hilf mir auf! es ist nur ein anstosz von schwindel. Schiller 137; ihr habt durch diesen fieberhaften anstosz den schrecken unter eure edeln gäste gebracht. 571; in einem verdoppelten anstosz des wiederkehrenden taumels. Wieland 1, 296; Danae und Hippias selbst lieszen sich leicht bereden, seinen vorigen anstosz einer vorübergehenden übelkeit zuzuschreiben. 1, 297; aber die Athener waren, im ersten anstosz ihrer erkenntlichkeit, keine leute welche masz zu halten wusten. 2, 111; vorüber fahrende anstösze von lächerlichem ehrgeiz. 2, 250; im ersten anstosz seiner unbesonnenen hitze. 2, 298; in einem anstosz von groszmut. 3, 8; ich liebe diese Lili, rief der sultan in einem anstosz von lebhaftigkeit. 6, 73; dieser anstosz von sultanischer laune. 6. 77; in einem plötzlichen anstosz von empfindsamer laune. 6, 198; in einem anstosz von verzweiflung. 7, 68; zumal wenn er einen anstosz von milzbeschwerung hat. 14, 106; dasz ich in einem tollen anstosz mich hingesetzt und ein postscriptum hinzugethan habe. Wieland bei Merck 1, 163 und noch sonst oft.
Fischart Garg. 63b sagt, dasz der hausherr in der häuslichkeit erkenne seiner gibel befestet anstösz, die befestigten, vorstoszenden ecken seiner hausgiebel; ältere schriftsteller gebrauchen anstosz für das anstoszende land oder gebiet, vicinia, grenze: ist doch nit das recht Ethiopia, sunder ein anstosz. Frank weltb. 8b; mit stetem anlauf und scharmützel bekümmert er die anstösz des Türken in Natalia. chron. 244b; zwischen dem kloster Lützel und der probstei Miserach, an der frontier und anstosz der Sequaner landschaft. Thurneisser von wassern 179; in dem anstosz und grenz der brandenburgischen mark. 280; Behem hat von aufgang Merhen zum anstosz; Westphalen und desselben anstösze. Kirchhof wendunm. 254.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
anstoszen , nnl. aanstooten, in mehrfachen, ursprünglich transitiven bedeutungen, die nur wo der geläufige acc. ausgelassen ist intransitiven schein annehmen.
1) trudere, inserere, einen ring an den finger stoszen, was wir heute anstecken nennen: stieʒ deʒ vingerl wider an ir hant. Parz. 270, 10;

die praut die wil sich für in naigen
und im an ieden finger stoszen ain ring. fastn. sp. 764, 7,

hier steht zwar blosz stoszen an, woraus aber mit sicherheit auch anstoszen gefolgert wird, wie es heiszt stecken an und anstecken.
2) incendere, das feuer an das holz, das haus, die scheune stoszen, und dann auch das holz, das haus anstoszen, wofür wir wiederum sagen anstecken. mhd.

dô kom diu rehte minne,
diu wâre viurærinne
und stieʒ ir seneviuwer an. Trist. 25, 11;

als ob des breiten werdes wise
wære angestôʒen und enzunt. troj. kr. 9674.

ebenso: der rüter stoszt vil schüren an. Brant narrensch. 220;

donner stöszt das haus an. 236;

und dt sin backen zerblosen,
als wolt er eim ein schür anstoszen. 287;

wer auch die mark frevelich anstiesze, den sal man drü male

[Bd. 1, Sp. 488]


am dickesten in das füre werfen, komet er darusz, so hat er damit gebuszet. weisth. 3, 489; ein kint möcht den stall anstoszen und verbrennen. Keisersb. post. 2, 11; er stiesz sein haus an und verbrant es von ungeduld. sch. und ernst; da komt botschaft, wir sollen schnell uf sein, dann man wolle anstoszen und brennen. Götz von Berl. 21; thäten pulver unten zu dem thurn hinein in die kirchen und stieszen es an, da musten die, so darinnen waren, verbrennen. 42; und so es nun sein nachkummer im regiment mit feür hat angestoszen, lassen sie oben ein adler auszfliegen. Frank weltb. 76a; in ettlichen stetten stieszen die juden ire heüser selber an. 157b; stieszen ettlich thürn mit feür an. 230a; nieman sol im lande brennen oder anstoszen. Mencken script. 1193; laszt uns die backen aufblasen, als wolten wir ein schewer anstoszen. Garg. 250a. später erlischt diese bedeutung, Luther kennt sie nicht, Henisch und Stieler führen sie nicht mehr an, nur bergmännisch heiszt es noch, das vor ort gesetzte holz in der grube anstoszen.
3) inficere, impugnare, wo sich anstoszen nochmals mit dem heutigen anstecken berührt, wie man beim contagium ein anzünden annehmen darf, obgleich sich auch ein angreifen und anfallen denken läszt. zumal von fieber und pest geltend, dann auf andere, innere empfindungen angewandt: so aber jemand das grawen und schawen (grauen und abscheu) für den kranken anstöszet, der sol einen mut nemen. Luther 3, 394b; die leibliche schwacheit, die (Luthern) desselben sonnabends auf den abend umb fünf uhr angestoszen hatte. 3, 401b; wo er nur etwas fület, das in anstöszet. 4, 415b; also was min vatter gan wullen koufen, stiesz in pestelenz an, starb. Tho. Plater 5; als unser kindlin uf eim abend hatt lernen fünf dritlin gan, stiesz (es) pestelenz an und starb am dritten tag, und als die geicht (krämpfe) hatten ouch angestoszen .. do es verschied, weinten wir bede von leid und ouch freud, das es der marter ab was kummen. 71; alsbald si hinweg ist kummen, hat pestelenz min frowen angestoszen. 71; die rothe ruhr hette ihre fürstl. gn. angestoszen. Götz von Berl. 77; hat mich ein fieber angestoszen. Schweinichen 3, 295; da hat in angestoszen der schwere siechtage; zu aller anstoszenden not wol gerüst. Frank weltb. 211a; aus forcht, es möcht in also anstoszen, dasz er (an haut und flecken) verändert würde. Fischart bienenk. 233a; oder wie jener signor, der nicht durch Neapolis wolt reisen, aus sorg, es stosz ihn die neapolitanisch sucht an. Garg. 6b; es hat euch ein frost angestoszen. 84a; wa dich ein wee anstiesz. 103b; stiesz in das eiferfieber blötzlich an. 203b; wann uns im alter etwan ein andacht anstiesz. 221a; dasz kein wunder gewesen, es hett sie aller schwindel angestoszen. 237b, wo das adj. aller nicht zu übersehen und mit den oben 220 unter aller gesammelten beispielen zu vergleichen ist; die pest stoszt die am ersten an, die ein gut diät han. 249a; der auf gott thut bawen, denselbigen stoszt nichts an von grawen. 260a; ob mich ein träppelende scheisz anstiesz. 286b;

dasz stosz sie an das herzenleid.
Ayrer 325a;

ich wolt, dasz ihn die plag anstiesz,
wenn er wider herkommen solt. 350a;

wer gottlos ist, zu diesem saget gott:
was stöszt dich an?
Opitz ps. s. 98;

kein ekel und verdrusz des reisens stiesz mich an.
Fleming 47;

wie sich die seel besan
und jene jahr betracht, stiesz uns ein schlummer an.
Gryphius 1, 71;

welch unfall stöszt uns an? 1, 117;

erschreckte sterblichen, welch zittern stöszt euch an? 1, 161;

darüber sonst manchen das kalte wehe angestoszen hätte. Simplic. 2, 146; wann einem (l. einen) die krankheit anstiesze, soll er von stund an zur ader lassen. Hohberg 3, 105b; wann ein füllen die gelbsucht anstöszet. 3, 106b. heute heiszt es nicht mehr das fieber stöszt an, sondern entweder steckt an oder fällt an, jenachdem contagium oder accessio gemeint wird.
4) trudere gemmas, die pflanze stöszt knospen an, wie lat. pampinus trudit gemmas et frondes explicat omnes, sonst anschieben, hervorstoszen: der blst, wann er erstlich angestoszen, gar bald verblüet. Thurneisser wirk. der erdgewächse s. 34.
5) trudere, impellere navem, zur abfahrt. mhd.

sô wart daʒ schif gestôʒen an,
alsus sô vuoren si von dan. Trist. 41, 23,

[Bd. 1, Sp. 489]


und so nhd. den kahn, nachen anstoszen, abstoszen zur fahrt. dann aber auch mit dem schif anstoszen, impingere, an klippen und felsen: da furchten sie sich, sie würden an harte örter anstoszen. apost. gesch. 27, 29; stiesz sich das schif an. 27, 41. endlich jenseits anlanden: mit dem kahn zu lande anstoszen; stiesz bald am jenseitigen ufer an.
6) impingere pedem, offendere pede: ich wil dich auf rechter bahn leiten, wenn du leufest, das du dich nicht anstoszest. spr. Sal. 4, 12; mit häufigem übergang in den begrif der hemmung, des ärgernisses: du hast wo angestoszen. Göthe 11, 27; sie sagen zwar auch mit mir, dasz der seitenblick auf Klopstock einen augenblick anstosze. Göthe an Lavater 70; man stöszt leicht bei ihm an, kann ihn leicht verletzen; ich stosze hier an, nehme anstosz, haesito.
7) collidere scyphos, die gläser anstoszen, anklingen und mit wegfallendem acc. blosz anstoszen:

auf in der holden stunde
stoszt an und küsset treu!
Göthe 1, 130;

darum soll man hier am ort
anzustoszen eilen. 1, 135;

da in dem stücke selbst sehr viel getrunken und angestoszen wurde. 18, 198. auf eines wolsein, auf einen anstoszen.
8) attingere, allidere, incitare, leise oder hart anrühren: sie stiesz mich heimlich mit dem fusze an; ich will ihn mit dem ellenbogen anstoszen und aufwecken; mit dem kopf an die wand, mit der stirn an die mauer anstoszen; was sollen die geschirr, da man mit der nasen anstoszt? Garg. 85b; da ein gröszerer körper einen kleineren anstöszt. Kant 8, 73; die kraft, womit er die ihm unterliegenden flächen anstoszen würde. 8, 95. und oft figürlich: wird nu der beichtvater jemand forschen, ob er mein büchlin hab oder lese? und damit sein blödigkeit anstoszen, sol er im antworten mit demütigen worten also. Luther 1, 398a; denn fürwar die christliche kirche auf erden nicht gröszer macht noch werk hat, denn solch gemein gebet wider alles was sie anstoszen mag. 1, 240b; do stiesz mich unterwegen an mort, rauben. fastn. sp. 34, 13; es hat das ansehn, als ob er den ersten der ihn anstoszen möchte, umgekehrt in die erde pflanzen wollte. Göthe 8, 97; seine begierden, sein unmut brauchten nur einen neuen, äuszeren reiz, um ihn über die grenzen zu treiben, gegen die er so wild anstiesz. Klinger 3, 7; diese behauptung stöszt gegen alle analogie an; das stöszt zu stark wider meine grundsätze an, verstöszt dawider.
9) assuere, annectere, kleidungsstücke aneinander nähen:

hab manchem schön weib gmachet kleider,
vil röck und brüstlein gstoszen an.
Ayrer fastn. sp. 85;

der schneider sagt seinem gesellen: stosz nun den ermel an! doch dem Eulenspiegel rief sein meister zu: wirf die ermel noch an den rock, darnach geh auch schlafen! dieser aber verbrannte zwei lichter und warf die ermel an bis es tagte. dies anstoszen braucht J. Paul gern für anfügen, anhängen: ich wollte noch eine geschichte aus den fürstenporträts anstoszen. Hesp. 2, 30; es müste denn Viktor noch einen vierten pfingsttag als nachsommer anstoszen. 3, 177; so wollt ich ... nur noch ein letztes kapitel, aber nicht dieses, als schluszstein und schwanengesang anstoszen. 4, 165; da ich zu diesem billet noch ein postscript anstoszen will. Fixlein s. xi; ein sonderbares annexum, das ich noch an das klagelibell anstiesz. biogr. bel. 1, 108.
10) attingere, vicinum esse, anstoszen, angrenzen, eins an das andere, wozu sich leicht ein acc. die ecke, die seite, den giebel denken läszt: gegen dem garten, welcher an die gassen anstöszet. Gryphius 1, 834. wir sagen eine laube, halle stöszt an das haus; die schönsten zimmer stoszen reihenweise einander an; der anstoszende saal; Deutschland stöszt unmittelbar an Ungern an. es heiszt auch einen stall anstoszen, an das haus anbauen; lehrgebäude, an welches der scharf, tief, und vielsinnige Oken eine schöne sacristei angestoszen. J. Paul 38, 70. s. anstöszer.
11) anstoszen, ein horn anblasen, ins horn stoszen: der postillon stöszt an; die jagd wird mit dem hifthorn angestoszen, angeblasen.
12) anstoszen mit der zunge: er stöszt die zunge an die zähne an, redet undeutlich, stottert.
13) anstoszen, stipulari, pacisci, wie Haltaus 45 glaubt, contactu pollicum paciscentium: da ward zwischen dem röm. kaiser und dem erwelten zu Böheimb aber ein tag angestoszen

[Bd. 1, Sp. 490]


zue halten. Senkenberg sel. 5, 73; ward zwischen beiden teilen ein thädung angestoszen umb ein frid, darin sich beide teil gaben. 5, 139; er rieth ihm mit dem könig einen frieden anzustoszen. Fischart Garg. 263b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
anstöszer, m. ein persönlicher begrif flieszt zumal aus der zehnten bedeutung des anstoszens, der angrenzende nachbar heiszt der anstöszer, accola, finitimus, oft in den weisthümern, z. b. 1, 515; auch die anstöszere darzu erfordern. Frankf. ref. IX. 3, 13; unserer nachbaurn und anstöszer, der Böhem, Ungern u. s. w. Frank chron. 5b; mancherlei krieg, so die Teütschen under in selbs, allermeist mit den Römern und andern anstöszern, als Crabaten, Engellendern, Italianern gehabt haben. weltb. 34b; wiewol er etliche anstöszer hett, die zzeiten sich im widersetzten. 232a; zwischen ihn und ihren anstöszern. Fronsp. 3, 237b; summa, er (Carl von Burgund) was ein ruten gottes über alle seine anstöszer. Stumpf 1, 248b; diewil si zu Hitzkilch allen fintlichen willen an iren anstöszern, und insonder an denen von Hochdorf, den Luzernern zugehörig befunden. Bullinger 3, 86; etliche fürsten, die dem land Macedonien nahe gelegen und anstöszer waren, kamen in das lager der Römer. Rihel Liv. 391; seinen hindersassen und anstöszern. Philand. 2, 376; die Österreicher und ihre anstöszer. Simplic. 2, 724; man musz sehen, was die müle vor nachbarn, angrenzer und anstöszer habe. Hohberg 3, 67b. später veraltend. Denkbar wäre auch ein älteres anstöszer für mordbrenner, incendiarius, mhd. viurære; doch bietet sich kein beleg dar.