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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
anstieg bis anstochern (Bd. 1, Sp. 485 bis 486)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) anstieg, m. ascensus: ein herlicher weg, breit, bequemen anstiegs. Göthe 28, 119.
 
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anstielen, manubrium aptare: die axt anstielen.
 
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anstieren, rigentibus oculis intueri, mit stieren, starren augen ansehen: mein böser geist verläszt mich nicht, stiert mich aus allen winkeln an. Klinger 1, 54; während die groszen augen des vetters ihn verwunderlich von der seite anstierten. Arnim 2, 205. s. DWB anstarren, DWB ansturen und DWB stier.
 
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anstift, n. molimen, machinatio: das unholt, geschaffen durchs teufels anstift. Thurneisser archidoxa 148.
 
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anstiften, instruere, machinari, subornare, anstellen, in gutem und schlimmem sinn: einen anstiften etwas zu thun, er war angestiftet von andern. Opitz Arg. 1, 169; falsche zeugen anstiften;

grosz war ihr list, betrug und kunst
leid anzustiften.
Weckherlin 84;

versöhnung anzustiften,
nahm er ein deckelglas,
da floh aus allen herzen
der wilde menschenhasz.
Gleim ode 41;

der hauptmann war auch angestiftet Eduarden aufmerksam zu machen. Göthe 17, 21.
 
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anstiften, n. machinatio: auf wessen anstiften geschah das alles?
 
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anstifter, m. auctor, machinator: anstifter des betrugs; die anstifter zum spiel. Garg. 287a.
 
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anstimmen, die stimme erheben, erschallen lassen:

singt gott und stimmt die saiten an!
Opitz ps. 68;

wenn Hermes stimmet an,
so schläft auch Argus ein.
Fleming 58;

die zunge stimmen an.
Spee trutzn. 148;

ihr freunde, zecht bei freudenvollen chören,
auf, stimmt ein freies scherzlied an.
Hagedorn 3, 99;

angestimmt den gesang!
Voss Luise 3, 616;

der esel singt darum schlecht, weil er zu hoch anstimmt. figürlich, heftige klagen anstimmen; den ton eines verliebten anstimmen;

weh, wenn das volk zerreiszend seine kette ...
die losung anstimmt zur gewalt.
Schiller 2, 168.

früher sagte man auch zu angestimmter stunde, was entweder vom anschlagen an die glocke zu verstehn, oder für die bestimmte, festgesetzte stunde zu nehmen ist: des andern tags z angestimpter stunde kam ich da die sechs frawen schon versamlet waren, meiner wartend. spinnrockens evangelia 1568. A iiib. ob ich den stab möchte wieder nemmen und sampt euch weiter urtheilen und richten, wie vormals öffentlich angestimpt. Reutter kriegsordn. 42.
 
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anstinken, früher, als stinken noch die bedeutung von duften und riechen hatte, gleichviel mit anduften, odore bono malove replere: die blume stank (duftete) uns an; mhd.

daʒ waʒʒer iuch anestinche,
swaʒ ir welt trinchen. fundgr. 99, 45;

die winde musten fleisch, die klippen wasser geben,
das manna stunk euch an.
Fleming 13.

allmälich nur odore malo inficere, anwidern, den gestank an einen gehen lassen:

die erde stinkt mich an.
Gryphius 1, 209;

die erden stinkt uns an, wir gehn zum himmel ein. 1, 160;

Egyptens speise stinkt mich an. derselbe;

[Bd. 1, Sp. 486]



die seele selber ist in unflat eingehüllt,
sie stinkt den himmel an von wegen vieler sünden.
Lohenst. geistl. ged. 51, 962;

der käse stinkt mich an, riecht mich stark an; die kriegsdienste stinken mich an; er stinkt wol gar schon seinen beamten an. Möser p. ph. 2, 65, wo, wenn beamten dat. pl. ist, dieser casus den richtigeren acc. vertritt, den auch andere aufgeben:

weg edelgesindel! pfui, stinkest mir an!
du stinkest nach stinkender hoffart mir an.
Bürger 1, 163;

denn wer, wie ich, die schurken haszt,
dem stinkt ihr wein auch an.
Gökingk 3, 51.

doch ist heute wieder der acc. üblich: was hat einer übrig, den so vielerlei anstinkt? J. Paul Tit. 5, 21; hofleuten trau er keine hand breit und die ganze nation stink ihn an. uns. loge 1, 108; unsere umständliche satire wird aber jetzt jeden anstinken. lit. nachl. 4, 127.
 
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anstippen, s. antippen, antupfen.
 
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anstochern, dentes fodere.