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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
anstellen bis ansticheln (Bd. 1, Sp. 484 bis 485)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) anstellen, n. appositio, institutio, simulatio: es bewegte solch kläglich anstellen die räuber nicht. pers. rosenth. 2, 15.
 
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ansteller, m. instructor: der ansteller eines balls. auch in übler meinung, der anstifter.
 
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anstellig, habilis, idoneus: ein anstelliger mensch, der sich leicht in alles schickt; ein unanstelliges mädchen, das sich zu nichts schicken will; er ist recht anstellig und behende. Tieck nov. kr. 4, 161; der frau feinere, zärtere, anstelligere hand. J. Paul 37, 20; da fand mein schwager, dasz ich sehr anstellig war und lobte mich. Bettine briefe 1, 6.
 
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anstellung, f. institutio, einrichtung, verrichtung, anstiftung, anstalt: nahmen solche anstellung von mir auch zu sondern gnaden an. Schweinichen 3, 133; wenn ich dann nicht wuste, wo doch solcher groll auf mich herkommen möchte, habe ich auf allen seiten anstellung gethan, wie ich solches erfahren könnte. 3, 162; man sagt, es sei alles nur die anstellung eines bösen geistes. Tieck 10, 8; die vernunft hat den verstand und dessen zweckmäszige anstellung zum gegenstand. Kant 11, 491. häufig für anstellung zum amt, emplacement: zahlreiche anstellungen und beförderungen fanden statt. auch die stelle selbst.
 
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anstemmen, applicare pedes, anniti: er stemmte sich heftig an die wand, an den boden an; er stemmt an gegen alle laster;

anstemmen sich in zuckungen und krämpfen.
Rückert 167.


 
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anstengeln, ad palum alligare: bohnen, erbsen sind angestengelt; die an szepter und thron angestängelten hofleute. J. Paul komet 2, xxxvii.
 
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ansterben, morte, hereditate contingere, nnl. aansterven: das gut stirbt mir an, ist mir angestorben, früher besser mich: erbe, das in (eum) anestirbet. weisth. 1, 749; darum lesen wir, das die könige und herrn viel weiber gehabt haben, das mehrer theil daher, das sie inen angestorben sind. Luther 4, 200a;

werd auch auf seinem grund erworbn
und sei ihm gleich halb angestorbn.
Ringwald laut. warh. 330;

hier ist mein eigner grund, der mir selbst angestorben.
Canitz 118;

o selig, wer wie ihr mit selbstgezognen stieren
den angestorbnen grund von eignen äckern pflügt!
Haller alpen 45;

der tummelplatz des seligen Ziegra musz ihm nicht vergebens nun ganz angestorben sein. Lessing 10, 131. s. anerben, anersterben.
 
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ansterblich, morte obtingens: die wal und ansterblich erb gab disen sibenzehenden keiser Marcum Antonium zgenampt Verum. Frank chron. 138b.
 
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ansteuern, anniti, adremigare: zwen äste von dem sechsten par der nerven des hirns, deren einer sich an der pfortader ansteuwret, bisz in die höle der leber hinein erstreckt. Uffenbach neues rosbuch. Frankf. 1603. 1, 125; an das creuz können wir uns steuren. predigt von 1678 bei Schm. 3, 653. mit dem schif ansteuern, ans land rudern.

[Bd. 1, Sp. 485]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) anstich, m. nach verschiednen bedeutungen des anstechens: der anstich des rasens, torfes; der anstich des fasses, des weins; der anstich des obstes von den wespen; der anstich des weins s. anzick.
 
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ansticheln, carpere, aculeatis dictis attingere: was stichelst du mich an? du stichelst immer auf dieselbe sache an. vgl. DWB anzapfen.