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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ansieden bis ansintern (Bd. 1, Sp. 462 bis 463)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ansieden, coquere incipere: das fleisch nur wenig ansieden; und wann es wol angesotten ist, so nimbs heraus. Thurneisser magn. alch. 1, 136. färber sieden ihre zeuge, metallarbeiter, beim versilbern, die metalle an; in der schmelzhütte wird das erz angesotten.
 
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ansiedler, m. accola, colonus. Thümmels reise 6, 381.
 
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ansiedling, m. dasselbe, ahd. anasidilinc.
 
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ansiedlung, f. colonia, ἀποικία.
 
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ansiegeln, cera vincire: ein loses blatt ansiegeln.
 
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ansiegen, victoriam reportare, mit dat. der person, mhd. anegesigen: gewalt noch manegem an gesiget. MS. 1, 26a; auch nhd. noch angesiegen (oben s. 351), wofür hier einige stellen nachzuholen: allen gebresten angesigen. Keisersb. ausg. der jud. 6;

der dem andern oblig
und der mit rechter meisterschaft
dem andern angesig.
Uhland volksl. 337;

wie er hett manchen kampf gethan
darinn im niemand gsiget an. Teuerd. 77, 5;

David, ein kleiner ploszer man
Goliam hat gesiget an.
Schwarzenb. 107, 1;

das ire junkfrawen vermeinten, ir het der tod angesigen (l. angesiget). Aimon B i; der ritter, welchem Galmy den vorigen tag angesiget hat. Galmy 71; damit sie Christum einnam und sieget ihm an als ein rechte und geistliche Israelitin. Mathesius 5a; die hand so den feinden anzusiegen gewehnet war. Opitz 1, 204;

da diesen völkern hat Trajanus angesieget. 1, 128;

du schöner Apulus, an dessen grünem rande
Trajanus vor der zeit mit einem festen bande
ihm dieses land verknüpft, da mancher Römer liegt,
der ritterlich und steif den völkern angesiegt. 2, 46;

und fieng an solchen tag zu schmähen und zu schänden,
da er den rittern hatt und damen angesiegt.
Werders Ariost 20, 64;

ihr werdet ihn (eis) doch nicht ansiegen,
weil ihr wedr stoszen könt noch fliegen. froschm. III. 3, 12.

der riese, ist er wieder auferweckt,
vergebens würdet ihr ihm anzusiegen hoffen.
Wieland.


 
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ansilen, ansillen, alligare, bei den vogelstellern noch erhalten für das anbinden des lockvogels an kleine riemen, in welchen er herumlaufen kann (s. DWB anläufern). nahverwandt mit anseilen. vgl. sil, sille, aftersil.

[Bd. 1, Sp. 463]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ansingen, canere incipere, gesang anheben:

der übel singet, der singe an. Morolf 70;

nu dar, sing an! Bon. 54, 17;

sing an, sing an, frau nachtigal!
du kleines vögelein vor dem wald,
sing an, sing an, du schöns mein lieb
wir bede müssen uns scheiden hie.
Uhland 264.

Dann aber transitiv, mit gesang bewillkommen, grüszen, feiern:

der stiglitz mit seiner witz
der wolt die braut ansingen.
Uhland 36;

man musz uns ansingen und anblasen, das wir den herrn sollen preisen. Luther 5, 462b; z nacht legt man si (die braut) z und singt sie an mit einem christenlichen lied. Frank weltb. 128b;

singt, wer mag und kan,
unsern könig an.
Opitz ps. 47, 3;

das rege federvolk das sang mit süszen stimmen
den jungen tag laut an.
Fleming 52;

das leichte federvieh singt schaf und schäfer an. 149;

Sariza sung uns an. 203;

die sie auf beiden seiten bedeckenden länder sang er also folgender weise an. Lohenst. Arm. 2, 511;

schon sang das hohe lied der lerche
zum zweitenmal den frühling an.
Pfeffel 5, 20;

haben euch die blumen sonst nie angesungen? Tieck 10, 268; muste sich mit nürnbergischen meistergesängen ansingen lassen. J. Paul paling. 2, 37; weil ihn die fürstin an jedem morgen mit einigen strophen aus dem busz- und eulenliede über aufruhr, Ankerströme und propagandisten ansang. Hesp. 4, 133; angesungen von der singschule der musen. Tit. 1, 73.
 
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ansinnen, postulare, anmuten, mhd. an einen sinnen, einen um etwas angehen, an einen gehen, mit der alten bedeutung von sinnen = gehen; statt des persönlichen acc. mit gen. der sache entfaltete sich, wie in andern wörtern ein dativ mit acc. der sache. es hat mir Caspar Müller auf zwei stück antwort angesonnen. Luther 3, 90;

und da wir kommen sind heraus
hat uns ein ries kampfs angesunnen.
Ayrer 220a;

es steh uns ubel an,
das wir sie angesunnen han,
das sie sol unsers willens sein. 391b;

habe vernommen, was dieselbe an mich gesinnet. Simpl. 1, 286;

wie nenn ich dich, halb oder ganz gescheidt,
da du es wagst mir dieses anzusinnen?
Hagedorn;

doch was der kaiser da dem Hüon angesonnen.
Wieland;

ich weisz was dir die königin angesonnen.
Schiller 421;

herr, welches ungeheure sinnet ihr
mir an? ich soll vom haupte meines kindes u. s. w. Tell 3, 3;

jemandem einstimmung ansinnen. Kant 7, 56; der solchen glaubenseid dem parten ansinnete (für ansönne). 5, 116; das wolthun als pflicht jemandem ansinnen. 5, 289; so kann man auch dem spieler nicht ansinnen, dasz er die gesetze wisse. J. Paul teufelspap. 1, 77; einen andern angrif auf ihre starre freiheit machte könig Erich, indem er auch ihnen seinen pflugpfennig ansann. Dahlm. dän. gesch. 1, 407.
 
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ansinnen, n. postulatio, anmutung: sie erschracken über diesem ansinnen. Weise kl. leute 65; er liesz sich dadurch nicht abschrecken, ihm das ansinnen des monarchen mit der möglichsten schonung vorzutragen. Wieland 8, 397.
 
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ansintern, scoria obduci, sinter ansetzen. s. DWB sinter.