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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
anschweif bis anschwingen (Bd. 1, Sp. 452)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) anschweif, m. den webern, kette, aufzug des gewebes.
 
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anschweifen, attexere, assuere limbos. aber auch in andern bedeutungen des schweifens.
 
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anschweiszen, feram cruentare, vulnerare: ein angeschweiszter hirsch. Brockes 6, 218. ferruminare, plumbare, eisen zusammenschmieden, löten:

was bier der dichter seiner akte jedem angeschweiszt.
Platen 252.


 
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anschwellen, incipere tumere, nnl. aanzwellen, gelind aufschwellen, empor schwellen: zur zeit, wo dem mädchen die brüste anschwellen und sich drehen;

dô sich ir brüstel dræten unde ir reit val hâr begunde brûnen.
Wolfram im Tit. 36, 2;

im herbst, wann die traube anschwillt; im mai schwellen die knospen an; wolken schwellen am himmel an:

angeschwollnes gewölke zog von mittag und abend
dunkel am himmel auf und donnerte.
Stolberg 3, 324;

gewässer schwillt durch regen an: aber so ein traum stürzt wie ein angeschwollner strom über den damm. Bettine br 1, 241; töne schwellen an: je stärker ich den ton anschwellen liesz, je näher kam sie. 1, 303; der teig im troge schwillt an; der leib des wassersüchtigen schwillt an. figürlich, das herz schwillt mir an, wird mir grosz; sein mut schwoll plötzlich an; er redete mit angeschwollnen worten; mag doch auch Gambriv wo hervorbrechen und ihr heer anschwellen, ich halte stand bis zum letzten schwerte, das gezückt wird. Klopstock 10, 180; wenn wir unser ich unter das mikroskop setzen, so schwillet es zum glück plötzlich an. J. Paul lit. nachl. 4, 141.
 
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anschwellen, schwellen machen: der unaufhörliche regen schwellte die kleinsten bäche an; sonnenhitze und kühler thau schwellen die traube an; wenn die fülle des herbsts die gefäsze (des winzers) anschwellt. Göthe 39, 351;

dann schwellt der wind die segel sanfter an. 9, 98;

aus den entlegenern provinzen fiengen schon kleine haufen an zu marschieren, welche immer mehr anschwellten (richtiger sich anschwellten, oder anschwollen), je näher sie ihrem standorte kamen. Schiller 1049; auch dadurch hab ich ihn angeschwellt (den entwurf vom platonischen gespräch Menon). Engel 9, 21;

aber der nacht sängerin hallet im busch
nach wehmütiger stimm den ton anschwellend in sehnsucht.
Voss.


 
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anschwellung, f. tumor, intumescentia, incrementum, geschwulst: anschwellung der hände und füsze.
 
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anschwemmen, secundo flumine advehere, nnl. aanzwemmen: der strom schwemmt, schüttet land an; holz auf dem flusz anschwemmen, anflöszen; das gewässer schwemmte eine wiege an, in der ein kind schlief.
 
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anschwemmung, f. alluvio, anschütt.
 
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anschwimmen, adnare: er schwimmt dem ufer an; eine angeschwommne leiche; die schwäne kommen angeschwommen.
 
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anschwindeln, vertiginem creare: der jähe abgrund schwindelte ihn an;

blasz wie geister schwindeln sie mich an.
Schiller 152;

man sagt auch einem etwas anschwindeln, betrügerisch anschwatzen.
 
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anschwingen, vibrare incipere, in schwung setzen: das pendel anschwingen, den knüttel anschwingen.