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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
anschnäbeln bis anschnauben (Bd. 1, Sp. 446 bis 447)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) anschnäbeln, rostra jungere:

das luftvolk (gevögel) auch, da manche frau und mann,
sich schnabeln züchtiglich ümm süsze hochzeit an.
Fleming 153.


 
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anschnallen, affibulare, jungere fibulam, gegensatz von DWB abschnallen: den degen anschnallen, die riemen, sporen, die schuhe anschnallen. figürlich, anheften, anbinden:

[Bd. 1, Sp. 447]


stets angeschnallt an semen siechen leib
darf sie ihm tag und nacht nicht von der seite weichen
Wieland 22, 273;

ich sah den haftbefehl für mich auf den ganzen abend ausgefertigt, und mich der bunten schlieszerin angeschnallt. J. Paul jubels. 102; er hat sich eine liebste angeschnallt.
 
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anschnallen, ferire, fehlerhaft für anschnellen, das im praet. und part. anschnallte, angeschnallt bekommen konnte, nicht im praesens:

wie hohe beum und thurne fallen,
wenn sie (eos) blitz und donner anschnallen. froschm. 2, 2, 3.


 
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anschnalzen, garrire, blaterare versus aliquem.
 
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anschnappen, captare: der hund schnappt die fliegen an.
 
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anschnarchen, acriter, proterve inclamare: einer von ihnen fragte mich, und schnarchte mich stracks an. Simplic. 1, 13;

was dränget ihr euch um die kranken herum,
und scheltet und schnarchet sie an?
Bürger 56b;

nun eilte er zu Rose und schnarchte sie an. Klinger 10, 179; dasz die bildseulen von thieren am tage der allgemeinen auferstehung den künstler anschnarchen werden. Kant 10, 189.
 
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anschnarren, dasselbe, trotzig, heftig anfahren:

was darfst du uns also anschnarren?
H. Sachs 1, 473d;

was darfstu mich also anschnarren? II. 4, 128d;

lieber hauswirt, ich wil euch nimmermehr, wie ich leider gethan habe, bitter anschnarren. Kirchhof wendunm. 333b;

ich bitt, thut verharrn,
und mich doch nicht so hart anschnarrn.
Ayrer 96a;

o hett er
euch nur mit worten angeschnart. 266b.

mir zu liebe, bruder, schnarr ihn nicht an. Fr. Müller 3, 28. doch auch von vögeln: die ente, die drossel schnarrt mich freundlich an. s. DWB schnarren und DWB anschnerzen.
 
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anschnattern, garrire: die störche, die enten schnattern einander an; die schwätzerin schnattert alle leute an.
 
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anschnauen, adhalare, afflare, increpare, durius alloqui: dasz der husvatter die mueszig stonden tagener angeschnawet hat und gesprochen zu inen, wes stond ir hie mueszig? Keisersb. post. 1, 31; schnaw an dein sel hertiglichen umb ... den wolgefallen, den si hatt in süntlichen fröden. baum der seligk. 33a. s. die folgenden.
 
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anschnauben, afflare. intransitiv, die rosse schnauben an, kommen angeschnaubt, anschnaubend;

ihr habt matt mir gemacht die glut anschnaubender stiere.
Voss.

transitiv, anfahren, schnaubend anreden: David hat boten gesand aus der wüsten unsern herrn (Nabal) zu segenen, er aber schnaubet sie an (vulg. aversatus est eos). 1 Sam. 25, 14;

er schnaubt mit flammendem gesicht
den ritter an.
Wieland 17, 72;

hinweg, du hund! schnaubt fürchterlich
der graf den armen pflüger an.
Bürger 70b;

Gianettino schnaubt ihn trotzig an, donner und Doria! Schiller 147; Ferdinand, schnaubte er ihn an, wirst du unterschreiben? Schiller 900.
 
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anschnauben, n. afflatus: so ist uns auch umgekehrt mitten in der warmen freude das kalte anschnauben des windigen schicksals am schädlichsten. J. Paul paling. 1, 9.