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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
anschmielen bis anschnäbeln (Bd. 1, Sp. 446)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) anschmielen, s. DWB anschmollen.
 
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anschmieren, illinere, imputare, nnl. aansmeren: die farbe anschmieren, mit farbe anschmieren; den wein anschmieren, fälschen; eine grosze zeche anschmieren, anschreiben. Stieler 1881; einen anschmieren, schlecht behandeln, betriegen. einem etwas anschmieren, zur last legen:

dem schmirt er aufruhr an, der hat das volk verhetzt.
Gryphius 1, 78.

einem seine waare anschmieren, aufdringen; er hat mirs angeschmiert. angeschmiert! (oben s. 335). sich anschmieren, sich bei jemand hervorstreichen, in gunst setzen durch schlechte mittel.
 
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anschminken, fucare, pingere genas: sie schminkt sich an, trägt schminke auf; weil der göttliche schlusz dich heszlich geschaffen hat, so ists ein vergebliches vornehmen, dasz du dich mit rother farbe anschminkest. pers. baumg. 5, 8. figürlich:

er ist der welt entwischt, da nichts als krieg und streit,
als angeschminkte (es steht angeschmünckte) lieb, als hasz und grimmer neid,
als schand und böse lüsten in vollem schwange gehn.
Opitz 2, 118;

des pöfels lob begern das ist ein armes leben
und angeschminkter schein. 2, 158.

schminkt tugend sich mit ehre an?
Haller s. 35.


 
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anschmirmeln, rancescere: die butter schmirmelt an, rancidulum est. Stieler 1883. s. schmirmeln.
 
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anschmitzen, allidere, maculare, was anschmeiszen, nur leichter, hurtiger: schaw, wer thut an der thür anschmitzen. H. Sachs III. 3, 39c; die rosse mit der peitsche anschmitzen; die fliegen schmitzen alles an; einem etwas anschmitzen, einen fehler anhängen: damit er jedem konte eines anschmitzen. Philand. 1, 253; und nun nachdem ich ihn von diesem angeschmitzten flecke gereiniget, höre man seine nacheiferer. Lessing 8, 471; die tolle frechheit, womit du dich erkühnst, die tugend meiner princessin anzuschmitzen. Wieland 11, 223; die verleumdungen, womit sein charakter angeschmitzt wurde. 24, 296; unzeitige eifersucht hatte ihre unbefleckte ehre angeschmitzt. 27, 93; der ruf hat deine jugend mit andern noch weniger schmeichelhaften beinamen angeschmitzt. 27, 54; dasz er ihren unbescholtenen ruf anschmitze. J. Paul flegelj. 3, 128.
 
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anschmollen, inimice intueri, leviter succensere; was schmollst du mich an?

launet wol gar, und maulet und schmollt das duldende weib an.
Stolberg 3, 272.

H. Sachs aber hat IV. 3, 31b freundlich anschmöllet, was offenbar dem mhd. anschmielen nahe kommt, auch anschmollen musz ursprünglich ein zweideutiges maulverziehen bedeuten, was sich in gutem oder bösem sinn auslegt.
 
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anschmücken, comere, anputzen: die braut anschmücken; sich festlich anschmücken.
 
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anschmunzeln, lene arridere, anlächeln, doch minder edel als dieses. das schlafende kind kann nur anlächeln, nicht anschmunzeln, aber ein mitwissender schmunzelt verstolen an.
 
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anschmutzen, leniter arridere, anlächeln:

ir wolt in all winkel gutzen
und tut die schon weiber anschmutzen. fastn. sp. 142, 23;

ich sach in eins die kirch durchgutzen
und ie zu zeiten eine an schmutzen. 544, 8;

mit freuntlichem lachen, mit lieplichem anschmutzen. 749, 7;

nun ist mir anderst nit zu sinn,
dann sei mein leben halb von hinn.
Woltrost schmützt mich ein wenig an.
Schwarzenberg 151.


 
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anschmutzen, maculare: die schuhe, kleider anschmutzen.
 
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anschnäbeln, rostra jungere:

das luftvolk (gevögel) auch, da manche frau und mann,
sich schnabeln züchtiglich ümm süsze hochzeit an.
Fleming 153.