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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
anpichen bis anplätschern (Bd. 1, Sp. 420 bis 421)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) anpichen, picare: die fässer anpichen; er sitzt angepicht an seine arbeit, wie angepieht, erpicht;

man ist darauf (auf dem pferde) wie angepicht,
will immer ab, und trabt in einem stücke
nur weiter fort.
Gökingk 1, 105;

ein hölzerner weihnachtshahn mit angepichten federn. J. Paul uns. loge 3, 125; eh ich weiter gehe in der geschichte, will ich eine digression anpichen. biogr. bel. 1, 151. s. DWB anpechen.
 
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anpicken, rostro tundere: die vögel picken die kirschen an; alles picket er an. Götz 1, 74.
 
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anpinken, ignem excudere, feuer anschlagen, unhochdeutsch, aber durch pinkepank eingeführt, s. DWB pinken.
 
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anpinseln, penicillo allinere, anstreichen, meist verächtlich, schlecht anmahlen.
 
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anpipen, pipire versus aliquem, nnl. aanpiepen: die vögel pipen uns von frühem morgen an; die hüner anpipen, anlocken. s. DWB anpfeifen.
 
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anpischen, einem pisch, psch zurufen, ihn heimlich locken, gebildet wie anpfuen. man hört auch anpeschen, wenn dies nicht ein anderes anpöschen, anposchen ist.
 
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anpissen, commingere: die hunde pissen die wand an; pissen an die wand. 1 Sam. 25, 22. 1 kön. 14, 10. 16, 11; er bei männiglich so veracht ward, dasz ihn die hunde hätten anpissen mögen. Simpl. 1, 195; so unwerth, dasz mich die hunde anpisten. 1, 375;

den pisse has und esel an.
Pfeffel 1, 121;

der kreuzherr, sagte dieser, trägt sein kreuz nicht umsonst, es thut ihm eben so viel dienste, wie den häusern in Rom ein daran geschmiertes, es darf beide keine seele anpissen, ob mans gleich in Rom vor jedem vorzimmer mag. J. Paul Tit. 2, 25. deutscher ist anseichen.
 
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anplappern, was anplaudern.
 
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anplarren, acclamare objurgando, anschreien:

richter, ich klag euch über den narren,
tut mich stets vor dem volk anplarren. fastn. sp. 269, 12;

der windhals und auch der widhopf
die waren des königs hofnarren
theten einander oft anplarren.
H. Sachs 1, 426a.

s. DWB anblärren; anblerren, anplerren und die einfachen verba.

[Bd. 1, Sp. 421]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) anplatschen, cum strepitu accedere? der tod selbst weisz die stund nicht, wann er soll angreifen und tödten ... dasz er sich selbst dafür acht, die zeit sei hie, er soll anplatschen und angreifen. Paracelsus 1, 44a. vgl. DWB anpatschen. der tod wird aber sonst mehr als schleichend, plötzlich nahend gedacht, vielleicht hat anplatschen den transitiven sinn des anpackens, ergreifens, anplatzens? doch s. DWB anrauschen.
 
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anplätschern, leviter astrepere: anplätschernde welle; der bach plätschert an; der regen plätschert an das fenster an.