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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
anpatschen bis anpflanzen (Bd. 1, Sp. 419 bis 420)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) anpatschen, accedere per humida: der frosch patscht an; die ente kommt angepatscht. s. DWB patschen und DWB platschen.
 
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anpechen, pice inducere: weil aller augen theils auf den sterbenden barden, theils auf die entzückte Ziwolane gleichsam angepecht waren. Lohenst. Arm. 2, 788. besser anpichen.
 
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anpeitschen, flagello incitare: die pferde anpeitschen.
 
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anpesten, tabe inficere: die luft ist angepestet; angepestet von dem hauch der fremden sitte.
 
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anpfählen, palis affigere: den baum anpfählen; den missethäter anpfählen. das nnl. aanpalen ist angrenzen.
 
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anpfeffern, pipere condire: die speise ist zu stark angepfeffert; er pfeffert seine reden noch mit spott an.
 
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anpfeifen, assibilare, συρίζειν: die gänse pfeifen an; der wind hat uns stark angepfiffen;

pfif sie mich an wie ein atter.
H. Sachs 1, 449c;

daher ist der zorn des herrn über Juda und Jerusalem komen, das man sie anpfeift. 2 chron. 29, 8; und Babel sol zum steinhaufen und zur drachenwonung werden, zum wunder und zum anpfeifen. Jer. 51, 37; alle die fur uber gehen, klappen mit henden, pfeifen dich an. klagl. Jer. 2, 15; alle deine feinde sperren ir maul auf wider dich, pfeifen dich an, blecken die zähn. 2, 16; die kaufleut in lendern pfeifen dich an. Ez. 27, 36; werden dich anpfeifen. 33, 31; aber wenn ich hie widerumb spreche, ich lasz mir den leib Christi vom wort nicht scheiden, so solten sie mich wol anpfeifen und pfisten. Luther 3, 377;

denn die ketzer auf deinen bann
und decret nichts mehr geben,
als ob sie ein gans pfiff an.
Soltau volksl. 464;

kein mensch ist der dich sieht, der in die hand nicht klopfe,
und pfeife dich nicht an und winke mit dem kopfe
dir, kind Jerusalems.
Opitz 3, 35;

mein werthes vaterland, vor (ehmals) aller länder kron,
itzt ihr verdammter hasz und angepfifner hohn.
Fleming 70,

man musz nicht jedem narren geben, der einen anpfeift. Claudius 1. 2, 137; wie ein wind allemal in den obern luftgegenden

[Bd. 1, Sp. 420]


sauset, eh er unten an unsere fenster anpfeift. J. Paul Hesp. 4, 105. auf einen pfeifen bedeutet aber ihn verleumden, ein lied auf ihn pfeifen. fastn. sp. 758, 27. s. anpipen.
 
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anpfeisen, gleichfalls assibilare, von einem verlornen starken pfîsen pfeis, aus dem auch das vorhin, nach Luther 3, 377 angeführte pfisten stammt, vgl. sl. piskati, pisnuti pfeifen, (Schmeller 1, 324 hat pfeisen stridere, sibilare aus dem prompt. 1618): morndes gsach ich gens, deren ich nie keini gsächen hatt, do meint ich, do si mich anpfiseten, es weri der tüfel. Th. Plater 15 (ausg. von Baldinger anpfeiserten). vgl. äpfelpfeiser.
 
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anpfetzen, attrectare, vellere: einem die backen anpfetzen; die löwen tapfer anpfetzen. Garg. 147a. s. ankneipen.
 
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anpfisten, s. anpfeifen bei Luther 3, 377.
 
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anpflanzen, conserere plantis, arboribus, nnl. aanplanten: das land anpflanzen; den garten anpflanzen mit bäumen und gesträuch; einen wald anpflanzen; sich anpflanzen, niederlassen; schon lange war Ernst in dieses idealische land gedrungen, schon hatte er sich dort angepflanzt. Klinger 8, 14.