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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
annehmbar bis anneiden (Bd. 1, Sp. 414 bis 418)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) annehmbar, accipi dignus: annehmbare bedingung; annehmbares geschenk; der kürzeste weg, auf welchem der hauptsatz aller practischer wissenschaftslehre als annehmbar erwiesen wird. Fichte grundl. 223.
 
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annehmbarkeit, f.
 
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annehmen , accipere, recipere, sumere, assumere, ahd. ana neman, nnl. aannemen:
1) die dargereichte hand annehmen; das mädchen willigte ein und nahm seine hand an; das gebotene geld annehmen; er empfieng die gabe und nahm sie an; und der knecht nam Rebeca an (nahm sie in empfang) und zoch hin. 1 Mos. 24, 61.
2) weidmännisch und kriegerisch, die sau nimmt den hund an, setzt sich zu wehr; der hirsch nimmt den jäger an, steht und vertheidigt sich; die feldhüner nehmen den schild an, fliehen nicht mehr davor, werden seiner gewohnt; der hund nimmt die fährte an, verfolgt die spur; so nun auch der feind nahm die schlacht an, hielt stand; nimmt den gebotnen kampf nicht an, detrectat pugnam; den zweikampf annehmen; ob feldschlachten anzunemmen und zu thun sein oder nicht. Kirchhof mil. disc. 148; wir haben den schild von inen angenommen. 1 Macc. 15, 20.
3) der magen nimmt die speise an; was der mund annimmt zu kauen, daran hat der magen zu dauen. Garg. 173a; das zeug nimmt die farbe an, die farbe haftet darauf; mastvieh nimmt an, gedeiht, nimmt die mast nicht an, gedeiht nicht; der dichte mantel nimmt keinen regen, das glatte papier keine dinte an; das eisen, wasser nimmt kälte oder wärme an.
4) einen fangen und annehmen, an die hand nehmen, festhalten: angenommen und gefangen werden. erkl. des landfr. von 1522 §. 24; das sie genanten Martin Luther sampt seinem anhang und folgern gefenglich annemen und wol verwaret dir zuschicken wolten. Luther 1, 103b; wie er sol herr Leonharten gefenglich annemen lassen. 3, 410b; darauf hat der richter in gefenglich angenommen; zu dem soll Hans Schanz auf der Morizburg gefänglich angenommen sein. Luthers br. 4, 677 wie du ine gefenklich angenomen und uber das er ursach solichs annemens nit wisse. Chmel Maxim. s. 4 (a. 1493); aber als man die vier an nam (verhaftete) und in eisen schmidet. Frank chron. 223a; ob der profos oder seine knecht einen oder mehr gefengklich annemen würden, so sol sie niemand daran verhindern. Fronsp. 1, 23b; also dasz er mittel kriegt, den papst Joannen gefenglich anzunemmen. Fischart bienenk. 214b; man solle ihn gefänglich annemmen. Zinkgr. 72, 18;

damit wolt er sein dienern sagen,
das sie mich solten nemen an (festhalten, ergreifen). froschm. 1. 2, 2.


5) einen zum mann, sohn, kind, bruder, freund, diener, knecht annehmen; und nam Maccabeum an zum freund. 2 Macc. 13, 24; und haben angenomen andere götter. 1 kön. 9, 9; dazu nam er an aus Israel hunderttausent starke kriegsleute. 2 chron. 25, 6; und nam fremde knechte an aus den insulen. 1 Macc. 6, 29; reiter, schützen, soldaten annehmen; das dorf nimmt einen hirten, nachtwächter, schulmeister an; hernach lieszen i. f. gn. durch Heinrich Schweinichen, damals marschall, vollend mich annehmen. Schweinichen 1, 119. was heute heiszt mit einer rede empfangen, hiesz ehmals annehmen: darauf Heinrich Schweinichen i. f. gn. mit einer zierlichen rede annahm, und blieben i. f. gn. im annehmen auf der kutschen sitzen. 1, 298; ich ritt anstatt i. f. gn. dem bräutigam mit 30 pferden entgegen und nahm ihn an. 1, 301.
6) auf sachen angewandt, etwas annehmen, gern, mit freuden, zu dank annehmen: welchs er zu dank annam. Garg. 159b;

fünf oder sechs man,
die die sach annemen auf deiner seiten. fastn. sp. 514, 23;

du soltest ein andern reien nemen an. 823, 21;

das gericht nimmt die sache, den rechtsstreit an, er wird anhängig; der process ward von dem hofgericht angenommen, da hangt es noch. Garg. 158b; entschuldigungen und ausflüchte werden nicht angenommen; den befehl, die warnung

[Bd. 1, Sp. 415]


nicht annehmen; den satz, vordersatz annehmen; ein anerbieten, gesuch, eine bitte, bedingung, einen auftrag annehmen;

das er der frawen bitt annamb.
H. Sachs 1, 525c;

einen namen annehmen; du solt den namen deines gottes nicht unnützlich annemen (? annamen). Luther 1, 320a; den christlichen glauben annehmen;

als unser vatter Abraham
anfängklich gottes eh annam.
Schwarzenb. 156, 1;

den irthum abschwören und die evangelische lehre annehmen; die nun sein wort gerne annahmen. apost. gesch. 2, 41; so jemand hat das maalzeichen seines namens angenommen. offenb. 14, 11; einen sterblichen leib annehmen; Zeus nahm die gestalt eines schwans, eines rindes an; nahm knechtsgestalt an sich. Philipp. 2, 7; ein feierliches, unnatürliches wesen annehmen. Klinger 8, 272; den schein annehmen; leben annehmen; besserung annemen. Brant narrensch. 237; üble sitten und gewohnheiten; unarten annehmen. Göthe 25, 63; eine meinung, ein system; die angenommensten systeme. Lessing 8, 179; eine weise annehmen; angenommener weise. Kirchhof mil. disc. 96.
7) dies annehmen geht über in die bedeutung des voraussetzens, der supposition und fiction: annehmen = den fall annehmen; nimm an, ein zaubrer brächte dir den wunderstein. Klinger 5, 194; er nahm in seinem betragen kälte, wärme an; ja freilich, antwortete ich mit angenommener kälte. Göthe 19, 283. Gotter 3, 54;

die ziege hört des hasen klagen
mit angenommner traurigkeit.
Hagedorn 2, 35;

den schein von etwas annehmen, was jenem annehmen fremder gestalt begegnet. angenommen, supposé.
8) es mit einem annehmen, den kampf, den tanz, das spiel mit ihm wagen, wir sagen heute lieber aufnehmen: wolan, so nimms an mit meinem herren. Es. 36, 8; mit ihm annemen und wagen. Agricola spr. 178a; mit denen nam ers an in allen pässen und süffen. Garg. 171b;

mit dem es auch kein gott nicht nah hat angenommen.
Opitz 1, 221;

wer wolte nicht viel lieber
an einen sichtbarn feind, für dem er stehen kan,
und auf gut ritterlich es mit ihm nehmen an?
Fleming 134;

sie sind ein kerl, der es, hol mich der teufel, mit manchem cantor annehmen könnte. Lessing 2, 441.
9) jenem den schein annehmen nah verwandt ist ein sich annehmen, sich anstellen, den schein geben, ohne beigefügten acc., aber mit folgendem abhängigem satz: Ciszka nam sich an als wolt er fliehen. Pauli sch. und e. 14a; da nun der narr meint es were vergessen, da gieng er wieder in den saal und nam sich nichts an (that, als wäre nichts vorgefallen) und gieng umb den tisch. 72b; der knecht nam sich an, als ob ers nit het gesehen. 106b; damit aber das er in möcht entlaufen, nam er sich an, er wer von vernunft komen. 75a; so wil ich mich annehmen, ich sei todt. 83b;

der grosze böswicht nimpt sich an,
er hab mir nie kein leid gethan.
Alberus 23b;

wer sich annimpt willig arm zu sein, kein fleisch isset. Frank weltb. 209a; jagen die feind in die flucht, oder nemen sich an, als wolten sie fliehen. Fronsp. kriegsb. 3, 150a; die dise kunst der handwürkung nie gesehen noch getriben haben, und sich doch annemen zu zeiten in groszen schweren sachen, das in ganz unkuntlich und darzu verborgen ist. Braunschweig chirurg. vorrede; andere sind, die ungeachtet ihres alters, natur, neigung und lüsten sich in liebe gegen alte hadermätzen und kupplerinnen annehmen. Philand. 1, 28; ich zwar nehme mich an, ob in ihrem betrübten zustand ich ihnen mittel und linderung verschaffen wolte. 1, 125; der baur nahm sich an, er were nicht bei geld. Zinkgr. 2, 93, 12;

wer bei hof auf allen wegen fort zu kummen sich nimt an,
nehme nur den stab vom holze, das der esel nennen kan.
Logau 3, zugabe 28;

und nimt sich ernstlich an,
der bosheit auf den dienst zu warten, wie er kan. 3, 218;

was die und die ... für fremde mienen an sich nahm.
Lessing 1, 116;

doch die letzte stelle läszt zweifelhaft, ob ein sich annehmen oder an sich nehmen gemeint sei, und bei Logau heiszt sich annehmen mehr sich unterfangen als sich anstellen. in solcher

[Bd. 1, Sp. 416]


bedeutung ist das wort heute ungebräuchlich. sich unterfangen heiszt es aber auch mit ausgedrücktem acc.

ich han mich weibs dienst angenumen. fastn. sp. 267, 16.


sich etwas annehmen meint auch sich es zu herzen nehmen, auf sich beziehen, zumal bittern tadel: du must dir das nicht, nicht so sehr annehmen.
10) sich annehmen mit dem gen. der person oder sache drückt aus an sich nehmen, sich unterfangen, sich darum bekümmern und ist bis auf heute in vollem gebrauch:

wer arzenie sich nimet an
und doch kein presten heilen kan,
der ist ein guoter goukelman.
Brant narrensch. 169;

nemen sich auch stelens an. 295;

das ich mich eur nit vast annim. fastn. sp. 387, 2;

was nimst dich solches zoubers an? 823, 13;

sihe mein herr nimpt sich nichts an fur mir, was im hause ist. 1 Mos. 39, 8; und er nam sich keins dings an. 39, 6; und er sahe drein und nam sich irer an. 2 Mos. 2, 25; bin ich denn from, so thar sichs meine seele nicht annemen. Hiob 9, 21; also wil ich mich gnediglich annemen der gefangenen aus Juda. Jer. 24, 5; und nemen sich keines regierens noch strafens an. Baruch 6, 54; man musz nicht auf die güter gottes fallen und sich ir annemen, sondern durch sie hinauf zu im dringen. Luther 1, 485a; so nimpt er sich sein nichts an. 4, 3; bapst und bischove nemen sich des lerens und predigens wenig an. 5, 169a; darumb gilts nicht, das du es woltest thun, da ers thun solt, und nicht harren, bis er dichs heiszet, und dennoch dich solcher verheiszung annemen und darauf trotzen. 5, 353b; aber gleichwol sollen die herzen in solcher unterscheid gleich gesinnet sein und sich derselben ungleicheit nichts annemen. 5, 429b; mir ist warlich euer schwacheit von herzen leid und viel leider, das ihr euch solcher schwacheit so hart annehmet. Luthers br. 4, 546; von einem bösen menschen, der sich aller bosheit annimpt. Frank weltb. 3a; dann si namen sich so groszer heiligkeit an, das si sich auch der wunderzeichen berümpten. 138b;

man findt oft einen solchen man,
der sich nimpt groszer feindschaft an
umb seines nutzens willen.
Alberus 96;

schweigen still
und nemmen sich des schnopfens an. 119,

geben vor den schnupfen zu haben; darumb wenn die frauwe hernach sich voriger faulheit annam, drouwet er ir mit erzehlter arznei zu helfen. Kirchhof wendunm. 114b; der sich dessen allen annemmen wolte, würd nichts denn unfruchtbare warheit darvon tragen. 226a; und darumb dörfen wir uns dessen nicht annemmen. Fischart bienenk. 172a; die sich annemmen zu verstehn das hochlatin. Garg. 231a; oder nem dich eins ämptleins an, so heist das jar durch herr fortan. 48b; der nam sich aller wollust an. Bingwald tr. Eckh. K 8a; nim dich der demut an. P. 1a; nimm dich nicht mehr an als du bist. Lehmann 57; nehme sich keiner verwunderung oder schreckens an. Zinkgr. 2, 37;

ich glaube, welcher sich nimpt solcher lügen an,
ein feder und papier auch schamroth machen kan.
Opitz 2, 162;

er nam sich solcher gedanken an. Arg. 1, 439; es ist auch keiner gemeint als wer sichs annehmen will. Weise erzn. vorr.; nahm sich, gleich Epikurs göttern, keines dinges an. Wieland 15, 156;

o mutter, nimmst du so dich meines elends an?
Gotter 2, 20;

so lang sie der wirtschaft sich annimmt. Göthe 40, 314; wenn ich der wirtschaft mich als wie der meinigen annehme. 40, 317; ich nehme mich der armen waisen an, unterstütze sie, stehe ihnen bei.
11) anstatt des gen. setzt die ältere sprache oft die praep. um: und nam mich umb die Christin an. H. Sachs III. 3, 7b; das ir euch umb die redekunst so ernstlich annemet. Luther 4, 377b; wo aber ein könig oder fürst oder adel ist, die sich mit ernst, ja mit ernst sage ich, umb gott und sein wort annemen, die magstu wol für wunderleute gottes halten. 6, 143b; doch niemand sich drumb angenommen zu erfaren, was Mahmets glaube were. 8, 11b; und haben sich auch alle umb in angenommen. 8, 80b; es ist die ebräische lection ledig worden, darumb sich vielleicht etliche werden annehmen. Luthers br. 5, 606; würden etliche fürsten aufwachen und sich umb die religion annemmen. Melanchth. decl. von Sigesmundo, deutsch durch Lauterbeck bl. 19; und sich umb aller menschen not als ihrer eignen annemmen. Frank weltb. 45b; wenn

[Bd. 1, Sp. 417]


nu die bischof mit gott und der schrift nichts erhalten kondten, so hengeten sie sich an die höfe oder namen sich umb die Even und Herodiasen an. Mathesius 86b;

bin schlechter, armer leut ein sohn,
darf mich umb euch nicht nemen an.
Ayrer 174b;

derselb hat mir auch war gesagt,
mich anzunemen umb kein weib. 243b;

und ihren Valentiu zu lan,
sich umb den köng zu nemen an. 286a;

ich auch nicht gstatten kan,
dasz er sich umb das weib annem.
Ayrer fastn. 15b.

diese fügung ist abgekommen, wiewol man etwa noch sagen könnte: er nimmt sich darum nichts an, kümmert sich nichts darum.
 
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annehmer, m. pers. baumg. 10, 1. nnl. aannemer.
 
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annehmlich, gratus, acceptus, nnl. aannemelijk: wohin ich auch sonsten gebeten, bin ich gezogen, und mich den leuten annehmlich gemacht. Schweinichen 1, 73; dieweil wir aber sehen, das euch der fried mit den vier sünen Aimonts nit annemlich ist. Aimon bogen S; diese vestung ist wol annehmlich, ich kan aber nicht sehen, dasz sie so gar stark sei. pers. baumg. 1, 26; zwitscherten als die nachtigalen annehmlich wie die aufgegangene rosen. 9, 2;

auch selbsten wol vermerkt und spürt, dasz ganz und gar
sein dienst und liebe nicht bei ihr annehmlich war.
Werders Ariost 5, 21;

annehmliche gäste. Lohenst. Arm. 1, 731; bald eine annehmliche allusion, bald einen sinnreichen gedanken in sich halten. Günther vorr. s. 11; gezwungen der annehmlichen gesellschaft zu entrathen. Weise erzn. 13; in den backen spielete eine annehmliche röthe durch die braunen milchhärgen. kl. leute 24; liebesbrief an die annehmliche madame. Menantes 1, 259;

annehmlich, wenn du schreibst, doch wenn du redst noch mehr.
Wernike 217;

ich bot allen meinen mutterwitz auf, dem alten Sadik meinen antrag annehmlich zu machen. Wieland 8, 406. annehmlich und angenehm sind der ableitung nach dasselbe und wurden auch sonst so gebraucht. heute ist uns angenehm mehr das anmutige, annehmlich das annehmbare; wir sagen annehmliche bedingungen, vorschläge, hingegen angenehme gäste, angenehmes mädchen.
 
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annehmlichkeit, f. anmut, reiz: der alte mann antwortete ihr mit sonderbarer annehmlichkeit. pers. baumg. 3, 10; der junge herr .. hat das herrliche ansehn mit überaus groszer geschicklichkeit und sonderbarer annehmlichkeit begleitet. Leibnitz 330; wilde annehmlichkeiten. Lessing 1, 396; du liebest das landleben, und du wirst gelegenheit haben alle seine annehmlichkeiten zu schmecken. Wieland 1, 223; annehmlichkeiten des mondscheins. 2, 50; nichts übertraf die annehmlichkeit seines umgangs. 3, 18; annehmlichkeit und geschmackloses wesen, freiheit und aufpassen. Göthe 19, 177; annehmlichkeit gilt auch für vernunftlose thiere, schönheit nur für menschen. Kant 7, 51. dies annehmlichkeit hat also mehr die alte bedeutung von annehmlich = angenehm behauptet.
 
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annehmung, f. acceptio, nnl. aanneming: gefängliche annehmung. erkl. des landfr. von 1522 §. 24; dieser siebend vers sagt von der annemung der heiden, und das gott die heiden richtet. Luther 1, 96b; das es nicht ein weniger wunder ist, wie sie sich der hoffart und annemung enthalten, denn das sie solche güter überkommen hat. 1, 481a; gnade heiszet auch barmherzigkeit und gnedige annemung. Melanchthon hauptart. s. 455; annehmung des christlichen glaubens. Frey garteng. 11b; doch ist er endlich zu annemung des bisthumbs genötiget worden. Zinkgr. 8, 9; die annehmung des königlichen praedicats. Hahn 3, 188; hatte auch um so viel weniger ursache die annehmung derselben (freundschaft) zu bereuen. Plesse 1, 4; Alceste aber findet den antrag der annehmung eines ehrlichen mannes unwürdig. Lessing 4, 394; alles das kann damals zur annehmung seiner lehre wichtig gewesen sein, itzt ist es zur erkennung der wahrheit dieser lehre so wichtig nicht mehr. 10, 322; so hart das gesetz war, so schmeichelte sich der französische mediateur noch immer den kurfürsten zur annehmung desselben vermögen zu können. Schiller 944; sondern die wirkliche annehmung derselben (der offenbarung) als einer solchen noch unter andern bedingungen stehen müste. Fichte kr. der offenb. 108; die nothwendigkeit der annehmung eines künftigen lebens. Kant 2,

[Bd. 1, Sp. 418]


324; die annehmung des daseins gottes. 4, 247; diese annehmung gehört für die theoretische vernunft. das.; der innere grund der annehmung aller seiner maximen. 6, 214. fast überall gilt heute annahme statt annehmung, das sich bei den philosophen zulängst erhielt, die darin den act des annehmens stärker ausgedrückt finden.
 
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annehmungsfähig, einen begrif als annehmungsfähig rechtfertigen. Kant 7, 276.
 
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annehmungswürdig, annehmungswürdige gründe. Kant 8, 236; annehmungswürdigste bedingungen. 8, 381.
 
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annehmungswürdigkeit, f. die annehmungswürdigkeit einer hypothese. Kant 2, 580.
 
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anneiden, invidere, subinvidere:

gar nicht kan er zu lang der armen leiden leiden,
dan offen ist sein ohr, wie ihr leid offenbar,
so nimmet er auch deren wahr
die feindlich sie anneiden.
Weckherlin 93.