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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
anmaszerin bis anmerken (Bd. 1, Sp. 407)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) anmaszerin, f. imitatrix: die kunst ist ein äffin und anmaszerin der natur. Frank 2, 107.
 
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anmaszlich, arrogans, dünkelhaft, anmaszend, angemaszt, angeblich: ein anmaszlicher kenner; und folglich läszt sich aus diesem punkte der anmaszliche Sebastian nicht verdammen, aber wenn man ihn selbst näher betrachtet, findet sich auch da keine spur des betruges? keine. Lessing 6, 151; mistrauen in die absichten ihrer anmaszlichen beschützer. Wieland 3, 69; die alte Krobyle fand nicht für gut, ihrer pflegetochter zu entdecken, wie theuer sie dem Alcibiades ihre anmaszlichen rechte über sie verhandelt habe. 3, 269; wenn wir ihre anmaszlichen vorzüge auf ihren wirklichen werth herunter setzen. 3, 309; vor der abhängigkeit von einer anmaszlichen hauptstadt bewahren. 29, 350; vor diesen anmaszlichen gerichtshof. Schiller 409; da er (Innocenz) den kaiser unerbittlich fand, diese anmaszlichen rechte der kirche für die zukunft in sicherheit zu setzen. 1038;

als knabe verschlossen und trutzig,
als jüngling anmaszlich und stutzig.
Göthe 2, 291;

der tollen jugend anmaszliches wesen. 3, 248;

ein begünstigter freund triumphiert über den anmaszlichen nebenbuhler. 25, 38; anmaszliche unkenner. 31, 216; die theilnahme halbfähiger anmaszlicher naturen. 36, 187.
 
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anmaszung, f. imitatio, usurpatio. Fischart nennt die kinder gegenüber dem vater schön: spiegel seiner vergangenen jugend, anmasung (d. i. anmaszung) seiner geberden, angesicht und angestalt. Garg. 67a; (Gargamelle war) wolgeberdig, holdseliger anmaszung (miene?) und anmütiger redbescheidenheit. 77a. heute stolzer anspruch: die anmaszungen Sigismunds auf den schwedischen thron. Schiller 920; der adel, da er wenig hofnung hat, seine rechte auf der seite des thrones zu erweitern, sucht sich für seine ergebenheit gegen denselben durch anmaszungen über die rechte des volkes zu entschädigen. Wieland 7, 61; die deduction eines urtheils, d. i. legitimation seiner anmaszung. Kant 7, 134;

wo anmaszung mir wol gefällt?
an kindern: denen gehört die welt.
Göthe.


 
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anmauern, jungere muros: noch ein stück anmauern.
 
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anmäulen, ringi, os aperire, ululare versus aliquem, wäre mhd. ane miulen und kann das franz. miauler, miauen erklären: (die schwermer) solten dieselbigen (sprüche) wol anmeulen und flugs überhüpfen. Luther 3, 365b; die bilder haben (die schwermer) ein wenig angemeulet, aber doch nicht gebissen. 461; anmeulen und plaudern heisze ich nicht beiszen. 480b;

ihr katzen und ihr hund, ihr kauzen und nachteulen
helft mir zu tag und nacht anmäulen und anheulen! friedens weheklage 1640.


 
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anmauzen, anmaunzen, acclamare instar felium, gleichsam frequentativa von anmiauen, anmauen, s. das vorige wort.
 
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anmeckern, adboare instar caprarum, balare, balitare (Plaut. Bacchid. V. 2, 5, wo Ritschl palitare vorzieht).
 
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anmelden, annuntiare, denuntiare, nnl. aanmelden: was unser gnadigster fürst uns in dem articulbrief hat anmelden und zusagen lassen. Kirchhof mil. disc. 79; also dasz sich in wenig tagen ein hitziges fieber anmeldete. Weise erzn. 359; sich zu einem besuch anmelden lassen; es melden sich wenig studenten bei ihm an; wenn die dielen oder wände im zimmer krachen, sagen abergläubische es hat sich ein todter oder ein tod angemeldet. vgl. Haltaus 37.
 
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anmeldung, f. annuntiatio.
 
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anmengen, admiscere, nnl. aanmengen: das futter mit schrot, kleie, den leimen mit stroh anmengen. s. DWB angemenge.
 
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anmerken, annotare, notam apponere, nnl. aanmerken, zu dem text, während bemerken keinen voraussetzt, doch kann auch ein anmerker von sich selbst beginnen, Lessing, und seine zeit, setzt öfter anmerken für bemerken, observare z. b. 4, 166, gewöhnlich aber heiszt ich merke es ihm an ich bemerke es an ihm. da die leute seine weisheit, vorsichtigkeit und gute vernunft anmerkend ihn mit herrlichem gewand bekleideten, weil er sonsten arm war. pers. baumg. 4, 2; ich habe angemerkt (bin inne worden), dasz sie mit ihm wie mit der offenbarung umgehn. Klopst. 11, 233; sie gestehen also zu, dasz es glückseligkeit gebe? das habe ich gleich vom anfange zugestanden, nur habe ich zugleich angemerkt u. s. w. 11, 285; damit man dies wort ja im rechten verstande nehme, so merken wir an, dasz.

[Bd. 1, Sp. 408]


12, 19; was Reichard von dem kreuzgange sagt ist besonders anzumerken. Lessing 9, 249; wobei einer seiner scholiasten anmerkt, dasz der dichter Agathon einen guten tisch geführt habe. Wieland 1, 12; ich werde es hoffentlich nicht erst anmerken dürfen. Schiller 102; setzen sie hinzu, was auch der Sicilianer anmerkte, dasz. 731; wie es denn gewis angemerkt zu werden verdient, dasz. Göthe 26, 254; den tag im kalender anmerken; ich habe es in einem buche angemerkt gefunden. wir wollen diese schöne kunst nicht so gar verwerfen, angemerkt (attendu), dasz doch eine grosze kraft mitwürkend sei. Simpl. 1, 200.