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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ankrümmen bis anlachen (Bd. 1, Sp. 387 bis 388)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ankrümmen, procurvare.
 
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ankühnen, cicurare, kühn, dreist machen, ankirren: von allen orten her angekünt und geludert. Simpl. 2, 352.
 
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ankünden, annuntiare, edler und dichterischer als ankündigen:

ach wer bin ich, dasz gott den fürchterlichsten der tode
anzukünden mich sendet?
Klopst. Mess. 10, 1018;

worte sprechen ihn nicht aus, aber sie sind doch
seines lichts ankündende dämmerung.
alles kündet dich an.
Göthe 1, 66;

ein flüchtig wort, das er mir gestern sagte,
schien mir sein werk vollendet anzukünden. 9, 111;

tiefgefühlte reuelieder
künden uns die brüder an;

es ist eine neue epoche, die sich uns in diesen denkmalen ankündet. 25, 48.
 
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ankündigen, nnl. aankondigen, dasselbe: kündiget ihnen ihres ungehorsames willen den tod an. pers. rosenth. 7, 20; welches dem gast um so räthselhafter vorkam, als sämtliche männer hier, nicht wie einheimische, sondern wie vorüber wandernde in allem übrigen sich ankündigten. Göthe 23, 9; ein behender mann, der sich durch ausgekramtes geräth als barbier ankündigte. 23, 10; auf den (kaiser Joseph) die welt bei den hohen eigenschaften, die er ankündigte, die gröszten hofnungen setzte. 24, 309; man liebt an dem mädchen was es ist, und an dem jüngling was er ankündigt. 26, 255; Neapel kündigt sich froh, frei und lebhaft an. 28, 15; folgte zuerst die französische garnison. seltsamer war nichts als wie sich dieser zug ankündigte, eine colonne Marseiller trappelten heran. 30, 314.
 
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ankündigung, f. nnl. aankondiging. die ankündigung des wechsels kommt mir ein wenig unvermutet. Rabener 3, 357; diese ankündigung (offenbarung) gottes selbst geschieht nun durch das übernatürliche in uns. Fichte kr. der offenb. 76.
 
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ankunft, f. origo, adventus, nnl. aankomst. obschon an und ab sich sonst gegenüberstehn, so drückt doch das frühere ankunft gerade aus was das heutige abkunft, nemlich ursprung und abstammung: aber dieses namens weisz man keine ursach

[Bd. 1, Sp. 388]


noch ankunft anzuzeigen. Luther 3, 432; man sol die Christen leren, das die schlüssel nicht gegeben sind der allgemeinen kirchen, sondern Petro und dem bapst, durch ordentliche ankunft auf sie. 1, 16b; denn was sein ankunft aus der schrift nicht hat, das ist gewislich vom teufel selbs. 2, 14a; von der welt ankunft. Frank weltb. vorr.; erste ankünfte, primae origines. Rihel Livius 2; und wie Epiphanius schreibet, soll sie von der sareptanischen wittib nachkömling ir ankunft haben. Mathesius 5a; wöllen wir erstlich von ankunft und ausbreitung der bergwerk reden. 7a; nach ankunft diser bergstedte haben sich die bergwerk immer fürm und im gebirge ereiget. 17b; Job aber ob er wol von Ismahel oder Esau sein ankunft gehabt. 19a; es sagen etliche scherzweise, die fürsten, herren und edelleut haben ire ankunft daher. Agricola 264; damit ich aber nun zu meiner ankunft und geburt komme. Schweinichen 1, 18; meines herrn vatern geburt und ankunft. 1, 18; wiewol auch solcher gebrechen von schnellem laufen und heftigen groszem springen oftmals sein ankunft hat. Zechendorfer gebr. der ros. 1, 27; so ein offener schaden in dem maul von dem zaum sein ankunft hat. 1, 66;

wan dan der sonnen ankunft klar
der sternen schar vertreibend mich erwöcket.
Weckherlin 8;

sol seiner ankunft klein
in aller demut eindenk sein.
Ringwald laut. w. 149;

sein nidrig ankunft übersicht. 150;

ein edler samen schlegt
der ersten ankunft nach, von der er früchte tregt.
Opitz 1, 227;

ungeachtet seiner geringen ankunft. 1, 3a; ungeachtet ihrer adelichen ankunft und standes. poet. 15;

Willegis, deiner ankunft nicht vergisz.
Zinkgr. 2, 25;

dasz er und andere teufel von den verstoszenen engeln ihr ankunft haben. Ayrer proc. 1, 14; wann man seine edlen ahnen und ihre ankunft, leben und edle verrichtungen heraus streichet. Simpl. 1, 4; ihren ursprung allezeit durch eine göttliche ankunft zu verherlichen. Bünau 1, 5; weil die Belgen teutscher ankunft gewesen. Mascou 1, 25; von teutscher ankunft. 1, 58; auch bei Stieler 1003 ist ankunft ortus, origo, adventus, nach dem titel seines sprachschatzes will er handeln von gebrauch und ankunft der wörter. stamm und stand kommen von den alten an die jungen, wie die stelle aus Luther 1, 16b deutlich macht, ankunft ortus vergleicht sich also dem transitiven ankommen, auf einen kommen. das von dem neueren, intransitiven ankommen advenire geleitete ankunft adventus entsprang erst mit diesem, so wie jenes ältere mit dem verbum veraltete.
 
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ankünsteln, arte affingere: das ist ihr nicht natürlich, sondern angekünstelt, s. DWB anlügen.
 
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ankuppeln, lenocinando copulare: die alte hat ihm das mädchen angekuppelt; die mir anzukuppelnde person. ehe eines weibes 163. verschieden von ankoppeln.
 
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anküssen, adosculari: als er der mutter die gute nacht anküste. J. Paul Fibel 121.
 
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anlächeln, leniter arridere, eine schöne zusammensetzung: wenn er dein bedarf, kan er dich fein effen und lächelt dich an. Sirach 13, 7; jedoch das weisz ich, wann einen die ros anlechelt, das ers gern abbrech. Fischart Garg. 77a; das kind lächelte seinen vater an; das glück will dich anlächeln. nicht gut mit dem dativ: er schaft oder trägt es (das ausgesetzte kind) in das findelhaus, damit es wenigstens taufe und namen erhalte. eines denn freilich wol lieber als das andere, nach dem ihm das eine mehr angelächelt, als das andere, nach dem ihm das eine den finger mehr gedrücket, als das andere. Lessing 10, 199.
 
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anlachen, arridere, nnl. aanlagchen, gegen, an einen lachen: mhd. noch grüeʒet noch lachet an. Lichtenst. 598, 29.

wer durch die finger sehen kan,
und leszt sin frow eim andern man,
do lacht die katz die müs süesz an.
Brant narrensch. 137;

wo mir von einer ie ein grusz wart
und mich anlacht uber ein zan. fastn. sp. 260, 30;

mein junger narr kan wol machen,
das mich die kelber do anlachen. 118, 24;

davon sie krenzlein machen,
und schenken sie irem schatz,
den sie so freundlich aulachen,
und geben im ein schmatz. Ambras. lb. 18, 6;

hiernach sind bein vierzigen studenten versammelt komen, die ihnen alle unbekant gewest, und die armen väter viel

[Bd. 1, Sp. 389]


spottes angelachet. Melanchth. 1, 489; wo nun etliche seind ein wenig eergeitiger, so anlachen sie doch, und frewen sich mit. Frank 5;

die anlachend gesprechlichkeit,
die in den kindern wir all spüren.
Fischart lieder 92;

im kellerstüblein, da ihn das new fasz anlacht. Garg. 57b; lacht es (das krüglein) an. 225a; höfischen anlachens. 239b; wenn die fraw einen frembden mit einem süszen blick anlachet. pers. baumg. 7, 22;

die zunge musz es thun, soll wer die purpurrosen
des mündleins lachen an und ihnen liebekosen.
Logau 2, 1, 38;

das auge lacht die wollust an, den schmerz beweint es drauf. 3, 6, 100;

der, denkt sie, der ist auch gefangen,
und lacht mich schalkhaft an.
Lessing;

nahe dem schenktisch,
welcher mit obst anlacht. Luise 3, 517;

wo uns der kleine freundliche ort gar anmutig anlachte. Göthe 25, 321 (ille terrarum mihi praeter omnes angulus ridet); die äpfel auf dem baume lachen mich an; die sonne lachte freundlich (nach dem gewitter) die erschrockene erde an. J. Paul Tit. 1, 144; eine gasse kleiner häuser mit welschen dächern voll bäumchen lachten den blick freundlich an. 2, 50; wie er die treppe herabläuft in die anlachende hochzeitstube hinein. uns. loge 3, 158.