Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ankreischen bis ankünsteln (Bd. 1, Sp. 387 bis 388)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ankreischen, anschreien, nnl. aankrijten: het wichtje krijt zijne moeder aan.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
ankriechen, arrepere, nnl. aankruipen: die raupe kriecht das blatt an, kriecht an das blatt:

von Mopsen wird er kaum erkannt,
so dürftig kommt er angekrochen.
Hagedorn 2, 28;

weil es in einigen gesellschaften der groszen welt wider den wolstand ist, ein christ zu sein, und die wolgesitteten kein höheres glück kennen, als dort nur so eben ankriechen zu dürfen, so verleugnen sie das christenthum. Klopst. 12, 359. Thümmels reisen 10, 161.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
ankriegen, induere, gegensatz von DWB abkriegen: die stiefel sind zu enge, ich kann sie nicht ankriegen, an die füsze ziehen, feiner, nicht anbringen.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
ankritzeln, penna respergere.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
ankrümmen, procurvare.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
ankühnen, cicurare, kühn, dreist machen, ankirren: von allen orten her angekünt und geludert. Simpl. 2, 352.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
ankünden, annuntiare, edler und dichterischer als ankündigen:

ach wer bin ich, dasz gott den fürchterlichsten der tode
anzukünden mich sendet?
Klopst. Mess. 10, 1018;

worte sprechen ihn nicht aus, aber sie sind doch
seines lichts ankündende dämmerung.
alles kündet dich an.
Göthe 1, 66;

ein flüchtig wort, das er mir gestern sagte,
schien mir sein werk vollendet anzukünden. 9, 111;

tiefgefühlte reuelieder
künden uns die brüder an;

es ist eine neue epoche, die sich uns in diesen denkmalen ankündet. 25, 48.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
ankündigen, nnl. aankondigen, dasselbe: kündiget ihnen ihres ungehorsames willen den tod an. pers. rosenth. 7, 20; welches dem gast um so räthselhafter vorkam, als sämtliche männer hier, nicht wie einheimische, sondern wie vorüber wandernde in allem übrigen sich ankündigten. Göthe 23, 9; ein behender mann, der sich durch ausgekramtes geräth als barbier ankündigte. 23, 10; auf den (kaiser Joseph) die welt bei den hohen eigenschaften, die er ankündigte, die gröszten hofnungen setzte. 24, 309; man liebt an dem mädchen was es ist, und an dem jüngling was er ankündigt. 26, 255; Neapel kündigt sich froh, frei und lebhaft an. 28, 15; folgte zuerst die französische garnison. seltsamer war nichts als wie sich dieser zug ankündigte, eine colonne Marseiller trappelten heran. 30, 314.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
ankündigung, f. nnl. aankondiging. die ankündigung des wechsels kommt mir ein wenig unvermutet. Rabener 3, 357; diese ankündigung (offenbarung) gottes selbst geschieht nun durch das übernatürliche in uns. Fichte kr. der offenb. 76.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
ankunft, f. origo, adventus, nnl. aankomst. obschon an und ab sich sonst gegenüberstehn, so drückt doch das frühere ankunft gerade aus was das heutige abkunft, nemlich ursprung und abstammung: aber dieses namens weisz man keine ursach

[Bd. 1, Sp. 388]


noch ankunft anzuzeigen. Luther 3, 432; man sol die Christen leren, das die schlüssel nicht gegeben sind der allgemeinen kirchen, sondern Petro und dem bapst, durch ordentliche ankunft auf sie. 1, 16b; denn was sein ankunft aus der schrift nicht hat, das ist gewislich vom teufel selbs. 2, 14a; von der welt ankunft. Frank weltb. vorr.; erste ankünfte, primae origines. Rihel Livius 2; und wie Epiphanius schreibet, soll sie von der sareptanischen wittib nachkömling ir ankunft haben. Mathesius 5a; wöllen wir erstlich von ankunft und ausbreitung der bergwerk reden. 7a; nach ankunft diser bergstedte haben sich die bergwerk immer fürm und im gebirge ereiget. 17b; Job aber ob er wol von Ismahel oder Esau sein ankunft gehabt. 19a; es sagen etliche scherzweise, die fürsten, herren und edelleut haben ire ankunft daher. Agricola 264; damit ich aber nun zu meiner ankunft und geburt komme. Schweinichen 1, 18; meines herrn vatern geburt und ankunft. 1, 18; wiewol auch solcher gebrechen von schnellem laufen und heftigen groszem springen oftmals sein ankunft hat. Zechendorfer gebr. der ros. 1, 27; so ein offener schaden in dem maul von dem zaum sein ankunft hat. 1, 66;

wan dan der sonnen ankunft klar
der sternen schar vertreibend mich erwöcket.
Weckherlin 8;

sol seiner ankunft klein
in aller demut eindenk sein.
Ringwald laut. w. 149;

sein nidrig ankunft übersicht. 150;

ein edler samen schlegt
der ersten ankunft nach, von der er früchte tregt.
Opitz 1, 227;

ungeachtet seiner geringen ankunft. 1, 3a; ungeachtet ihrer adelichen ankunft und standes. poet. 15;

Willegis, deiner ankunft nicht vergisz.
Zinkgr. 2, 25;

dasz er und andere teufel von den verstoszenen engeln ihr ankunft haben. Ayrer proc. 1, 14; wann man seine edlen ahnen und ihre ankunft, leben und edle verrichtungen heraus streichet. Simpl. 1, 4; ihren ursprung allezeit durch eine göttliche ankunft zu verherlichen. Bünau 1, 5; weil die Belgen teutscher ankunft gewesen. Mascou 1, 25; von teutscher ankunft. 1, 58; auch bei Stieler 1003 ist ankunft ortus, origo, adventus, nach dem titel seines sprachschatzes will er handeln von gebrauch und ankunft der wörter. stamm und stand kommen von den alten an die jungen, wie die stelle aus Luther 1, 16b deutlich macht, ankunft ortus vergleicht sich also dem transitiven ankommen, auf einen kommen. das von dem neueren, intransitiven ankommen advenire geleitete ankunft adventus entsprang erst mit diesem, so wie jenes ältere mit dem verbum veraltete.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
ankünsteln, arte affingere: das ist ihr nicht natürlich, sondern angekünstelt, s. DWB anlügen.