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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
anklappen bis ankleiden (Bd. 1, Sp. 382)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) anklappen, pulsare, pultare: des morgens kommt Heilung frühe und klappet im zimmer an, will nein. Schweinichen 1, 189, scheint nicht recht hochdeutsch und steht für das übliche anklopfen, doch vgl. das folgende und klapf, klapper.
 
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anklappern, crepitare: der storch kommt angeklappert, naht sich klappernd.
 
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anklatschen, allidere: das sanfte anklatschen der wellen am steinigen ufer. Bettine tageb. 52; der regen klatscht an die steine. vgl. DWB anplatschen, DWB anplätschern.
 
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ankleben, adhaerere, ahd. anachlepên, nnl. aankleven, wie ein leim anhängen, anhaften: der vogel klebt schon an der ruthe an; die klette klebt dem rock an; der fisch klebt an der angel, und die fischer locken kleb an!; meine zunge klebt an meinem gaumen. ps. 22, 16; lasset uns ablegen die sünde, so uns immer anklebet. Hebr. 12, 1;

voller fastnacht ist die welt, thorheit klebet jedem an.
Logau 2, 10, 32;

pfeiflein, da noch seine bäcklein
ruch und athem kleben an.
Spee trutzn. 1841 s. 258;

die andern wären alle an einer anklebenden krankheit gestorben. pers. reiseb. 1, 4; ein mensche, dem menschliche schwachheit anklebet. colica vorr.; der name Dietrichsburg klebt jetzt nur noch der spitze eines hohen berges im amte Grönenberg an. Möser 1, 320; dem landgute klebt die weidegerechtigkeit an; um so mehr als jene dinge nach so langer gewohnheit einem immer noch ankleben. Göthe 27, 279; ein zufälliger nebenumstand, der einem beweise nicht nothwendig anklebet. Kant 8, 140.
Transitiv, ankleben, anheften, ahd. anachlepan: noch ein blatt ankleben; eine bekanntmachung ankleben (an die mauer); der klebt sich allenthalben an. vgl. ankleiben.
 
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anklebisch, viscosus: noch füle ich immerdar den alten anklebischen unflat, das ich gerne mit gott handeln wolt. Luther 6, 43a.
 
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anklebsel, n. quod adhaeret. nnl. aankleefsel.
 
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anklebung, f. adhaesio: also auch were es unmüglich, das wir möchten rein werden von der anklebung der zeitlichen güter. Luther 1, 190a.
 
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anklecken, adspergere, affundere, affigere:

der eltern schnöde lust
hat mir auch angekleckt den bösen kot und wust.
Fleming 20 (1685, 22);

wo der adler nistet, kleckts die schwalbe nicht an. Klopst. 12, 147; er kleckt sie misgünstig oder günstig an sich an. Herder 17, 99.
 
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anklecksen, frequentativ des vorigen, maculare aspergendo: siehst du mich für eine angekleckste lehmwand an? Fr. Müller 2, 50.
 
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ankleiben, illinere, affigere, ahd. anachleipan: einen zettel ankleiben; gute aber jetzt ungebräuchliche wortform.
 
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ankleiden, induere, nnl. aankleeden, ein vornehmer ausdruck für anziehen, doch nur das anlegen des gewandes überhaupt, nicht der einzelnen stücke bezeichnend, man kann nicht sagen die schuhe, die handschuhe ankleiden statt anziehen. der fürst wird angekleidet, läszt sich ankleiden; ich stand auf und kleidete mich an, legte alle kleidungsstücke an; viel zeit verstreicht über dem ankleiden, das auskleiden geht schneller. der mai hat den wald und die aue neu angekleidet.