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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
anklagbar bis anklang (Bd. 1, Sp. 381)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) anklagbar, accusabilis.
 
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anklage, f. accusatio, nnl. aanklage: ihre anklage in aller form und öffentlich zu thun. Schiller 822; ich erkenne mich der anklage schuldig. Klinger 3, 202; du solt falscher anklage nicht gleuben. 2 Mos. 23, 1; da befand ich, dasz er beschuldiget ward von den fragen ihres gesetzes, aber keine anklage hatte des todes oder der bande werth. apostelg. 23, 29.
 
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anklagen, accusare, nnl. aanklagen, mit dem gen. der sache, statt dessen aber auch praepositionen gebraucht werden: einen auf leib und leben anklagen, einen des mordes, diebstals anklagen; sein eignes gewissen klagt ihn an; klagte sie an, dasz sie ire brüder ums geld verkauft hätten. 2 Macc. 10, 21; ich werde angeklagt umb der hofnung und auferstehung willen der todten. apost. gesch. 23, 6; über der auferstehung der todten werde ich von euch heute angeklagt. 24, 21; aber gern will ich mich eines fehlers anklagen. Klinger 11, 275; alles bösen, das geschehn ist, des klagen dich der sultan und sein volk an. 7, 226; wird nicht jeder mich des schwärzesten undanks gegen dich anklagen? 7, 267; ehe wir weiter gehen müssen wir ein versäumnis anklagen, dessen sich das programm der aufgabe schuldig macht. Göthe 55, 78; die klagen unsere sprache rauher härte an, unter deren pedantischem verfahren sie nichts weiches gewinnt und alle kraft einbüszt. Unter dem gemeinen volk, einem etwas anklagen, anthun, anzaubern, einen bösartig beklagen: es musz mir wol sein angeklagt worden.
 
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ankläger, m. accusator, nnl. aanklager.
 
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anklägerei, f. accusatio.
 
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anklägerin, f. accusatrix, nnl. aanklagster.
 
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anklägerisch, accusatorius.
 
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anklageschrift, f.
 
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anklagestand, m. état d'accusation: einen in anklagestand versetzen. einfacher, in anklage versetzen.
 
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anklammern, fibula vincire, nnl. aanklampen. schön figürlich: in der angst klammerte das kind sich an seine mutter an; im schifbruch sich an die planke anklammern; sich an die sonderbare grille anklammern. Wieland 8, 408;

nun bist du boden meines vaterlands
mir erst ein heiligthum, nun fühl ich erst
den dringenden beruf mich anzuklammern.
Göthe 9, 380.

vgl. DWB anklemmen.
 
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anklang, m. concentus, accentus, ein schönes wort, desgleichen Engländer und Romanen nichts haben:

ob mehr des schnellen anklangs
würdig sei der weisze pokal? ob mehr das
röthliche kelchglas?
Klopst. 7, 40;

ein süsz bekannter ton mich zog,
den rest von kindlichem gefühle
mit anklang froher zeit betrog.
Göthe 12, 81;

da Friedrich auszer einigen späszen, die ihm Jarno erwiderte, keinen anklang für seine possen in der gesellschaft fand. 20, 224; die musicalischen privatübungen wurden fortgesetzt und das gesellige leben gewann dadurch einen höchst erfreulichen anklang. 32, 40; dasz diese anklänge in ohr und gemüth so manches wolwollenden noch lange widerzutönen geeignet sind. 45, 311; weil ich für das, was und wie ich mirs zugeeignet

[Bd. 1, Sp. 382]


hatte, bei den Kantianern wenig anklang fand. 50, 52; hiernach wäre zu erwähnen, wie früh ein anklang der naturgeschichte auf mich gewirkt hat. 50, 211; ich will dir auch nicht verhelen, dasz deine ansicht trotz allem absonderlichen einen gewissen anklang in mir hat. Bettine br. 2, 288; Liane gab, treu ihrem wort gegen die eltern, ihm keinen wärmern blick und anklang wie jedem, aber auch keinen kältern. J. Paul Tit. 3, 105.