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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ankehren bis ankenschmutzig (Bd. 1, Sp. 378 bis 379)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ankehren, advertere, advolvere, accedere: weil die schrift sein leib und alle, die ihn ankeren (sich zu ihm wenden) antichrist nennt. Frank chron. 345b;

wie sie und auch ihr meid
ir sach wöllen ankehren (anfangen).
Ayrer 137b;

ach wie soll ich mein sach ankehren? 300a.

[Bd. 1, Sp. 379]


wird aber im 16 jh. fast nur figürlich gebraucht und mit fleisz oder mühe verbunden, in dem sinn unsers heutigen fleisz und mühe anwenden:

er dürft nit arbeit han ankert.
Brant narrensch. 194;

will ich meinen vleis ankern, ist mir aber schwer. Chmel Maximil. s. 41 a. 1494; nach angekehrtem fleisz. reichsabsch. von 1518 §. 5; und in allweg fleisz ankehret seinem volk gutes zu thun. 1 Macc. 14, 35; nu musz man in disem handel allen vleis ankeren, das man diser dreier bilde keines zu haus lade, noch den teufel über die thür male. Luther 1, 179a; lieber keret vleis an und suchet, der heilige Aristoteles und das heilige verbrante recht helfe euch, das ir das schwert ja findet. 1, 372b; ich lasz es auch wol geschehen, das du dich bemühest und vleis ankerest von meinetwegen. 3, 420; erstlich sollen die schulmeister vleis ankeren. 4, 349; e. f. gn. wolten dem wort gottes zu ehren und dem teufel zu wehren gnädigen fleisz ankeren. Luthers br. 5, 197; zu ratschlagen und fleisz anzukeren. Melanchth. vorr. zur Augsb. conf.;

doch han ich flisz und ernst ankert. fastn. sp. 898, 37;

wer gefangen ist, der keret an all sinn und list,
wie dasz er ledig werden mög. Freidank 1539 bl. 35b;

vil renk und müh ich dann anker.
H. Sachs II. 4, 3d;

bat den doctor, fleisz anzukehren. Kirchhof wendunm. 113a; ein jeder verständiger hauptmann, desgleichen sein bewerbsleute, fleisz ankehreten, bewehrte und gerüste knecht zuwegen zu bringen. disc. mil. 62; so wil ich müglichen fleisz ankehren das land zu beschreiben. Frank weltb. 163b; durch tugend fleisz ankehren. Weckherlin 433; fleisz ankehren. Opitz Arg. 1, 299. 2, 345; nun kher ein jeder vleisz an. Schmelzl aussendung 14a.
 
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ankehren, adverrere: den unrat an die wand ankehren.
 
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ankeilen, cuneis affigere: mit dem hammer schlag und keil an den stein ihn an. Stolberg 15, 6.
 
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änkel, s. DWB enkel.
 
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anken, plangere, wimmern, wehklagen, ächzen:

ein alte weis ists, das die kranken
stets kröchzen, sehnen, kreisten, anken.
B. Waldis Esop 3, 10;

was ankst du so schwer? er anket, es anket in ihm. Stald. 1, 106. gehört zu enge und angere.
 
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ankenballe, f. in der Schweiz, ein fettes gebäck, butterstriezel. Stald. 1, 106; aber

ein kübel mit milch, ein ballen anken. fastn. sp. 830, 23,

bedeutet einen klosz butter, eine quantität butter.
 
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ankenblume, f. sonst butterblume, schmalzblume, caltha palustris.
 
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ankenbraut, m. butterbemme: im j. 1599 den 17 mai ward zu Zürch den bogenschützen ein meieten oder ankenbraut gegeben und darin gesteckt eine blühende traube. Scheuchzer Helv. stoicheiogr. 77. Stald. 1, 107. 222. m., also weder von braut noch brot auszulegen.
 
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ankenhafen, m. buttertopf: ein hut wie ein ankenhafen. Philand. 2, 72; zwen anken- oder schmalzhäfen vom ordentlichen markt zu Zabern. Fischart groszm. 13.
 
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ankenkübel, m. butterfasz.
 
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ankenschmutzig, butyro unctus, i. e. jejunium haud servans: fleischstinkende und ankenschmutzige ketzer. Fischart bienenk. 147b. schmutzig = fettig, schmierig.