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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
spitzgoschet bis spitzhammer (Bd. 16, Sp. 2623 bis 2625)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) spitzgoschet, adj., wie spitzmäulig (obd. goschen, gosch, maul, mund. Schm. 1, 952. Schmid 238):

spitzgoschete hechten,
die immer zufechten,
seynd eylends hergschwummen,
zuhören den frommen (Antonius).
Abraham a S. Clara Judas 1 (1686), 393.


 
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spitzgraben, m. graben, der nach unten spitz zuläuft, dessen beide seitenwände unten spitz zusammentreffen, graben ohne sohle: das nach ihm (dem erdkastell der Saalburg) angelegte erste steinkastell wird wohl gleich bei seiner erbauung einen durchlaufenden spitzgraben erhalten haben. Jacobi Saalb. (1897) 81.
 
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spitzgranate, f. spitze granate. vgl. DWB spitzbombe.

[Bd. 16, Sp. 2624]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) spitzgras, n. bezeichnung verschiedener grasartiger pflanzen, spitzgrasz, carice, careccia, lat. carex, riet. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 874a, spitzgras, carex acuta. Frisch 2, 304b, uniola Adelung, triticum repens Nemnich 2, 1491. Schm.2 2, 694 (Memmingen). Pritzel - Jessen 412b, nardus stricta Schm.2 2, 644 (Berchtesgaden). Pritzel-Jessen 244b, stellaria arvensis (Würtemberg in der Baar). 389b, poa annua (Berner oberland). 294b. vgl. Hunziker 247, in der folgenden stelle wol triticum repens, das queckengras bezeichnend, das von hunden gefressen wird, wenn sie sich den magen verdorben haben: auf dem ungeheuer hohen alten dache meines hauses ... wächst auf den sonnigsten höhen treffliches spitzgras, grün wie smaragd, schlank und fein in den lüften schwankend, dich (Spiegel, das kätzchen) einladend, die zartesten spitzen abzubeiszen und zu genieszen, wenn du dir an meinen leckerbissen eine leichte unverdaulichkeit zugezogen hast. Keller 4 (1899), 271.
 
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spitzgrind, m.: cilo, eyn spitzgrind, spitzkopff, der eyn spitz lang haubt hat. Dasypodius (lat.-germ.), spitzgrind (der) stitzenkopff, colo (lies cilo). Maaler 381b. vgl. grind im sinne von kopf und spitzkopf.
 
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spitzgroschen, m. eine alte sächsische münze, deminutiv spitzgröschlein, -gröschel, n.: anno 1476. lag das bergwerck wieder darnieder ... indeszen seynd die spitzgröschlein vom schneebergischen bergwerck zu Zwickau, wie zuvor andere müntz-sorten gemüntzet worden. und da erst ein solches spitzgröschlein nur einen silbernen groschen gegolten, ist es nachgehends uff 15. pf. kommen, deszwegen es auch ein funffzerlein genennet worden. Meltzer hist. Schneeberg. (1716) 1196. dazu stimmen die folgenden aufzeichnungen Spittendorffs aus den jahren 1478 und 1479, worin sie als spitze groschen und spitzgroschen bezeichnet werden: auch gingen kleine silberne groschen, und die bauern nanten dieselbigen spitze groschen, der galten 20 einen rheinischen gulden, etzliche heissen dieselben groschen auch Schneberger. 280, 16 Opel; die sole galt doch 11 alde d. oder ein spitzgroschen und ein heller. 327, 15; Marcus Spittendorff muste geben 3 r. fl. und 13 spitzgroschen zu meinem teyle; der reinische gulden galt 21 spitze groschen uff das mahl. 424, 8 v. u. Corvinus, professor in Leipzig, bietet in seinem fons lat.: triobolum, ein spitz- margen- oder bawersgrosch, ein duppelschilling, achtzehenpfenniger. 1 (1660), 444a, der Erfurter Stieler: spitzgroschen, hemidrachmum 708, Kramer verzeichnet spitzgroschen als mezo grosso di Sassonia. deutsch-ital. dict. 2 (1702), 874a. Jacobsson bemerkt: 'jtzt gelten sie 18 pfennige, man sieht sie aber selten mehr'. 4, 228b. Frisch 2, 304b und Adelung erwähnen sie als ehemalige meisznische groschen. der letztere vermutet, sie seien mit den judengroschen einerlei gewesen und wegen des darauf geprägten meisznischen helmkleinots, eines bärtigen kopfes mit spitzem hute (vgl. DWB judengroschen oben theil 4, 2, 2355) so genannt worden. vgl. auch DWB spitz, adj. 3: der fülle ermangelnd. Weise gebraucht spitzgröschel bildlich von worten (vgl. spitz, adj. 2, d, α): o frau gevatter, sie behalte ihre spitzgröschel immer selber, ich weisz wohl dasz mein sohn bey unserm leben nicht general wird. freym. redner 741; Urs. .. wem es an schönheit und sonst an glücke fehlt, der ist arm genung (sie meint sich). Bland. höre höre Villenchen, das war ein spitzgröschel vor dich (das kannst du dir zuziehen, merken, das paszt auf dich). comödien-probe 225.
 
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spitzhabicht, m., nass. spitzhabch, der sperber. Kehrein 1, 383.
 
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spitzhacke, f. spitze hacke, wie sie gebraucht wird zum loshauen harter, kiesiger erde. öcon. lex. (1744) 2782. Eggers kriegslex. 2 (1757), 956. Jacobsson 4, 228b. Karmarsch - Heeren3 8, 377, zum brechen von steinen. Jacobsson 4, 228b, zum ausheben von pflastersteinen aus der erde, zum aufhauen des eises. Krünitz encycl. 159 (1833), 454 u. ähnl.: der eine (bergmann) ergriff eine spitzhacke ... er schlug ein. Colica 132; ich bekam auch (in den steingruben) eine (scherzhaft) ganz zierliche spitzhacke, mir die zeit zu vertreiben. Lessing 3, 75; am nächsten tag kamen die steinarbeiter, mit ihnen stiegen die drei herren und Ilse in den keller und sahen neugierig zu, wie spitzhacke und brecheisen ihre gewalt an dem vierkantigen stein versuchten. Freytag verl. handschr. 1, 210.
 
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spitzhafer, m. 'eine art leichten hafers, welcher auszer den grannen noch zwey lange röthliche spitzen hat, und in Meissen häufig unter dem gemeinen hafer wächst'. Adelung, der sandhafer, rauhhafer, avena strigosa. Nemnich 1, 554.
 
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spitzhaken, m. bei den vergoldern ein gekrümmtes eisernes gerät mit einer spitze, womit nach dem auftragen des kreidegrundes

[Bd. 16, Sp. 2625]


die überflüssige kreide aus den vertiefungen und schnörkeln herausgekratzt wird, spitzhacken Jacobsson 4, 228b.
 
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spitzhammer, m. hammer, dessen eisen an der einen seite spitz ist. Campe, martello à punta, piccone ò martello piccone. Kramer deutsch-it. dict. 2 (1702), 874a, malleus rostratus Stieler 759, marteau Hulsius (1616) 303b, gerät des maurers, des steinmetzen, des minierers. Eggers kriegslex. 2 (1757), 216, des bergmanns Jacobsson 4, 228b. Veith 455, des grobschmieds, zum durchschlagen der löcher des hufeisens. Jacobsson 4, 228b.

 

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171) schublade
 ... übertragen: sein gsind ( er ) zu tisch sich setzen sicht, und beiszen inn das
 ... vulva Avé - Lallemant 4, 598 . Metj eer groote schuvlad heiszt in Hamburg der fuszboden, die schublade
 
172) schuldigen
 ... für schuldig erklären, einer schuld zeihen, anklagen. ableitung zu schuldig, ahd. sculdigôn Graff 6, 472 ,
 ... schandtliche anschleg und verrhäterey die frumm hertzogin understast umb jr eer, leib und leben fälschlich z bringen. Galmy 107 a
 
173) schürze
 ... m., nur meist als frauentracht. es steht in engster beziehung zu schurz, woselbst über die etymologie gehandelt ist, ist aber
 ... d) der schwangern wird die schürze zu kurz: eer ward de schörte so kort. Dähnert 410 b
 
174) schweinern
 ... schweinern , verb. , intensivbildung zu schweinen, schwinden machen, abnehmen machen ( vgl. oben sp.
 ... alienum minuere Maaler 367 a ; eines anderen eer schweineren oder schmeleren, delibare de gloria alterius, gt schweineren,
 
175) schwerlich
 ... schwerlich , adv. vix, paene, zu schwer gehörig, früher allgemein für schwer in adverbialer
 ... wann ich sein ( gottes ) eer seer schwerlich han an schambd verwundt.
 ... b) nach b: zu vreuden si doch trâten durch die grôʒen dêmût,
 ... sint truwe untrûwe z hûse bat und man eer gaff z schanden sint hât die werltan gdem
 
176) schwimmen
 ... svam - sv′mon summenn; suima ist erst zu den andern formen neugebildet. daneben findet sich im isl. auch
 ... Reinaert 870 ; eer si ( die wölfin ) totten water quam:
 
177) schwören
 ... alte allgemeine bedeutung, von der aus auch das starke verbum zu deuten wäre; vielmehr zeigen auch die erwähnten ableitungen beziehung zur
 ... te licht gheloven noch hoghe sweren, eer hi claer wel weet die sake. Reinaert 3670
 ... entscheidung, altfries. ondser, n., ondsera, verb. sind hiervon zu trennen, sie bezeichnen reinigung durch eid ); die anwendung
 ... da schwuer ich im pey trew und eer. H. Sachs schwänke 1, s.
 
178) sein
 ... allgemeinsten verbalbegriffes verwendet die indogerm. ursprache im allgemeinen zwei wurzeln, zu denen in einzelnen zweigen noch andre treten. a)
 ... wir seyen darinn vast betrogen das wir eüch nit mer eer haben erboten. Pontus h 3 b ; neben
 
179) sein
 ... entwicklung dieser form. selp ist darnach hier als subst. zu fassen und die pronominalform auf s eigentlich der gen.
 ... γ überleitet: es begib(t) sich aber zuo zyten, das eer und gewalt an etlich lüt raichen, so sin nicht genuog
 
180) sein
 ... do fur abt Cunrat von St. Gallen, geborner von Busznang zu ime ( könig Heinrich ) und empfieng sins gottszhusz fürstliche
 ... 103, 2 . in beziehung auf unpersönliches: und ðer mensch gab einem jglichen vieh, und vogel unter dem himel,
 
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