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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sorbeln bis sorg (Bd. 16, Sp. 1754 bis 1755)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sorbeln, verb. schlürfen: er trinkt sein aber nit oder sorbelts nit in sich. Keisersberg passion 103b bei Schmidt els. wb. 329b. vgl. oben sirbeln sp. 1230, sirfeln sp. 1235 und sörfeln, sürfeln unten.
 
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sorbenbaum, m. der sperberbaum, sorbus domestica. Höfer 3, 148, auch ndl. sorbenboom, sorbus. Kilian. vgl. DWB sorbapfel. wild sorbenbaum, der vogelbeerbaum, die eberesche, sorbus aucuparia. Gleditsch (18. jahrh.) bei Pritzel-Jessen 284b.
 
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sorbet, m. süszes kühlendes getränk nach türkischer und persischer art, in einfachster form aus einem aufgusz von wasser auf rosinen bestehend, weiter bereitet aus citronensaft, zucker und ambra oder auf mannigfache andre art, auch gefroren genossen. Jablonski lex. (1727) 730b. öcon. lex. (1744) 2741. Jacobsson 4, 188b. Krünitz encycl. 156, 23 ff. das wort, das auch als n. begegnet Weigand4 2, 741, geht zunächst zurück auf ital. sorbetto, franz. sorbet, span. sorbete. Diez4 299, denen nach Weigand a. a. o. türk. pers. arab. schorbet zu grunde liegt, obschon sie vielleicht durch lat. sorbere beeinfluszt sind. Andresen volksetym.4 28. vgl. auch Diez a. a. o.: als er (der sultan) eine schale sorbet, die sie ihm darreichte, ausgetrunken hatte. Wieland 8, 453;

und neben der königin schlürft zur stund
sorbet die schönste der frauen.
Göthe 1, 221.

ein sorbet: die königin, die auch nicht zu nacht speiset, war aber bei tische zugegen, asz wohl einen gefrornen sorbet und sprach viel. Göthe 37, 283. die pluralform sorbette der folgenden stelle setzt den unmittelbar auf ital. sorbetto weisenden sing. sorbett voraus: gegen neun uhr, als man schon die verschiedenen sorbette herumreichte. Gutzkow ritter v. geiste 4, 61. Jablonski lex. (1727) 730b führt als ital. form des worts sorbec an, das bei Hohberg als türkisch bezeichnet wird: die Türcken machen einen tranck darvon (von citronen), welchen sie sorbec nennen, und über Alexandrien heraussenden, bestehet aus zucker und citronen-safft. 3, 1 (1715), 529b. im register dafür

[Bd. 16, Sp. 1755]


sorbée. daneben begegnet scherbet. Jablonski lex. (1727), 730b, tscherbet öcon. lex. (1744) 2741. Jacobsson 4, 188b, tscherbet, scherbet Krünitz encycl. 156, 23, nach Weigand a. a. o. unmittelbar einer orientalischen nebenform entsprechend.
 
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sordine, f. dämpfer, gerät, womit der schall eines musikinstruments gedämpft wird. Jacobsson 7, 372b, das ital. sordina, f., neben dem sordino, m. begegnet, zu sordo, taub, dumpf (lat. surdus) gehörig. auch sourdine Jacobsson a. a. o., der franz. form entsprechend.
 
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sorel, f., nass. schmutzige, in der kleidung unordentliche weibsperson. Kehrein 1, 378, in den nachtr. 51 zweifelnd mit ital. sorella zusammengestellt.
 
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soren, verb. macescere, languescere, unde adj. soricht, languidus, flaccidus. et sorung, die, macritudo, atrophia. Stieler 1997. weiteres unter sohren oben sp. 1426. das kärnt. bietet säurún. vertrocknen, dürr werden, vom holze. Lexer kärnt. wb. 213. auch sören, söören, fein regnen, sprühen. cimbr. wb. 234b darf nach dem oben sp. 1426 ausgeführten trotz der besonderen bedeutung damit zusammengestellt werden.
 
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sorente, f., s. DWB sohrente oben sp. 1426, sorentlein, anas crecca. Nemnich.
 
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soretz, subst., s. das folgende.
 
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sorezer, m. die misteldrossel, schnarrdrossel, turdus viscivorus. Nemnich 2, 1513, vielleicht eine lautmalende bezeichnung ('sie schreyt: tre, tre!' Nemnich 2, 1514), die gebildet sein kann unter beeinflussung durch die verba auf -ezen, -zen (achezen, ächzen; jûchezen, jauchzen; ruckezen, rucksen). vgl. auch unten sorren, schnurren, knurren. daneben begegnet als bezeichnung des vogels zarizer, zaricker. Nemnich 2, 1513. augenscheinlich gehört auch die form soretz der folgenden stelle in diesen zusammenhang, womit da bauern oder bäurinnen bezeichnet werden, vielleicht mit spöttischer übertragung:

sag her, wie kömstu zum karnier
den du tragst underm arm alhier?
gleich wie die soretz vom dorffe gan,
wann sie die gens zum marcke dran.
Hayneccius Almansor 1, 4.


 
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sörfeln, verb. schlurfend gehen, s. DWB serfeln oben sp. 625. auch schlürfen, sorbere: ihr möcht den lufft in euch, wie ein schwäbische einäugige wassersup, oder die eyer und osters (austern) so lang sörffeln und suppen als jhr wolt. Fischart groszm. 15 (Scheibles kloster 8, 554). kärnt. ist sörpfeln trinken, schlürfen, sörpfl, m. säufer. Lexer kärnt. wb. 235, alem. sörpfa, sürpfa, schlürfen, sorpf, surpf, sörpf, sürpf, m., sörpfli, sürpfli, n., was auf einmal geschlürft wird. Tobler 426b. 427a. dort wird lat. sorbere verglichen. vgl. auch oben sorbeln, schlürfen und die ähnlichen wörter, auf die dort verwiesen ist.
 
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sorg, m., s. DWB sorgsame.

 

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1) seim
 ... seim , m. dickflüssiger saft, honig und ähnliches,