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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seszmann bis setten (Bd. 16, Sp. 641 bis 642)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seszmann, m., vgl. DWB seszleute, nur in der ältern sprache, mhd. seʒman eingesessener, einwohner; inhaber eines seszlehens (vgl. daselbst) Lexer handwb. 2, 898, vasallus castrensis Scherz-Oberlin 1490.
 
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seszsucht, f.: diese seszsucht oder sitzsamkeit greift auch in die kleinern zweige der kinder- und haushalt-zucht, indem weiber oft blos (den kindern) erlauben und versäumen, um nur nicht — aufzustehen. J. Paul Levana 2, 86.
 
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sesztal, m. 'mittelste, breiteste und bis auf den boden hinab offen gelassene stelle des schiffes, wo das eingedrungene wasser ausgeschöpft wird' (vgl. DWB sesse 1) Schmeller 2, 332, der das wort aus sesz-stall erklären möchte: da aber ein züll im sestall neun schuch weit ist. Lori bergr. 322a; damit um soviel destoweniger die unteriste im sechtstal ligende (salz-) scheiben nicht .. durch unfleiszig wässern schaden nemmen, oder etwas ausgetrenkt werden. 398b (im register: seszthal, der bauch des salzschiffes. 645b). dazu sesztaler, m. 'schiffmann, der auf der mitte des schiffes steht und es regiert' Schm. a. a. o., 'schiffmann, welcher vorn am kranze sitzt' Höfer 3, 141. Castelli 255 (sesztla): die sesztaller müssen die schiff regieren, und naukehren, auch dieselben fassen, und abzehlen. Lori bergr. 317a; der seszthaler regiert das schif mit den steurer. 321a; die sesztaller, so von Lauffen aus gen Obernberg ... fahren, seyn schuldig, ... ein sesztallerschalten, ein laiter, darauf man das salz zu Obernberg umlegt, ... an das schif zu tragen. 500b.
 
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seszzink, s. DWB sesz, n.: seszink, sex, et quinque puncta. Stieler 2650.
 
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setbeere, f., österr. für heidelbeere. Höfer 3, 141.
 
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setbord, -gang, -haken, -kolben, s. DWB setzbord u. s. w.
 
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seter, interjection, s. zeter:

da schrie die fraw, ach seter mord! froschm. G 5b;

das er schrie, seter mordio. 7a;

damit fuhr das wasser empor,
und erfüllet jhm jedes ohr.
das er seinen kopff schwengt und hengt, ...
und schrie, o, seter, morior,
das wasser geht mir bisz ins ohr. Ll 8b.


 
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set(t)in , mit mannigfach wechselnden nebenformen.
1) name eines baumes, mhd. in den schreibungen sethîn, setim, zethim, sechin, sechim, sechen, s. Lexer hdwb. 2, 893: von der sethin. sethim ist gar ain edel paum und wechset in den landen gegen der sunnen aufganch .. der paum geleicht dem weiʒen dorn, aber er ist gar vil grœʒer. auʒ dem holz machte Noe sein arch. Megenberg 316, 22 ff.; bei dem verstand daz holtz des heiligen creutzes, daz dem helischen löwen grausenlich ist. Keisersberg hellisch lew 35; got hat geredt zu Moysen daz er im solt machen ein arch von dem holtz sethim, das nit fulen möcht. brösaml. 43.
2) halbes oder viertel lot, vgl. unter satin, theil 8, 1810, mhd. setin, sætin, settin, sættin, settich, settit, setling, vgl. mlat. satum Lexer hdwb. 2, 894. Schm. 2, 335: daʒ wort settit

[Bd. 16, Sp. 642]


daʒ betüttet nit anders denne ain viertail ains lottes ains ieglichen gewichtes. quelle vom jahre 1429 s. ebenda.
3) setin unter den 'materiae vestium' bei Clajus s. 55, 13 neudruck (wol satin).
 
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sette, f.
1) milchnapf, s. DWB satte th. 8, 1820, ferner Strodtmann 244b. brem. wb. 6, 301. Frommann 6, 483 (Lippe).
2) mhd. sete, korb:

strœwîn seten unde nest,
die sîn lange vor gewest. Germ. 23, 303

(könig v. Odenwald 7, 175), vgl. s. 312. hierher nach Germania 24, 145 auch: daʒ der meister der hamersmit selber z den heiligen swern sol, daʒ er und sein gewalt dhein coln nizzen und brennen sol von beden welden ... wer aber daʒ er daʒ uber fr, so mst er ze beʒʒerunge gehen x pfund haller ie von der seten. Nürnb. polizeiordn. s. 170 Baader (der 'meiler' erklärt, danach auch Lexer handwb. 2, 893).
3) luxemb. sét, f., pl. séten gosse, gassenrinne Gangler 416.
 
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settel, n., s. DWB setzel.
 
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setten, verb., sättigen, für sätten, satten, s. dieses, theil 8, 1829 f.:

des helffen in dy weyssen rotherrn
das sy an narung werden gesett.
Rosenplüt spruch von Nürnberg 343;

(du, gott,) settest von deins haus überfls,
nt mit deiner wollusten fls
trenkest di abgematten.
Melissus ps. P 2b (36, 2).