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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
serie bis serpentieren (Bd. 16, Sp. 626 bis 627)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) serie, f. reihe, aus lat. series. schon mhd. serje reihe, streifen; reihenfolge, zeitlauf, s. Lexer handwb. 2, 891. jetzt in collectivem sinne, z. b. von einer reihe von bänden oder werken, von denen jedes selbstständig ist, die aber doch zusammen ein ganzes bilden.
 
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serig, adj., s. sehrig sp. 165: unnd friszt also ein gantz bein ein, ... nimpt hin die empfindtligkeit, nebenhalb dem glied, und in jm selbs, treffenlich serig. Paracelsus chir. schr. (1618) 361 B. — dazu: es heylet auch dises wasser alle serigkeit im mund. Tabernaemont. kräuterb. (1588) 256.
 
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seriös, adj. ernsthaft, ernstlich. Kinderling 330. Campe erg.-wb., aus franz. sérieux, besonders im 18. jahrh. üblich. jetzt im luxemb. als masc., ernsthafte miene: en hällt sein sérieux (wé en dreisteiwescht fierkel), er macht ein steifes amtsgesicht. Gangler 415.
 
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serken, verb. — ? (für serben?): wenn ein rosz serket, und ihm gehet das fleisch im hindern, wenn man reitet, sehr aus, der wird nicht feist. Coler hausb. (1640) 244.
 
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serle, f.: die serlen, ein langer trämel, den man überzwerch an die häg oder zäune legt, stangen wodurch man ein quer-gehäge macht, longurius. Frisch 2, 265b. Scherz-Oberlin 1489. Campe. sonst nicht bekannt.
 
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sermon, m. rede, nach lat. sermo. Kinderling 330, schon mhd. sermôn s. Lexer handwb. 2, 891. nachtr. 364; vgl. auch Roethe Reinmar, anmerk. zu 203, 1. für rede überhaupt: der rathsmeister Hedrich hub an einen langen sermon und rede. Spittendorff 242. meistens für predigt: es hat doctor Martinus Luther am sontag nach Galli z Wittemberg ein schönen sermon gethon auf das evangelion Mathei 18. Luther 15, 724, 11 Weim. ausg.; als titel einer schrift: ich hab einen sermon gefasset an die prediger .., das sie die leute vermanen, jre kinder zur schulen zu halten, und ist mir unter henden gewachsen, und schier ein buch worden. 5, 171b Jenaer ausg. das wort findet sich auch als fem., in anlehnung an die gleichbedeutenden deutschen wörter (rede, predig), vielleicht auch unter einflusz der andern lat. lehnwörter auf -on. so in zwei drucken von Hans Lufft: zwue sermon auff das .xv. und .xvi. capitel ynn der apostel geschichte. Martinus Luther. Wittemberg 1526, s. 15, 572 Weim. ausg. (dazu wird bemerkt: 'zwue sermon' auf einem Wittenberger druck befremdet. 'sermon' als fem. ist in süddeutschen drucken nichts ungewöhnliches, auf mitteld. gebiet begegnet es z. b. in Zwickau und Erfurt auf einem druck Wolfgang Stürmers). weitere belege: (auch ist) durch den prediger zum spital auff dem predigstul ein schöne sermon die gepurt und das lob k. mt. betreffent beschehen. d. städtechr. 11, 506, anm. 1; zletst fieng er doch an, das evangelium zverkünden und thet aber gar ein kurtze sermon. Wickram rollwagenb. 92, 9 Kurz; sermon, die, oratio, oratiuncula. eine sermon thun, declamare, verba facere. Stieler nachsch. 27a. sogar als neutr. (?im niederrheinischen):

ist nit genug dis lang sermon?
Jaspar v. Gennep Homulus 783.

auch jetzt gewöhnlich für 'kanzelrede, predigt', doch ist das wort überhaupt selten und veraltet, wird nur alterthümelnd und mit dem nebensinn des trocknen, langweiligen gebraucht, s. Campe ergänzungs-wb.
 
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serpe, f.
1) mhd. für 'schlange': serps haiʒt ain serp. daʒ ist ain slang. Megenberg 279, 4.
2) als baumname, krummholzbaum, legföhre, pinus montana. Nemnich. Campe. derselbe baum ist wol gemeint, wenn österr. sea(r)pn als krummholz, pinus mughus, erklärt wird. Castelli 254. Schm. 2, 327. Höfer 3, 140: serpe die, heiszt in Oesterreich um den schneeberg die liegende alpenföre; es scheinet, dasz die Winden dieses wort allda hinterlassen haben, da sie vor einigen jahrhunderten das bergige noricum bewohnet

[Bd. 16, Sp. 627]


haben; serp bedeutet in ihrer sprache eine sichel (falcem messoris), die stämme dieser före sind sichelartig gebogen u. s. w. Popowitsch 540 f.
 
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serpeliere, f., auch serpillere, grobe leinwand zum einpacken von ballen und kisten. Jacobsson 7, 339b.
 
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serpent, m.
1) schlange, aus lat. serpens entlehnt, als thiername (nicht in der gewöhnlichen schrift- und umgangssprache) für die schlange, serpens Nemnich, speziell für die riesenschlange, boa. ebenda. sehr gewöhnlich ist das wort im mhd., meist in der form serpant (nach der franz. aussprache), sarpant, sar(a)bant, masc. und neutr., schlange, drache, s. Lexer handwörterbuch 2, 891. — jetzt in einigen mundarten in übertragenem sinne, luxemb. serpènt böses weib Gangler 415, ostfries. 'giftiges, böses weib' Stürenburg 244a. ten Doornkaat Koolman 3, 176a.
2) ein blasinstrument von metall oder schwarzem holz, von schlangenartig gekrümmter form und groszem tonumfange (von 4 octaven), baszhorn, schlangenrohr Jacobsson 4, 146b. Campe erg.-wb. (diesem zufolge nach franz. weise gesprochen).
 
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serpentepapier, n. eine art besonders feines und durchsichtiges seidenpapier. Jacobsson 4, 146b.
 
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serpentieren, verb. sich wie eine schlange winden, schlängeln, aus franz. serpenter Campe erg.-wb. von der krümmung der flüsse und kanäle Jacobsson 7, 340b.