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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sentimentalität bis septant (Bd. 16, Sp. 615 bis 616)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sentimentalität, f. empfindsamkeit, abstraktbildung zu sentimental; wie dieses, noch jetzt in gebrauch. bei Campe noch nicht verzeichnet. s. Eckermann unter sentiment; eine zeit, welche in ihrer jugend die unschuldig bewegte selbstheit unter dem namen der sentimentalität ... verhöhnte, und immer nach objectivität schrie. Brentano 8, 171.
 
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sentine, f.
1) der unterste raum eines schiffes, kielraum, pumpensood, und das daselbst aufgesammelte wasser, grundsuppe. Bobrik 638a. Jacobsson 7, 338b, aus lat. sentina in gleicher bedeutung entlehnt. schon mhd. sentîne Lexer hwb. 2, 887, hier auch als gefängnis, zufluchtsort, schatzkammer benutzt, s. A. Schultz höf. leb.2 2, 328 f.; übertragen, auf die hölle:

und fuotert siu mit scharpfem pîne
hin in die helschen sentîne. Martina 198, 84.


2) 'eine gattung groszer fahrzeuge, deren man sich in Bretagne zu verführung des salzes auf der Loire bedient'. Jacobsson 4, 144a.
 
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sentinelle, f. schildwache, seltnes lehnwort aus dem frz.:

gott ist der christen hülff und macht,
ein veste citadelle.
er wacht und schillert tag und nacht,
thut rond und sentinelle. Philand. 2, 690

(umdichtung von 'ein feste burg' u. s. w., vgl. wunderh. 1, 151 Boxb., anm.). ebenso nd.:

ja gantze regiment Latiner sampt den Greken,
dar stahn in sentinel in einer bibliteken.
Lauremberg scherzged. beschlut 114.

(an beiden stellen mit lat. buchstaben gedruckt, also noch deutlich als fremd empfunden.)
 
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sentrich, m. sevenbaum, sabina, gl. bei Schm. 2, 316.
 
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senwurz, f. erigeron. voc. v. 1482, s. Frisch 2, 265b. Lexer hwb. 2, 887 (ersterer erklärt es als senecio, kreuzwurz, grindkraut).

[Bd. 16, Sp. 616]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) separat, adj. getrennt, abgesondert, besonders, für sich (bestehend) Campe erg.-wb., aus lat. separatus entlehnt, seit dem 17. jahrh. Weigand 2, 700.
 
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separation, f. trennung, absonderung. Kinderling 330. Campe erg.-wb.; bei der verkoppelung und auftheilung von land, s. E. H. Meyer volksk. 9. — dazu: auf dem neuen separationswerke in der Weser und auf dem Neustadtdeich waren zahlreiche schaulustige versammelt. Weserzeitung 1868, nr. 7671, seite 3a.
 
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separatist, m. der sich absondert, abgesondert hält, sonderling Kinderling 330, doch kaum anders als speciell in bezug auf die religion gebräuchlich, der sich in glauben und andachtsübungen von der kirche (bes. der englischen) absondert, seit dem 18. jahrh., s. Weigand 2, 700. Campe erg.-wb. schlägt als übersetzung sondergläubiger oder absonderling vor.
 
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separieren, verb. trennen, scheiden, absondern. Campe erg.-wb., aus lat. separare (bez. frz. séparer), schon im 15. jh. bezeugt: seperieren und scheiden. quelle vom jahre 1479 bei Lexer hwb. 2, 887. Weigand 2, 700; separirte attaquen. Eggers kriegs-lex. 2, 892; preusz. śeparêre(n), sich trennen von eheleuten (se hebbe söck geśeparêrt); ausscheiden aus der bodengemeinschaft. Frischbier 2, 338b.
 
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sepia, f., der lat. name des tintenfisches; bezeichnet 1) das thier selbst, eine molluskenart, auch tintenfisch-schnecke, seekatze, kuttelfisch genannt), s. Nemnich (s. v. sepia). Oken 5, 533 ff. Karmarsch-Heeren3 8, 226 f. 2) den schwarzen saft, den sie in einer blase bei sich tragen, und den daraus bereiteten braunen farbstoff (zur wassermalerei). 3) den kalkartigen rückenschild, den die gemeine tintenschnecke (sepia officinalis) trägt und oft abwirft, und der zum polieren wie als medicin verwendet wird, auch weiszes fischbein, meerschaum, os sepiae. Oken 5, 534. Campe erg.-wb., sepiaknochen Karmarsch-Heeren3 8, 227. sepiolith, m. meerschaum, als mineral. 5, 779.
 
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septant, m. der sechste (?) theil eines zirkels; ein astronomisches instrument, um die weite der sterne zu messen. Jacobsson 4, 144a.