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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
senntnen bis senschen (Bd. 16, Sp. 604)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) senntnen, verb., in der Schweiz für sennen, s. das. Stalder 2, 371: senntnen, heisset bey den Schweitzern so viel, als befehlen, dasz das vieh auf die alpen zur weide geführet werde, und man seinen nutzen davon ziehe. öconom. lex.2 2718.
 
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sennthum, n. , zu senne (m. oder f., 1, b), besonders in der Schweiz und Tirol gebräuchlich; oft entstellt zu senntem (und sennten? s. das.) Stalder 2, 371. Tobler 422.
1) zu ältest in abstracter bedeutung, nur vereinzelt: daʒ si (die von Luzern) daʒ sinntuem und daʒ hirttentuem selbe besetzen sullen. urk. v. 1330 bei Schm. 2, 288.
2) almwirtschaft: dise stier sollen zugleich winterszeiten zu den oxneten küeen hergelichen und gebraucht, dagegen iedes mals ... von ainem stier aus dem sennthum .. zwen gulden erstattet ... werden. tirol. weisth. 2, 203, 10; welcher das hieriber geschweigt, der soll auch nichts weniger seiner gepür nach im sennthumb, kost und lohn sein. 220, 18; nicht minder soll iemanden gestattet sein, ohne anfrage und erhaltener bewilligung des betreffenden sennthums irgend eine kuhe ... zu verbständen. 277, 30. — folgende stelle läszt sich ebenso gut zu 3 einreihen: wir zahlen ihm (dem abte) den heerdenzins, wenn seine vögte am milchprüfungstag zur schau unserer sennthümer heraufkommen. Scheffel Ekkeh. s. 365.
3) gewöhnlich eine alpenviehheerde: e senntem chüe oder en huffe vech, eine heerde von 24 kühen und einem zuchtstier; dazu senntemschella, f., eine kupferne, bauchige prachtglocke; senntma, verb., eine heerde vieh halten (vom eigentümer) Tobler 422, vgl. Stalder 2, 371; diese anzahl kühe wird, besonders wenn ein zuchtstier dabei ist, ein senntum genannt. Berlepsch alpen s. 333; des chüeners obliegenheit ist's das 'senntem' auszutreiben. 342; die leitkuh ist das schönste thier des senntums. 350.
 
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sennvieh, n. vieh, das auf die alpe getrieben wird. Schm. 2, 288.
 
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sennvolk, n.: fürs fünfzechende soll der dorfvogt ... das sennvolk und hirten bestellen und verhärren (durch handgeld verpflichten). tirol. weisth. 2, 205, 26.
 
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sennweide, f.: Dreyschlatt ist ein wildes einödes ort, zuhinderst an den alpen Schwämle, Kreutzegg und Aueralp; vorzeiten war's eine sennweid. Bräker der arme mann im Tockenb. 21 Reclam.
 
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sennzeug, n.: 'senn- und mennzeug, allerlei alpengeräte'. Stalder 2, 371.
 
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sensal, m., spr. sensâl, kaufmännisch, vereidigter mäkler für waren- und wechselgeschäfte. seit 1728 nachweisbar, aus ital. sensale, das mit franz. censal auf lat. censualis zurückgeht. s. Jacobsson 7, 338b. Adelung. Campe erg.-wb. Weigand 2, 700. Andresen volksetym.4 170.
 
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sensarie, f. (mit accent auf der dritten silbe), mäklerlohn, -gebühr, courtage. Jacobsson 4, 143a. Campe erg.-wb.
 
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sensation, f.
1) 'sinnliche empfindung und gefühl'. Campe erg.-wb. 553a. so nur im 18. jh.
2) das wodurch hervorgerufene gefühl, der eindruck, den etwas macht: der herzog hatte gute tage in Cassel und Göttingen gehabt, es hat mich sehr gefreut und ich denke, er hat auch da auf die menschen gute sensation gemacht. Göthe br. 5, 99. gewöhnlich in stärkerem sinne, aufsehen, das etwas erregt. Kinderling 330; 'in der gemeinen deutsch-franz. sprechart für aufsehen, bewegung, geräusch und gährung genommen. so sagt man z. b. von einer schrift: sie habe viel sensation gemacht, und von einem unruhigen volke, es werde grosze sensation unter demselben wahrgenommen'. Campe a. a. o. doch ist auch die zuletzt aufgeführte redewendung heute nicht mehr üblich. — dazu sensationsbedürfnis, n.
 
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sensationsnachricht, f.: sensationsnachrichtenbringer. Andresen sprachgebr.7 99.
 
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senschen, n., seltnes deminutiv zu sense, s. auch senslein:

alle trugen
senschen und härkchen.
Immermann 13, 197 Hempel.