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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sennerhütte bis sennin (Bd. 16, Sp. 602 bis 603)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sennerhütte, f. Campe, gewöhnlicher sennhütte, s. das.
 
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sennerin, f., weiblicher senner, vgl. dieses und sennin. Weigand 2, 699:

der gemsenjäger und die sennerin.
nimm mich verirrten jäger,
du gute sennerin, auf!
Chamisso 3, 153 Koch;

o alpe, grüne alpe, wie ziehts nach dir mich hin!
beglückt, die dich befahren, berghirt' und sennerin!
Uhland ged. 325;

(dasz der baum) tropfen thau's, wie thränen schüttelt
auf das haupt der sennerin!
Grün ged.5 136 (neben sennin, s. daselbst);

das ist mit ihrer heerde
die junge sennerin. 152.

mundartlich in den österr. alpenländern, meistens in der form senderin, s. Höfer 3, 139. Schöpf 670. Frommann 2, 567, 53 (Vorarlberg). 5, 100. 103 (die sendrin in Wildntux, lied aus dem Zillerthale). doch überwiegt hier sennin, s. daselbst, während sennerin in der litteratur die gewöhnlichste form ist.
 
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sennerlohn, m.: item, es sol auch der von Aur halbs hirtenlon, sennerlon, kesslerlon .. ausrichten. tir. weisth. 4, 58, 3.
 
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sennern, verb. 'den speichel vom munde rinnen lassen'. dazu sennerig, adj. Schm. 2, 289. — nd. sennern, seinern kränkeln. brem. wb. 4, 753.
 
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sennesblätter, pl., s. senesblätter sp. 579 f.auch sennesbusch, m. kommt vor: auszerhalb der stadt (Suakim) fand ich sennesbusch blühend. G. Rohlfs neue d. rundschau 9, 898.
 
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sennhirt, m., eigentlich pleonastisch: da faszte ihn der rechtschaffene sennhirt von Glarus und klomm noch ein stück felsen hinauf. Grimm sagen 288.
 
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sennhof, m., mhd. sennehof, 'hof mit einer herde von alpenvieh'. Lexer handwb. 2, 886. Schm. 2, 288 (belegt 1437).
 
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sennhütte, f. hütte, wohnung des sennen, zugleich als stall und zur käsebereitung dienend. Adelung, schon im dict. v. Frisius (1556) 195a, s. Weigand 2, 699; sennhütten darinn man käsz macht, caseale. Maaler 370b. Frisch 2, 149b; s. ferner öcon. lex.2 2718. Jacobsson 4, 143a. Tobler 422b. Schm. 2, 288: das in der sennhitten alles redlich, ehrbar und auferpeulich hergehe. tir. weisth. 2, 85, 38; sie (d. gewitterwolken) jagten die kühe auf dem Leberberge in die sennhütten. Gotthelf 4, 18; niederalpe. sennhütte, vor der die senntin sitzt. Ebert ged.3 596;

in den einsamen sennhütten kehrt' ich ein,
mein eigner wirth und gast, bis dasz ich kam
zu wohnungen gesellig lebender menschen.
Schiller Tell 2, 2.

s. auch sennen-, sennerhütte, sowie (erstes) senne, f. 1, c, und sennte 2.
 
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sennicht, adj., s. sehnicht, sp. 155.
 
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sennig. adj., s. sehnig, sp. 155:

herkulische keulen
dräuten in ihrer sennigen faust.
Wieland 16, 76 (Cyrus 2, 286);

alle geübt mit sennigem arme die eiserne keule
mächtig zu schwingen. 133 (4, 78).

[Bd. 16, Sp. 603]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sennin, f. 'diejenige dirne einer bauernwirtschaft, die auf einer alpenweide den sommer hindurch das geschäft der butter- und käsebereitung versieht'. Frommann 2, 567, 53, besonders mundartlich, schweiz. senni Bühler Davos 1, 236. 2, 15, vorarlb. senni und sennin (neben sennerin, senderin). Frommann a. a. o.; tirol. sännin Schöpf 670; kärnt. sendin milchmagd, die wilde sendin als sagengestalt. Lexer 231. belege: auch soll ain ieder von ainem schwein, das er in die Melchalb thuet, in der sennin lon sechs kreuzer bezalen. tirol. weisth. 2, 142, 2; zum achten sein die dreier schuldig, iedes jars die hierten, auch sennin anhaims und in die alben zu dingen. 18; sollicher alpbürg soll sich zeitlich mit einem gueten senn oder sennin ... versechen. 3, 273, 41;

mutter, seht die närr'schen leute
heischten treu' und eid mir ab,
die ich doch, und nicht erst heute,
meiner lieben sennin gab!
Grün ged.5 133;

unter laub'gem blüthenbaum
ruht die sennin; ihre heerde
weidet rings am bergessaum. 136;

oder leis im schein des mondes
über würz'ge alpenmatten
schleichend nach der sennhütt' lichtlein,
zu der sennin.
Scheffel trompeter 257.

sendin:

mei schatz is e sendin,
hat au en green huet.
Mittler volksl. 1122, 2.