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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sennenkuh bis sennerlohn (Bd. 16, Sp. 601 bis 602)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sennenkuh, f., schweizerisch sènnachûe, zu einem sennthum gehörige kuh, auch überhaupt für eine grosze, schöne kuh. Tobler 422a.
 
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sennenlohn, m.: zum achten sein die dreier schuldig, iedes jars die hierten, auch sennin anhaims und in die alben zu dingen, auch zu urlauben und irn versprochnen hierten- und sennenlon pillicherweis anzelegen. tirol. weisth. 2, 142, 19. vgl. DWB sennerlohn.
 
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sennenmilch, f., dazu: daher haben letzteren (Geszner) die Franzosen schmackhaft gefunden und übertragen als guten frischen sennen-milchzucker zu Fontenelles idyllischen souperfin. J. Paul vorsch. der ästhet. 2, 131.
 
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sennenreigenton, m.:

du zauberst alpensöhnen,
verbannt auf Flanderns moor,
mit sennenreigen-tönen
der heimath bilder vor.
Salis ged. (1821) 19 ('die wehmuth').


 
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sennenschmalz, n., schweiz. sènnaschmalz, von einem sennen bereitete butter. Tobler 422a.
 
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sennenschotten, m., schweiz. sènnaschòtta, f. 'süsze molken, wie sie sennen bereiten, zum unterschiede von pfannaschotta'. Tobler 422a.
 
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senner, m. , ableitung von sennen, verb., oder von senne, f.
1) für senne, m., alpenhirt, so schon spätmhd. sennære, s. Lexer hdwb. 2, 886, vgl. auch Weigand 2, 699. Grimm gesch. der d. sprache 1002: do bereitet sich Jacop .. und gewan in dem lande vil manigen clgen sennere. Merzdorf historienbibel 673; als name (heros eponymos) d. städtechron. 3, 104, 10. heute besonders in den bair. - österr. alpenländern, vielfach als sender: bairisch 'der senn, des senden, gewöhnlicher: der senner, sender, derjenige knecht einer bauernwirtschaft, der auf einer alpenweide den sommer hindurch das geschäft der butter- und käsebereitung versieht, welches indessen in gegenden, besonders zwischen Isar und Salzach, obschon es bei der abgeschiedenheit von der untern welt und ihren hülfen viele selbstständigkeit erfordert, lieber einer dirne übertragen wird, die dann sennin, sendin, sennerin, senderin heiszt'. Schm. 2, 288; tirol. sènner (sènder) Schöpf 670; kärnt. sènder alpenknecht, der wilde sènder als sagengestalt und bergname, s. Lexer 231; vorarlb. (wie bair.) s. Frommann 2, 567, 53.

[Bd. 16, Sp. 602]



2) pferd aus einer stuterei, hengst, so besonders in norddeutschen stutereien gebräuchlich, vgl. (erstes) senne, f., 2: ein hellbrauner senner, bedeckte senner-stuten. aus einer quelle von 1775 angeführt bei Adelung: Hermann. was gleiszt der fremde adler durch Deutschlands nacht? senner, hilf! (er sprengt mit seinem senner über die römischen wälle.) Grabbe 3, 577 f. (1. nacht, 1);

hui! tummle dich, senner. versäume kein nu.
Bürger 80b (d. lied v. treue);

lang streckt der senner sich aus und fleucht. 81a;

(er) liesz den senner weiter gehn;
da begann das rosz zu beben.
Stolberg 1, 252.


3) senner für jänner, januar findet sich in der Augsb. chron. von Demer: auf 12 tag senner, was auf suntag vor sant Anthonius tag. d. städtechr. 23, 110, anm. 2; des jars auff sant Anthonius abent am 16. senner. 429, 7 (u. oft, vgl. das gloss. s. 506b).
 
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sennerei, f.
1) allgemein, sennenwesen und sennenwirtschaft überhaupt, viehzucht und milchwirtschaft auf den alpen. Adelung, vgl. E. H. Meyer volksk. 150.
2) der einzelne betrieb, alles was zu einer sennenwirtschaft gehört. Stalder 2, 371, besonders die sennhütte. Campe; sennerey oder melkerey, casa ad rem pecuariam, stabulum, et tugurium bubulci sive pastoris alpini. Frisch 2, 149b;

in schimmernd grünen alpenwiesen
ein sorgenfrey —
liegt hier im schirm des felsenriesen (des Rigi)
die sennerey.
Friederike Brun in
Schillers musenalmanach 1798, s. 181.


3) viehherde. Adelung.
 
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sennerhütte, f. Campe, gewöhnlicher sennhütte, s. das.
 
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sennerin, f., weiblicher senner, vgl. dieses und sennin. Weigand 2, 699:

der gemsenjäger und die sennerin.
nimm mich verirrten jäger,
du gute sennerin, auf!
Chamisso 3, 153 Koch;

o alpe, grüne alpe, wie ziehts nach dir mich hin!
beglückt, die dich befahren, berghirt' und sennerin!
Uhland ged. 325;

(dasz der baum) tropfen thau's, wie thränen schüttelt
auf das haupt der sennerin!
Grün ged.5 136 (neben sennin, s. daselbst);

das ist mit ihrer heerde
die junge sennerin. 152.

mundartlich in den österr. alpenländern, meistens in der form senderin, s. Höfer 3, 139. Schöpf 670. Frommann 2, 567, 53 (Vorarlberg). 5, 100. 103 (die sendrin in Wildntux, lied aus dem Zillerthale). doch überwiegt hier sennin, s. daselbst, während sennerin in der litteratur die gewöhnlichste form ist.
 
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sennerlohn, m.: item, es sol auch der von Aur halbs hirtenlon, sennerlon, kesslerlon .. ausrichten. tir. weisth. 4, 58, 3.