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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
senfweiszling bis sengeln (Bd. 16, Sp. 584)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) senfweiszling, m. art schmetterlinge, die die senfpflanze aufsucht, papilio sinapis. Nemnich. Campe.
 
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seng, n. bezeichnung einer waldstrecke, eigentlich rodung durch brand. Vilmar 382.
 
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seng, adj., s. oben sang theil 8, sp. 1789.
 
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senge, f., s. oben sang, m. und sang, adj. th. 8, sp. 1789. brand, röte der reben:

herr, ir wissend wol
das die sengi erst drin ist komen
und das gerigen hat den win genomen. teufels netz 11496.

die besenge bei Stalder 2, 371; sâng, f. trockenheit, dürre; abschälen und verbrennen des rasens Gangler Luxemb. umgangssprache 385; sengi, f. winterwasserdunst, namentlich über riedboden (stickender, warmer dunst?) Bühler Davos 2, 12a; vgl. DWB seng, warmer luftzug Stürenburg 243b. in Nord- und Mitteldeutschland ist senge für kräftige hiebe sehr gebräuchlich (die schönste senge beziehen); ursprünglich: brennender hieb; vgl. sengen und schreue theil 9, sp. 1736, unten sengeln 1 am ende und 2.
 
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sengefeuer, n. 'ein feuer, über dem man z. b. gerupfte gänse sengt'. Campe.
 
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sengel, umfriedigung (Haltaus 1682), s. zingel.
 
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sengel, dimin. zu sange, s. theil 8, sp. 1790.
 
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sengel, m. 'mase, zeichen' Schm. 2, 311. in der angeführten stelle paszt besser die bedeutung 'geschwulst', s. DWB senkel.
 
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sengel, kleiner fisch, gründling, s. DWB sengle.
 
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sengel, für und neben senkel, s. dieses.
 
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sengeln, verb.
1) in den mundarten sind einige verba verbreitet, die in der stammsilbe ablauten, der bedeutung nach zusammen gehören, da sie vom sinne des brennens oder des knisterns, zischens beim brennen ausgehen; neben g kommt k im auslaute der stammsilbe vor, statt s tritt z im anlaut ein; vgl. oben DWB sangeln theil 8, sp. 1790, auch sangern sp. 1791, unten sengern und sonst an gehörigen orten. nld. senghelen, singhelen, ustulare; senghel, stricturae, squamae sive scintillae e candente ferro malleis cuso emicantes. Kilian; ustulare, singhelen Diefenbach 631a;

doch mitt' in der dampfenden puszta, o graus,
steht hell in flammen ein einzelnes haus,
und aus dem sengelnden schilfe
rufts markerschütternd um hilfe.
Liliencron adjutantenritte 100.

die nesseln sengeln, brennen (Lippe) Frommanns zeitschr. 6, 483; in gleichem sinne senglen Schmid 492; sungeln, bräteln, knistern, zischen Schm. 2, 314; vgl. mhd. wb. 2, 2, 299b. Lexer mhd. handwb. 2, 1314; es senkelt, es ist im zimmer eine dumpfige, unbehagliche wärme Schmid 492; es sunkelt, ist sunkelwarm, 'wird gesagt, wenn in einem wohnzimmer, oder in einer badstube, wohl eingeheitzet worden ist, sodasz man die angenehm wallende hitze vom weiten empfindet'. Höfer 3, 203; sünckelen, vast heisz seyn, und wider glasten, refervere Maaler 395c; singgele, nach angebranntem riechen, glühen Seiler 269a. von brennenden empfindungen im körper, z. b. in füszen nach langem gehen, von händen, gesicht, die plötzlich aus der kälte in starke wärme kommen, von eingeschlafenen gliedern, von rheumatischen empfindungen, vom sausen in den ohren, auch vom zittern; s. singeln Klein prov.-wörterb. 2, 155 (rheinisch); sinkeln Scherz 1502 (Straszburg); es sonkelt mir im arm, bein Reinwald 1, 151a. 2, 117a; vgl. Spiesz 235. Lexer 246; zingern, zingeln Vilmar 470; sangern (Hamburg) brem. wb. 4, 589; mi sangeln (zittern) de knei. Mi 73b. singeln, sengeln, vom gefühl in eingeschlafenen gliedern, vom klingen in den ohren Kehrein 377; zur letzteren bedeutung vgl. bei Stalder 2, 374: singele, ohrfeige, schlag, dasz einem die ohren klingen, s. oben senge, f.

[Bd. 16, Sp. 585]



2) sengeln, hinwerfen, hinstoszen, prügeln Jecht 103b; vgl. DWB senge, f.
3) sengeln, näselnd, zittrig singen, s. DWB sängeln th. 8, sp. 1790.
4) sengeln neben senkeln, s. dieses.