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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
senden bis sendgesell (Bd. 16, Sp. 576 bis 577)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) senden, verb. für sennen, die sehne der armbrust in bereitschaft setzen, die armbrust spannen, dann: zu schieszen anfangen; sennden ist das uffzüchen der armbrust, so man jetzt will anfahen zu schieszen. man wird den ersten tag als suntag anfangen zu sennden, wann die glock 12 schlägt und aufhören, wann es 4 schlägt, und darnach alle tag sennden, so die glock 10 schlägt. Tschudi bei Stalder 2, 370; vergl. Schmid 492 (hier auch: den ersten schusz senden, übergang zu senden, mittere); absenden, aufhören zu schieszen, auch beim feuergewehr, eigentlich, die sehne abspannen. Stalder a. a. o. dann merkwürdigerweise auch: die entfernung der treffer vom centrum ausmessen (weil damit das schieszen beendigt ist?) Tobler 13a. Stalder a. a. o., vgl. auch Schm 2, 287.

[Bd. 16, Sp. 577]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) senden, verb., daneben in gleichem sinne sendeln, langsam, träge sein bei der arbeit Lexer 231; saundln, zögern, langsam sein Frommanns zeitschrift 6, 198; soandlen, zögern, langsam, träge thun, vgl. soanzln, sienzln, im reden langsam, faul sein; die soandl, der soandler, unausrichtsame person Schöpf 577; sienzeln, von kindern, weinerlich bitten. 673, sainzeln, langsam sein im sprechen, langsam, und dabei unverständlich sprechen Schm. 2, 286. 316; sjenzeln, träge, langweilig und nicht recht aufrichtig daher reden Höfer 3, 58; seanzln, beim reden mit der zunge anstoszen Castelli 254; sienzeln, den kopf hängen lassen, lächeln, und aus lauter faulheit etwas daher lallen, dasz man alle geduld darüber verlieren möchte (Österreich) Klein prov.-wb. 2, 155. sendern, anhaltend bitten, sich unzufrieden äuszern, brummen Lexer 231 (in gleichem sinne sengen Schöpf 670); diese wörter gehören zu mhd. seine, langsam, träge. vielleicht ist hierher zu ziehen: sende, nachlassen, z. b. von einer quelle, die versiegt, von einem hinsiechenden Hunziker 239. vgl. nd. seinern, sennern, kränkeln brem. wb. 4, 753 und Frisch 2, 265a unter senlich, ferner semmeln sp. 565.
 
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sendenkorb, m. korb aus binsen Drechsler Scherffer 243 (s. DWB sende).
 
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sender, m.: sender, senderin, mas, foemina mittens, mandans, delegans; absender, briefsender Stieler 2009; sender, mandatore Kramer deutsch-it. dict. (1702) 2, 768c; sender eines briefes, der waren. Campe; gewöhnlich nur in gehobener sprache:

und das mädchen liebt die tauben,
aber diese, sollt' ich glauben,
liebte sie vor allen wohl,
wenn sie käme, beide krallen
von des senders briefen voll.
Göckingk 3, 5 (1782);

da erhuben sich sender des wurfspeers.
Voss Ilias 23, 886;

ich bringe dir einen grusz ohne huld,
voll groll ist der sender, ich ohne schuld.
Rückert Firdosi 1, 91;

ich ging den schritten des gesendeten nach, — um zu erfahren, wovon sein sender sprach. poet. werke (1882) 11, 396; missor, sender Dief. gloss. 363c; eyn sender, qui alium mittit Dief.-Wülcker 853; vgl. Schm. 2, 305.
 
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sender, für senner, s. dieses.
 
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senderich, sennerich, m. wasserlinse, entengrütze. Höfer 3, 139; zu sende, f.?
 
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sendern, verb., s. DWB sendeln.
 
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sendfällig, adj.: sendfellig, dem send, dem geistlichen gerichte unterworfen, vor dem geistlichen gerichte straffällig. Schottel 496. Stieler 420. 2010. Frisch 2, 263c.
 
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sendgeld, n. sinodatgeld, quod debetur ob peractas synodales visitationes. Schottel 496; vgl. DWB sendkorn.
 
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sendgericht, n. geistliches gericht, s. DWB send, m., vgl. mhd. wb. 2, 1, 649b. brem. wb. nachtr. 305. Frisch 2, 263a: wenn der leutpriester von Radolfszell das sendgericht hält. Scheffel Ekkehard88 286.
 
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sendgesell, m. collega, sende-, sent-, senntgesell, mitebotte Dief. 132a, send-, gesandtgesell nov. gloss. 100b. nicht zu send, m., sondern wie aus der glossierung mitebotte hervorgeht, zu senden gehörig.