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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sendbrief bis sendemer (Bd. 16, Sp. 572 bis 573)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sendbrief, m., mhd. sentbrief Lexer mhd. handwb. 2, 887, missiva, sendbrieff, zende breff Dief. gloss. 363c; epistola, litera missiva, sende-, sent-, sant-, sind-brieff, -brif, -briff, zende bref 205a; sendbrieff und missiven, das sendbrieffle Maaler 370a; sandtbrieff, epistola 342d; sendbrieff, lettre missive Hulsius dict. (1616) 296b; epistola, ein sendbrieff, ein missiv, ein schreiben. Corvinus fons lat. (1660) 407a; die sendbriefe des h. apostels Pauli, die sendbriefe Ciceronis. Kramer deutschital. dict. (1702) 2, 768c; send-brief, epistola, gebrauchen etliche, die nicht mehr epistel sagen wollen. Frisch 2, 264a. 'eigentlich ein jeder brief, ... zum unterschiede von brief, so fern es ehedem eine jede urkunde bedeutete. in dieser bedeutung ist es veraltet, und man braucht sendbrief, oder noch lieber sendschreiben, nur noch von einem schreiben an mehrere, welches einer dem andern zusendet'. Adelung; daʒ ist ain tail aines sandbriefs, der gescriben ist worden des von Brabant canzler von ainem von Paris. deutsche chron. 2, 1, 373, 1; Augustin in ainem sendprief, den er sant seinem freund Januario. Megenberg 64, 33; als der ersam wyse Petter von Argun ... uns durch seinen santbrieffe sein burgrecht uffgesagt hett. deutsche städtechron. 5, 403, 25; Caspar Slick, des römischen künigs kantzler, hat den nach geschriben santbrief gen Venedig gesant. 10, 171, 9 (unmittelbar vorher: copia des sent briefs); scht die stücklin des santbriefs und legt und satzt zsamen die zerrissnen worte. N. von Wyle translat. 35, 10 Keller; darbey was ein sendebrieff, das der rath den vorigen anlass untuchtigk machen sollte. Spittendorff 380; so bald du empfohest diszen sendbrieff. Keisersberg post. 2, 55b; zu morgens entpfieng diser künig alle sendbrieff, so jm an eim yeden tag zgeschickt warden. Franck weltb. 9; wie dann auch Narbazan, der Persier hauptman, dem groszen Alexander in einem sendbrief zueschreibt. Aventin bair. chron. 1, 298, 1; ain neuer sendbrief von den bösen gaistlichen geschickt z irem rechten herren. Schade sat. u. pasqu. 2, 93; ein fauler schlüngel, saget Plato in seinem andern sende-briefe. Mandelslo reisebeschr. herausg. von Olearius 1; ein sendbrief aus dem englischen übersetzt. Göthe 60, 183. in neuerer sprache ungebräuchlich für 'brief', auch in gehobenem sinne seltner als sendschreiben; wie dieses von officiellen schriftstücken, die für einen gröszeren kreis bestimmt sind.
 
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sendbrüche, f.: 'die sendbrüche, sing. inusit. in einigen gegenden strafgelder, welche auf der send, oder dem sendgerichte erkannt werden'. Adelung; s. oben brüche th. 2, 411; nd. sentbroke Schiller-Lübben 4, 191a.
 
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senddechant, m.: wie die sentherrn unbillichen zins von den heusern fordern. item der sentdechant fordert auch an etlichen orten alle jar gelt von heusern. reichstagsacten unter Karl V 2, 702 (der dechant hält im namen des bischofs den send ab).
 
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sende, f.
1) binse, mhd. semede, s. oben semde. sende, plur. die senden, aliis bins, binsen. Steinbach 2, 580. scirpus, sende Nemnich; juncus conglomeratus, knopfsende, glatte sende. ebenda; Oken 3, 434 führt auf strick-, dach-, woll-, blasensenden; rutsche, knopf-, dochtbinse, sende, juncus conglomeratus Frischbier 2, 240a; W. Scherffer braucht sende (s. Drechsler 243), der heutigen mundart Schlesiens scheint das wort fremd zu sein, vgl. Weinhold 90a. Frommanns zeitschr. 5, 477. Weinhold a. a. o. verzeichnet es für 1) spanisches rohr, wie es in den schulen gebraucht wird; 2) sehne oder saite, die straff über das spinnrad gezogen ist; ob das zweite zu semde, binse, gehört, ist unsicher, s. Weinhold unter bîse. deutsch-ungar. ist sendel, m. binse Schröer 289a.
2) sende heiszt auch das heidekraut, erica carnea et vulgaris Schm. 2, 305; vgl. oben sendach.
3) send, f., säd, futterkorb, auch der inhalt, e säd häcksel. Frischbier 2, 244; sêde, f. gemisch von heu und spreu, das auf der häckselmaschine geschnitten und dem vieh mit wasser gegeben wird. Kleemann 21a.

[Bd. 16, Sp. 573]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sendeblatt, n.: inschriften, denk- und sende - blätter. Göthe 4, 85.
 
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sendel, m.
1) (vgl. DWB zendel, zindel) name eines dünnen stoffes, der meist zum füttern der gewänder verwendet wird: sindo, sindal, zendel Dief. gloss. 536b; sindon, edelgewandt, linwat, zendel. ebenda; cindatum, zindel, czendel 120a; mhd. zindâl, zendâl, sendâl mhd. wb. 3, 895b. Lexer mhd. handwb. 3, 1122. Schultz höf. leben2 1, 350. zendel, zindel, ein dünner, leichter stoff. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 1443b; seidenzendel, zendel-weber ebenda; vgl. Frisch 2, 471c; der sendel, zendel, zindel 'die geringste art taffets, welcher sehr leicht, dünn und durchsichtig ist, und auch DWB sendel - taffet genannt wird'. Adelung (im mittelalter dagegen war zindâl ein kostbarerer stoff). ein saubers säcklein von sendel oder leinwat. Hohberg adel. landleben 3, 1, 410a.
2) sendel, m. binse Schröer 289a; s. DWB sende 1.
3) sendel, m. in der bedeutung des folgenden wortes.
 
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sendeleisen, n. 'flaches eisen, das durch einnietung seiner beiden seitenflügel als eine art klammer die fugen der schiffe zusammenhält'. Schm. 2, 305; bei Kehrein 375 in gleichem sinne sendel, m.
 
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sendelkuchen, m.: 18 sendelküchen gebachen usz zehen sester weiszen. Grimm weisth. 5, 487 (Unterelsasz).
 
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sendeln, verb., s. viertes senden.
 
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sendeltaffet, m. zindeltafft, die leichteste art von tafft, besonders zu futter gebraucht. Jacobsson 4, 140a. 709b. s. DWB sendel 1.
 
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sendemer, s. DWB sendomer.