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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
semmelschnitte bis semmler (Bd. 16, Sp. 567 bis 568)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) semmelschnitte, f. von einer semmel abgeschnittene scheibe brot Kramer deutsch-it. dict. 2 (1702), 767c. Campe. gebackene, gebähete semmelschnitte. Kramer a. a. o.
 
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semmelstrützel, m. gebäck aus semmelmehl (vgl. DWB semmel 1), semelstrüczel, unter gerichten für den nachtisch (das lest essen) genannt. altes kochbuch aus Tegernsee Germ. 9, 201.
 
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semmelstulle, f. eigentlich nd., aber auch in der hochd. umgangssprache nd. gegenden, mit butter bestrichene semmel (vgl. DWB semmelbutterbrot), semmelstull Danneil 215a.
 
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semmelsuppe, f. suppe von weizenmehl oder von semmeln (vgl. DWB semmel 1 und 2). in Davos ist semmelsuppe griessuppe, von ital. zuppa di semolino. Bühler 2, 45.
 
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semmelteig, m. teig aus feinem weizenmehl, teig woraus semmeln gebacken werden (vergl. DWB semmel 1 und 2). Campe. Jacobsson 4, 139b: nimm ohngefehr um 3 kreutzer semmelteig. Hohberg 1, 203a.
 
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semmelwarm, adj., eigentlich warm wie eine frische semmel, in übertragenem sinne ganz frisch, in wendungen gleich den folgenden: herrn director Schadow danke zum schönsten, dasz er mir die reformationsmedaillen semmelwarm überschicken wollte. Göthe an Zelter im briefwechsel beider 2, 417; hier las ich in meinem sechzehnten jahre den ersten roman, und zwar den Siegwart, den mir mein vetter Hahn, ein Weiszenfelser gymnasiast, semmelwarm aus der dortigen presse zuschickte. Seume 11 (1827), 56.
 
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semmelweck, m. weck, gebäck aus semmelmehl (vergl. DWB semmel 1) Stieler 2530, semelweck Dasypodius, der nebenform zu semmel: sim(m)el entsprechend auch in älterer sprache sim(m)elweck: und wann sie hinein kommen, so soll man dem wagenmeister geben roten und weissen wein, wildts und zambs und einen simmelweckhen, den soll er uff den fuoss seczen, das der simmelweckh für das knüe uff geht unnd das er obwendig dem knüe darab scheide, das der vorknecht gnuog daran zuessende habe. weisth. 4, 51 (Elsasz, von 1413); item man spricht ouch z dem rechten, das die simelwecken söllent lutter simel sin. 1, 417 (Schwarzwald, 15. jahrh.); zwo grosze kannen Etschweins und zwelf semmelwek zu presenz. quelle von 1595 bei Birlinger 385b; das brodt das von dem semelmeel des wäitzens gebacken wird, heiszt .. hochteutsch, simelen, semelen, simel oder semelweck. Tabernaemontanus (1664) 605 G; ausz dem wolgebeutelten speltzenmeel macht man ein herrlich schön weiszbrodt oder semelweck am Rheinstrom, wie man solches sonst an andern orthen ausz dem wäitzensemel zu backen pflegt. 610 G; semmelwecke bereiteten wir uns selbst und trugen sie zum bäcker. Hoffmann v. Fallersleben leben 5, 106;

ley mir heer die semmel weck! bergreihen 101, 28 neudruck,

steck an den schweinen praten,
das heia ho!
darz die semelwecke,
si machen uns gar saur
wol z dem külen wein.
Uhland volksl.2 446 (nr. 212), 2.

auch die folgende stelle gehört wol hierher:

so hettenʒ (sie) simelwagen und würst
und ze drincken so sie dürst. des teufels netz 8391.


 
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semmelwerk, n. semmeln und ähnliches backwerk von feinem weizenmehl. Campe.
 
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semmer, für sam mir:

ich weis, semmer gott, nit, wie wirs machen.
Hayneccius schulteufel 5, 1.

vgl. DWB sam 4 oben theil 8, 1727 und sammer ebenda 1745.
 
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semmern, verb., fränk. klagelaute ausstoszen, wimmern. Frommanns zeitschr. 6, 409: mer härt nix ass semmern und jammern. 467, 11, sèmern Baierns mundarten 2, 267 (Baireuth), sâmern, dazu sâmerig Frommanns zeitschr. 2, 458 (fränkischhennebergisch). Reinwald führt an samern, still krank liegen 2, 107, aussâmern, durch kränklichkeit ausgezehrt werden 1, 5. im älteren schles. ist bezeugt:

so sämmert jhr euch jnnig ab,
und eures leibes kraft verzehret.
Christ. Colerus. Frommanns zeitschr. 4, 182.

[Bd. 16, Sp. 568]


die formen gehören wahrscheinlich zusammen. sie könnten in etymologischer beziehung stehen zu sein, älter auch seim, adj., träge, traurig, kränklich und semmeln, verb., langsam sein, s. diese oben. vgl. auch das erste sempern unten.
 
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semmler, m. semmelbäcker, in älterer sprache: die semler sullen lose wecke backen. quelle von 1343 bei Schm.2 2, 280 (Würzburg). vgl.semeler Lexer mhd. handwb. 2, 874, wo das wort zufrühest aus dem jahre 1289 und zuletzt aus dem jahre 1498 nachgewiesen ist.