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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
semmelopfer bis semmelschnitt (Bd. 16, Sp. 566 bis 567)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) semmelopfer, n. aus semmelmehl oder semmeln bestehendes opfer (vergl. DWB semmel 1 und 2, auch semmelmehl als opfer). bildlich: wer gott danckt, das ist das recht semelopffer. Syr. 35, 3; in einer versificierung dieser stelle:

wer gott dancket zu aller frist,
ein recht semmelopffer das ist.
H. Sachs 19, 148, 18 Keller-Götze.


 
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semmelort, m.:

das nackte kind das zaget nicht;
mit seinem pfennig springt es fort,
und kennt recht gut den semmelort,
ich meine des bäckers laden.
Göthe 3, 116.


 
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semmelpaste, f., dasselbe wie das folgende. Frisch 2, 263b.
 
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semmelpastete, f. eine runde semmel, inwendig ausgehöhlt, mit einem ragout ausgefüllt und gebacken, franzbrod. Frisch 1, 289a. öconom. lex. (1744) 815. Adelung.
 
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semmelrinde, f. rinde, kruste einer semmel. Campe.
 
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semmelring, m. bretzel aus semmelmehl (vgl. DWB semmel 1), der nebenform zu semmel: sim(m)el entsprechend simmelring (der), crustulum, collyra Maaler 374a, simelring, scriblita Dentzler 2, 264b:

den (kindern) wurfen sie nach altem sitt,
welches bedeutet dank und frid,
ir zürchisch brot, genant simelring,
an das gestad, das mans empfieng.
Fischart 2, 199, 787 Kurz (791 semelbrot genannt).

verkürzt zu simering, simmering (Schaffhausen) Stalder 2, 374. Frommanns zeitschr. 5, 404. dazu semmelringbäcker, m.: simmelringbacher, unnd die ränfftige speysz machend, crustularii Maaler 374a.
 
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semmelroggen, m.: 'der 24 loth wiegende semelrockhen des alten Passauer stadtbuchs wird wol aus einem gemisch von weizen- und rockenmehl bestanden haben'. Schm.2 2, 280. dazu scheint aber die folgende stelle nicht zu stimmen: man sol auch poll an die semelrokken niht tragen, wann man ein ieglich mel sunderbar bachen sol, und aineʒ zu dem andern niht mischen sol. Nürnb. polizeiordn. 195. bei Lexer mhd. handwb. 2, 875 ist semelrocke aus einer urkunde von 1256 belegt. aus späterer zeit stammt die glosse semelrucke, collyrida Dief. 132c. das wort begegnet auch im mnd.: XII modii claustrales sil. nitidissime purgate. inde pistor pistat XXX siligines, qui dicuntur semelroggen. quelle im korrespondenzbl. des vereins für nd. sprachf. 13, 42.
 
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semmelschieber, m. bei den bäckern ein gerät, womit sie die semmeln in den backofen schieben. Adelung.
 
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semmelschinder, m.: darauf sagten gewisse hofleute, so einige von den semmelschindern: der dünkt sich auch recht viel zu seyn, da er dreyhundert ducaten einkünfte verschmäht! Göthe 35, 39 (Benv. Cellini 3, 4.cortigiani scannapagnotte).

[Bd. 16, Sp. 567]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) semmelschmolle, f., oberd. das weiche einer semmel. vgl. DWB schmolle oben th. 9, 1105: wann die corallen abfärbig sind, kan man sie mit warmer semmelschmollen wieder färben. Hohberg 1, 203b.
 
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semmelschnitt, m., dasselbe wie das folgende. Adelung. Campe.