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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
semmelfarben bis semmellein (Bd. 16, Sp. 564)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) semmelfarben, adj., dasselbe wie das folgende: drauszen stand der gnom mit den vatermördern und dem semmelfarbenen, gescheitelten kindskopf. Heyse kinder der welt 1 (1890), 19.
 
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semmelfarbig, adj. gefärbt wie eine semmel, wie die äuszere rinde, matt-bräunlich-gelb, in der botanischen terminologie. Behlen 5, 612.
 
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semmelhanf, m. in der Rheinpfalz der männliche hanf, cannabis sativa mas. Nemnich 1, 834. wol wegen der farbe.
 
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semmelheller, m.: (ein student) stiehlt mir darnach die zwei floren ungr. und etwa zwei thaler geld, welches meine semmelheller waren. Schweinichen 1, 45. eigentlich wol heller, semmel dafür zu kaufen, dann anscheinend allgemeiner taschengeld.
 
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semmelklosz, m., demin. semmelklöszchen, aus semmeln bereitet Adelung: semmel - klöse zu machen. Coler hausbuch (1680). öcon. lex. 1, 78b.
 
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semmelkoch, m. koch, gekochtes, das aus semmeln und milch bereitet wird. Adelung.
 
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semmelkopf, m. blondhaariger kopf und mensch mit solchem haar, in Berlin semmelkopp Brendicke Berliner wortschatz zu den zeiten kaiser Wilhelms I (1897) 182a.
 
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semmelkrume, f. bröckchen einer semmel: mit speck, salbey und semmelkrumen abgewürzet. polit. stockf. 79, auch das weiche einer semmel im gegensatz zur rinde. Campe. vgl. semmelrinde.
 
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semmelkuchen, m. kuchen aus feinem weizenmehl (vgl. DWB semmel 1): wollen sie ein lobopffer thun, so sollen sie ungesewrte kuchen opffern mit öle gemenget, und ungesewrte fladen mit öle bestrichen, und geröstet semelkuchen mit öle gemenget. 3 Mos. 7, 12; in älterer form simelkuoche(n) (vgl. DWB semmel formales):

dis ist das heilig nambuoch genant
und kan den kinden zuo schuolen locken
und simelkuochen in milroum brocken
und in den süeʒen honigseim.
Dangkrotzheim heil. namenb. 32 Pickel.


 
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semmelleib, m. leib brot aus feinem weizenmehl (vergl. DWB semmel 1 und 2), in der form s(z)emellep, -leb: 24 hll. von Hanszenn Muller zcw Weyszenbrun fur ein szemellep. quelle von 1518 bei Dief.-Wülcker 853 (Weimar). als abgabe: haben ire semelleb der frawen gein Coburgk gebenn. ebenda.
 
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semmellein, n., demin. zu semmel, gekürzt semmelein, mhd. semelîn Lexer mhd. handwörterb. 2, 874. im sinne von semmel 2: item 26  n. 10 sz 10 hlr denselben (den büchsenmeistern) fur wein, item 4  n. 8 sz 4 hlr fur semelein. d. städtechron. 11, 519, 31 (Nürnberg, von 1471);

kantten und kopff mit guttem wein,
darbey auch manichs semelein.
Keller altd. erzählungen 177, 22;

reich' mir ein gläschen kühlen wein,
reich' mir ein weiszes semmelein.
Arndt (1860) 352