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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
selle bis sellenzeug (Bd. 16, Sp. 538 bis 539)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) selle, f. salweide, nebenform zu sale, vgl. dies oben theil 8, 1696: was sonsten in der römisch catholisch kirchen für aberglauben umb des palm esels fehl willen geschieht, da sie salweyden oder sellen beschweren oder wyhen. anmut. weisheit 362.
 
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selle, m. für geselle, das in einigen mhd. handschriften überliefert ist, doch, besonders für das oberd., weit weniger sicher steht, als es nach den ausgaben scheint (vgl. W. Grimm kleinere schriften 4, 60. Lachmann zu Iwein 2704. Bech Germ. 17, 44), ist in neuerer zeit nur für das nd. bezeugt. brem. wb. 4, 749 (als veraltet bezeichnet). Dähnert 421. Frommanns zeitschrift 5, 136a. vgl. DWB sellen, gesellen.
 
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sellehen, n. gut, das dem selknecht (s. dies) für seine arbeit zur benutzung eingethan war. Schm.2 2, 255, praediola, quae jam dictis selknechten utenda conceduntur. Scherz - Oberlin 1479. wol in anderem sinne: zway sellehen, di in denselben hof gehören. quelle bei Schm.2 2, 269. vgl.seldelehen, eine selde als lehen. Lexer mhd. handwörterb. 2, 863 und oben selde, wohnung.
 
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sellen, subst. sattelkissen Jacobsson 7, 335b. vgl. oben sell, sattel, pferdegeschirr.
 
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sellen, m., nebenform zu sellerie (vgl. dies unten). Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 766b.
 
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sellen, verb., landschaftlich, verkaufen, besonders im kleinen verkaufen, kleinhandel, kramhandel, trödelhandel treiben, hauptsächlich nd. und in der hochd. umgangssprache nd. gegenden. Richey 251. brem. wb. 4, 749. Schütze 4, 94. Danneil 191a. ten Doornkaat Koolman 3, 173a. Frischbier 2, 337b. korrespondenzbl. d. vereins f. nd. sprachf. 2, 28 (Stralsund). 59 (Greifswald), auch vergeuden, verthun: he sellet darmit herum. brem. wb. 4, 750, womit vielleicht schweiz. sellen, werfen Stalder 2, 370 zusammengehalten werden darf, daneben gern in den gleichen bedeutungen versellen Dähnert 526b. Schambach 266b. Frischbier 2, 337b. Firmenich 1, 73, 18 (Schwerin), ebenso norddür. Hertel thür. sprachsch. 227. dazu auszer seller, sellerin, nd. sellersche (die man sehe), sellbänk, gestell für die höker, zur aussetzung ihrer kleinen waaren Dähnert 421b, sellbood, hökerbude Schütze 4, 95, selldook, schürze der hökerweiber. ebenda. von älteren lexicographen aus nhd. zeit verzeichnet Frisch 2, 262c sellen, minutim vendere als nd., auszerdem bietet der Braunschweiger Schottel 1415 sellen, bier sellen. mnd. begegnet sellen gleichfalls gewöhnlich im heutigen sinne: übergeben, besonders veräuszern, verkaufen, namentlich einzeln oder in kleineren partien. Schiller-Lübben 4, 183b, dafür auch zalen (z nach niederl. art für s) Zachers zeitschrift 6, 87, as. sellan, geben, hingeben, übergeben; mhd. sellen, seln, daneben salen (13.—14. jh.), rechtskräftig zum eigenthum übergeben, und überhaupt: hingeben, übergeben, überliefern Lexer mhd. handwb. 2, 866. 867, ahd. saljan, seljan, sellan, tradere Graff 6, 174; fries. sella, geben, übergeben, verkaufen, veräuszern, zahlen Richthofen 1005; engl. sell, verkaufen, ags. sellan neben sillan, syllan, übergeben, geben, verkaufen Bosworth-Toller 861; dän. sælge, schwed. sälja, verkaufen, altnord. selja, übergeben, verkaufen Cleasby-Vigfusson 521b; got. saljan, opfern. unmittelbar zu dem oben th. 8, 1678 erwähnten sal, f. rechtliche übergabe gehörig, aber wol auch mit saal verwandt. vgl. gramm. 2, 54.
 
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sellen, verb., schweiz. satteln, anschirren Stalder 2, 369, der schwed. sela, schirren vergleicht. vgl. auch oben sell, m. sattel.

[Bd. 16, Sp. 539]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sellen, verb., gesellen, mhd. anscheinend bezeugt, vgl. Lexer mhd. handwb. 2, 866, mnd. sicher Schiller-Lübben 4, 183b. der Schlesier Czepko (1605—1660) bietet:

nachdem der pöfel sich zu fremden göttern sellt
und nichts von ehrbarkeit und guter aufsicht hält.
Wagners archiv 1, 202.

sein zeitgenosse und landsmann Scherffer versellen, vereinigen, entsellen, befreien, losmachen Drechsler Scherffer und die sprache der Schlesier (1895) 242. das gehört vielleicht hierher. heute ist das wort nur nd., sellen, gesellen, fügen, verbinden. ten Doornkaat Koolman 3, 172a. vgl. DWB selle, geselle.
 
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sellenholz, n., dasselbe wie seelenholz (s. dies oben sp. 17) und sälenholz (s. dies oben theil 8, 1696). Nemnich: von wolper - meyen, auch sellen - holtz, und von einigen auch schiesz-beeren-holtz genennet. Döbel jägerpr. 3, 36.
 
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sellentost, m., nd. weichselzopf Grimm myth.4 1, 385, dort ebenso erklärt wie selkensteert, s. dies oben. vgl. DWB dost, DWB dosten, büschel oben theil 2, 1311.
 
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sellenzeug, n. lederzeug eines pferdes. Jacobsson 7, 335b. vgl. DWB sellen, sattelkissen, sell, sattel, sellen, satteln oben und sielenzeug unten.