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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
selknecht bis sellehen (Bd. 16, Sp. 537 bis 538)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) selknecht, m. im ehemaligen bistum Augsburg der amtsdiener, der dem strafvogt bei untersuchung der verbrechen an die hand ging. Schm.2 2, 255; in ep. August. homines qui praefecto territorii, vulgo dem strassvogt (sic!), in executionibus faciendis comparere debent. Scherz-Oberlin 1479. vielleicht zu sellen gehörig oder zu selde, haus. vgl. DWB selmann.
 
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sell, pron., mundartliche, gelegentlich auch in älterer schriftsprache (so Zimmerische chron.2 3, 498, 23) begegnende nebenform zu selb, s. dies oben 413 ff.
 
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sell, m. der ort wo ein handwerk zusammenkommt. Frisch 2, 263b. vgl. nd. sel, nebenform zu sal, hd. saal. Schiller-Lübben 4, 178b.
 
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sell, n., nebenform zu seil, s. dies oben sp. 208.

[Bd. 16, Sp. 538]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sell, m., schweiz. sattel, pferdegeschirr Stalder 2, 369, der ital. sella, franz. selle, span. silla, lat. sella vergleicht. auch siele, seil könnte verwandt sein. vgl. DWB sellen, subst. und verb (satteln).
 
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selland, n., nebenform zu salland, s. dies oben th. 8, 1697.
 
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selle, f., schweiz. schwelle, wagerechter grundbalken eines aufbaus, eines hauses, einer thür. Stalder 2, 370. Hunziker 239, sell, f. Tobler 421a, wol etymologisch mit schwelle zusammenhängend, s. dies oben theil 9, 2487. besonders zu beachten ist die dort angeführte gleichlautende mittelengl. form: es war den siebenundzwanzigsten märz, da die selle zu meiner hütte gelegt wurde. Bräker 126 Bülow (Reclam). auch für schwelle im sinne von damm, wehr begegnet schweiz. in älterer sprache selle. s. oben theil 9, 2492.
 
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selle, subst. ein fischnetz, 'stäckhamen', aus einem flachen sack von netzwerk bestehend. Jacobsson 7, 335b. 419a. vgl. nd. sele, netz Schiller - Lübben 4, 179b. wol mit seil zusammenhängend. vgl. oben DWB sell als nebenform zu diesem.
 
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selle, f. salweide, nebenform zu sale, vgl. dies oben theil 8, 1696: was sonsten in der römisch catholisch kirchen für aberglauben umb des palm esels fehl willen geschieht, da sie salweyden oder sellen beschweren oder wyhen. anmut. weisheit 362.
 
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selle, m. für geselle, das in einigen mhd. handschriften überliefert ist, doch, besonders für das oberd., weit weniger sicher steht, als es nach den ausgaben scheint (vgl. W. Grimm kleinere schriften 4, 60. Lachmann zu Iwein 2704. Bech Germ. 17, 44), ist in neuerer zeit nur für das nd. bezeugt. brem. wb. 4, 749 (als veraltet bezeichnet). Dähnert 421. Frommanns zeitschrift 5, 136a. vgl. DWB sellen, gesellen.
 
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sellehen, n. gut, das dem selknecht (s. dies) für seine arbeit zur benutzung eingethan war. Schm.2 2, 255, praediola, quae jam dictis selknechten utenda conceduntur. Scherz - Oberlin 1479. wol in anderem sinne: zway sellehen, di in denselben hof gehören. quelle bei Schm.2 2, 269. vgl.seldelehen, eine selde als lehen. Lexer mhd. handwörterb. 2, 863 und oben selde, wohnung.