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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
selimkörner bis selle (Bd. 16, Sp. 537 bis 538)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) selimkörner, pl. mohrenpfeffer. Jacobsson 6, 727b. Nemnich. der erste theil des worts ist orientalischen ursprungs.
 
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seliung, seljung, subst., dasselbe wie saliunk, s. dies oben th. 8, 1697: Magdalenenkraut, Marien Magdalenenblumen, seliung, und zwagblumen, heist lateinisch salinuca (sc. saliunca), nardus celtica. Wirsung arzneibuch (1597) register; celtischer nardus [oder seliung] heist griechisch νάρδος κελτική. Tabernaemont. (1664) 1256 K. seljung Nemnich 2, 1542.
 
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selkensteert, m. im hannöverschen der weichselzopf. brem. wb. 4, 749. Campe. Grimm myth.4 1, 385 erklärt es als zopf des gesellchens, hausgeistes, wichtelzopf (auch weichselzopf bedeutet das gleiche, vgl. Weigand4 2, 1070), was dem volksglauben gemäsz ist, dasz der nachtalb die haare so verfilzt (verwickelt, durchkaut).
 
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selknecht, m. im ehemaligen bistum Augsburg der amtsdiener, der dem strafvogt bei untersuchung der verbrechen an die hand ging. Schm.2 2, 255; in ep. August. homines qui praefecto territorii, vulgo dem strassvogt (sic!), in executionibus faciendis comparere debent. Scherz-Oberlin 1479. vielleicht zu sellen gehörig oder zu selde, haus. vgl. DWB selmann.
 
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sell, pron., mundartliche, gelegentlich auch in älterer schriftsprache (so Zimmerische chron.2 3, 498, 23) begegnende nebenform zu selb, s. dies oben 413 ff.
 
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sell, m. der ort wo ein handwerk zusammenkommt. Frisch 2, 263b. vgl. nd. sel, nebenform zu sal, hd. saal. Schiller-Lübben 4, 178b.
 
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sell, n., nebenform zu seil, s. dies oben sp. 208.

[Bd. 16, Sp. 538]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sell, m., schweiz. sattel, pferdegeschirr Stalder 2, 369, der ital. sella, franz. selle, span. silla, lat. sella vergleicht. auch siele, seil könnte verwandt sein. vgl. DWB sellen, subst. und verb (satteln).
 
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selland, n., nebenform zu salland, s. dies oben th. 8, 1697.
 
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selle, f., schweiz. schwelle, wagerechter grundbalken eines aufbaus, eines hauses, einer thür. Stalder 2, 370. Hunziker 239, sell, f. Tobler 421a, wol etymologisch mit schwelle zusammenhängend, s. dies oben theil 9, 2487. besonders zu beachten ist die dort angeführte gleichlautende mittelengl. form: es war den siebenundzwanzigsten märz, da die selle zu meiner hütte gelegt wurde. Bräker 126 Bülow (Reclam). auch für schwelle im sinne von damm, wehr begegnet schweiz. in älterer sprache selle. s. oben theil 9, 2492.
 
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selle, subst. ein fischnetz, 'stäckhamen', aus einem flachen sack von netzwerk bestehend. Jacobsson 7, 335b. 419a. vgl. nd. sele, netz Schiller - Lübben 4, 179b. wol mit seil zusammenhängend. vgl. oben DWB sell als nebenform zu diesem.