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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
selbstvernichtung bis selbstverständlich (Bd. 16, Sp. 501)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) selbstvernichtung, f. Campe: sondert alles ab, was nicht euer ich ist, ... und je mehr ihr euch selbst verschwindet, desto klarer wird das universum vor euch dastehn, desto herrlicher werdet ihr belohnt werden für den schrek der selbstvernichtung durch das gefühl des unendlichen in euch. Schleiermacher üb. d. relig. 166; es schien, als sollte unsere tragische kunst geradezu in selbstvernichtung enden. Treitschke d. gesch. 2, 20. dafür in älterer sprache auch die selbst - vernichtigung. Scheffler cherub. wandersm. 2, 140 (überschr.).
 
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selbstverpfändung, f. des schuldners gegen den gläubiger (im altfränkischen recht) behufs wiederauslösung, s. Brunner d. rechtsgesch. 2, 443. 478.
 
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selbstverrenkung, f., auch bildlich; dazu: Bode ... galt mit seiner selbst - verrenksucht für einen humoristen. J. Paul vorsch. d. ästh. 1, 194.
 
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selbstversäumnis, f.: es giebt keine gröszere politische und nationale sünde als die selbstversäumnisz. Gervinus bei Treitschke d. gesch. 5, 579.
 
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selbstverschlimmerung, f.: wird nicht ein solcher mensch erst tausend krumme labyrinthe der selbstverschlimmerung durchkriechen, tausend pflichten verlezen müssen? Schiller 2, 361; der diesen beruf nicht nur ohne sittliche selbstverschlimmerung, sondern auch unter fortschreitender ausbesserung und vervollkommnung seiner selbst erfüllt. Campe kinder- u. jugendschr. 36, 317.
 
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selbstverschreibung, f.: so sehr das volk auch abendmahl, wie testament, für eine selbstverschreibung an den tod ansieht. J. Paul leben Fibels 51.
 
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selbstverschuldung, f.
 
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selbstversöhnung, f. versöhnung mit sich selbst, s. Campe.
 
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selbstverspottung, f.: der rassenstolz des auserwählten volkes gegenüber den gojim war freilich so tief eingewurzelt, dasz er selbst durch die frechste selbstverspottung nicht erschüttert werden konnte. Treitschke d. gesch. 3, 704.
 
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selbstverständig, adj.: eben wegen dieser selbstverständigen einzelnheit (die in sich selbst verstand hat?) ist das gebiet der anschauung so unendlich. Schleiermacher über die religion 61. selten. in älterer sprache vereinzelt in der form: das er (dr. Emser) die heyligen schrifft mit seinem unnutzen geyffer begeyffert, wie ein rotzicht kind, ist an keinem ort seiner wort mechtig odder selbvorstendig. Luther 6, 321, 30 Weim. ausgabe.
 
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selbstverständlich, adj. in oder aus sich selbst verständlich, sodasz es keiner erklärung, keines commentars bedarf:

ton und klang jedoch entwindet
sich dem worte selbstverständlich.
Göthe 5, 270.

bei Campe noch nicht verzeichnet. heute dagegen ungemein gewöhnlich, namentlich in der umgangssprache (woneben, weniger gut, selbstredend, s. daselbst) in dem stärkern sinne 'was sich von selbst versteht, was daher gar nicht ausgesprochen zu werden braucht, um verstanden zu werden': diese selbstverständliche

[Bd. 16, Sp. 502]


wahrheit hätte nicht so langer auseinandersetzungen bedurft; dasz oft harte noth diese ansiedler traf, ist selbstverständlich. Freytag bilder 1, 112. besonders als adverb: selbstverständlich hast du recht u. a.; classisch könnte man (in Klingers 'betrachtungen und gedanken') nur die äuszere sprachliche klarheit und correctheit nennen, welche aber hier selbstverständlich gefodert wird. blätter für lit. unterhaltung 1846, s. 977a; er hat die adresse selbstverständlich ebenfalls unterschrieben. d. zeitung 1847, s. 540, s. W. Grimm kl. schr. 1, 515, anmerk. 1. — dazu selbstverständlichkeit, f.