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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
selbstregierung bis selbstsache (Bd. 16, Sp. 488 bis 489)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) selbstregierung, f. vom herrscher, der selbst die regierung führt: wie wenig befähigt (war der junge könig), nun auch die selbstregierung zu übernehmen! Dahlmann dän. gesch. 1, 417; rechtfertigungschreiben, worin er (könig Heinrich) aufzählt, was er seit seiner selbstregierung zur ehre Deutschlands und zu seines vaters vortheil gethan habe. Schirrmacher kaiser Friedrich II., 1, 235. — von gemeinwesen, die sich selbst regieren (wofür gewöhnlicher selbstverwaltung): die ländliche bevölkerung erfreut sich heute vermöge der ihr gewährten selbstregirung nicht etwa einer ähnlichen autonomie wie seit lange die städte. Bismarck ged. u. erinner. 1, 11; die selbstregierung der städte musz ihre grenzen haben. ders. bei Busch tagebuchbl. 3, 33.
 
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selbstreiz, m.: so ist auch die reizbarkeit (des muskels) wahrscheinlich nichts als eine auf innige art unendlich vermehrte schnellkraft, die in dieser organischen verschlingung vieler theile sich aus dem todten fiberngefühl zur ersten stuffe des thierischen selbstreizes erhoben. Herder 13, 82 Suphan (ideen 3, 2); so giebt es auch eine unbesonnenheit aus mangel an selbstreiz und eine unbesonnenheit aus übermaasz an selbstreiz. Novalis 3, 215 Meiszner.
 
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selbstretter, m. sibi ipsi praesidium. ich musz mein selbstretter seyn, mihi ipsi consistendum est contra, reprimenda et propulsanda est vis a capite meo. Stieler 1606. dafür: das volk als selberretter. J. Paul herbstblum. 3, 37 (überschr.).
 
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selbstrettung, f.: da ihm (dem genie) aber der doktor juris darthat, dass es Satan seiner selbstrettung wegen fallen liess, erkannte es die gefahr. Klinger 10, 283; aber der drang seines geldmangels liesz ihm nicht einmal zu, den mitteln seiner selbstrettung nachzudenken. Pestalozzi Lienh. u. Gertr. 3, 304.
 
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selbstrezensent, m. der sich selbst rezensiert; dazu: eben so verwerflich ist Erasmus selbstrezensentin, die narrheit. J. Paul vorsch. der ästh. 1, 180. —
 
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selbstrezension, f.: da die eigenen vorreden der verfasser ordentlicher weise nichts sind, als offene selberrezensionen. kleine bücherschau 1, 32.
 
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selbstrichter, m.: wann ainer gegen dem andern sprüch hat, so soll er ihne von seiner ordentlichen obrigkeit darumbe beklagen und hierinen kainer sein selbstrichter sein. Salzb. taid. 99, 16. auch in der form selbrichter: so ainer sein selbrichter sein wollt, er fräflet ainen mit worten oder werken, so soll er dem andern den fräfel abthuen. 72, 46; von den selbrichteren, s. Schottel 544. — dazu selbstrichterlich, adj.: man merkte, dasz das gefühl von recht und gericht die geistige atmosphäre der versammlung bildete. und dieses selbstrichterlichen gefühls wegen thut es mir leid, dasz die geschwornengerichte in meinem vaterlande wieder abgestellt worden sind. Grillparzer4 15, 182.
 
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selbstrüge, f. rüge, die man sich selbst ertheilt. Campe: und gerade diese selbstrüge führte auch wieder zu gerechterer

[Bd. 16, Sp. 489]


auffassung jener grille. Vischer auch einer 2, 3. —
 
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selbstrüger, m. Campe.
 
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selbstruhm, m.: eigenrum, sive selbstrum, praedicatio de proprio ore sordida, immodica aestimatio sui. Stieler 1638, vgl. DWB selbstlob; ruhm, den man sich selbst beilegt. Adelung.dazu selbstrühmer, m. Campe.
 
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selbstsache, f., nur lose zusammenrückung aus (mein, sein) selbst sache, selten: in jren selbstsachen, und jre besondere hab und güter belangend, mag ain eeweib durch sich selbst, oder jren gemechtigten anwald, in gericht clagen. Nürnb. reformation (1564) 22a. auch selbssache: alsdann mag die herrschaft in iren selbssachen oder fur ander leut den gerichtspotten schicken. tir. weisth. 4, 698, 44. vgl. DWB selbst II, 6, b.