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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
selbstgewiszheit bis selbsthalter (Bd. 16, Sp. 476)
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[Bd. 16, Sp. 476]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) selbstgewiszheit, f.: sie (die ansicht von 'der vollgewalt des königthums', s. selbstvergötterung) konnte ... nur auf deutschem boden erwachsen, nur auf dem boden jener romantischen weltanschauung, welche in der schrankenlosen entfaltung aller gaben, in der selbstgewiszheit und dem selbstgenusse des stolzen ichs ihr ideal fand. Treitschke d. gesch. 5, 6; mit unvergleichlicher selbstgewiszheit tritt Amos auf. Smend alttestamentl. religionsgesch. s. 161.
 
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selbstgewogenheit, f. philautia, amor sui. Stieler 2523.
 
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selbstgewölbt, adj.:

selbst jener wilde quell ...
zerreiszt nicht mehr die selbstgewölbten decken.
Göthe 13, 257.


 
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selbstgezeugt, adj.:

wenn ich die rebe sehe,
wie sie sich in die höhe
durch selbst-gezeugte häcklein schwingt.
Brockes 1, 219.


 
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selbstgezogen, adj.:

o selig! wer wie ihr mit selbstgezognen stieren
den angestorbnen grund von eignen äckern pflügt.
Haller ged.10 45.


 
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selbstgezüchtet, adj.: selbstgezüchtete kälberlymphe,
Andresen sprachgebr.7 230 (als fehlerhafte verbindung).
 
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selbstglauben, m. glauben an sich selbst, s. Campe. wenig gebräuchlich.
 
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selbstgleichheit, f. da man sich selbst gleich bleibt: ehre, redlichkeit, festes wollen, ... selbstachtung, selbstgleichheit .. bezeichnen doch nur die eine hälfte der sittlichen natur, die sittliche stärke und erhabenheit. J. Paul bei Campe.
 
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selbstgott, m. der sich selbst zu gott macht, für einen gott hält. Campe (belegt bei Herder). — dazu (in gleichem sinne): auch ist das scharfsinnigste gemächt der selbgöttler eigentlich nur zum staat und für die guten tage. Claudius 6, 103.
 
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selbstgreiflich, adj.: ihr habt daheren selbstgreifflichen abzunehmen. urkunde vom j. 1574 bei Dief.-Wülcker 852; weill aber ihr und menniglichen daheren selbstgreifflichen abzunehmen. ebenda (vom j. 1575).
 
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selbsthalter, m.: 'eine neue übersetzung des worts αὐτοκράτωρ, (samoderschez,) im titel des ruszischen kaysers. Frisch 2, 262b, auch bei Adelung und Campe verzeichnet. vgl. auch DWB selbsterhalter und das jetzt allein übliche selbstherrscher. belege: des allerdurchlauchtigsten, groszmächtigsten kaysers, grosz-zaaren und herrn herrn Petri Alexowiz, des Groszen, Klein- und Weisz-Ruszlandes selbst-halters. Weichmann 5, 5; selbsthalter nennen sich Ruszlands monarchen; er (Peter d. gr.) war dies nicht allein, sondern selbsteinrichter und haushalter seines reichs. Herder 23, 436 Suphan. auch in weiterem gebrauche, von gott: nicht nur das ende, sondern der ganze wandel eines christen ist das meisterstück des unbekannten genies, das himmel und erde für den einigen schöpfer, mittler und selbsthalter erkennet. Hamann 2, 159. übertragen: so sehr bedauerte ich den herrn Schwarz, der sich gewiss auch damit an jenen allgewaltigen lichtern und selbsthaltern des deutschen parnasses gröblich versündiget hatte, dass er von mir und nicht von ihnen selbst, eine vorrede begehret hatte. Gottscheds vorr. zu Overbeck Virg. s. III. — dazu: mir Katharina II kaiserin und selbsthalterin aller Reuszen. urk. von 1768 bei Dief.-Wülcker 852. in anderm sinne: hier soll sie (die philosophie) ihre lauterkeit beweisen, als selbsthalterin ihrer gesetze. Kant 4, 49.